Wie lange ist Sekt haltbar: offen oder ungeöffnet – Infos zur Haltbarkeit

Haben Sie guten Sekt oder Champagner im Hause? Sie wollen diesen besonders edlen Tropfen aufheben für den besonderen Moment? Dann sollte Sie auch die Haltbarkeit interessieren. Wir geben Ihnen Tipps und entzaubern dabei auch einen Mythos.

Sektgläser

Sekt und auch Champagner sind wunderbare und aufwändig hergestellte Naturprodukte. Länger als 3 Jahre sollten sie Sekt nicht aufbewahren. Bei manchen Sorten ist schon nach einem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig die Luft raus. Bei der Herstellung von Sekt und auch Champagner wird der maximale Punkt der Reifung abgewartet. Dann kommt die Flasche in den Handel und landet in Ihrem Kühlschrank oder Keller.

In der Folgezeit sind dann zwei Faktoren maßgeblich:

  • Bis zu drei Jahren ist hochwertiger Sekt haltbar. Champagner mit guter Qualität sogar bis zu 10 Jahren. Sekt von schlechterer Qualität sollten Sie schon nach einem Jahr trinken.
  • Sekt mit Naturkorken hält länger als Sekt mit Verschlüssen aus Kunststoff.

Was sich aber auf lange Zeit nicht verhindern lässt ist, dass die Kohlensäure den Sekt verlässt. Zusätzlich verliert das prickelnde Getränkt aber auch sein Aroma.
Wie jedes Naturprodukt ist auch der Sekt einem natürlichen Zerfallsprozess unterworfen. Selbst das Abfüllen von Sekt in Dosen, von Ästheten auch als Stilbruch gesehen, verhindert das nicht.

Wie Sie Sekt professionell lagern

Neben der Qualität des Sektes müssen Sie dabei drei weitere Faktoren zu beachten:

  • Temperatur
  • Helligkeit
  • Flaschenpositionierung

Die Temperatur muss niedrig sein, da Wärme die bereits beschriebenen und ganz natürlichen Oxidationsprozesse im Sekt noch beschleunigt. Ein kühler Keller oder auch der Kühlschrank sind jetzt die Plätze der Wahl.

Auch Licht, vor allem direkte Sonnenstrahlen, fördern die Oxidation. Daher lagert Sekt am besten im Dunkeln. Jetzt verstehen Sie auch, warum klassisch der Sekt in dunkel getönten Glasflaschen abgefüllt wird.

Die klassische Position zur Lagerung einer Sektflasche ist eigentlich im Stehen. So weicht der Korken nicht auf und verliert nicht an Haltekraft. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Korken austrocknet.

Tipp: Stellen Sie Sekt in Flaschen mit Naturkorken zum Lagern. Sorgen Sie gelegentlich für Befeuchtung des Korkens. Bewegen Sie dabei die Flasche für einen Moment in die Waagerechte. Meiner Erfahrung nach reicht das aus, um das Austrocknen des Korkens zu verhindern. Ein guter Tropfen ist diese kleine Handhabung wert.

Veränderungen vermeiden

Grundsätzlich sollte Sekt, Champagner und Wein ruhen. Ausnahme ist, wie beschrieben, die Naturkorken durch Bewegen hin und wieder feucht zu halten.

Sektflasche

Erwärmung bringt Flüssigkeiten dazu, sich auszudehnen. Kühlt diese wieder ab, dann zieht sie sich wieder mehr zusammen. Die Flüssigkeit nimmt so jeweils unterschiedlich viel Raum ein. Es kann passieren, dass die Flasche dann durch den Korken Luft anzieht. Sie atmet, wie die Fachleute sagen.

Dies hängt ab von

  • dem Maß der Temperaturschwankungen,
  • dem Material des Korkens und
  • von der Korkenlänge.

Eigentlich sind Sekt- und vor allem Champagnerkorken darauf ausgelegt: Sie halten Druckschwankungen bis zu einem gewissen Maß stand. So sind nicht zu vermeidende Schwankungen bis zu 10 Grad C bei der Lagerung ohne Bedenken für die Qualität.

Die offene Sektflasche und der Abschied von einem Mythos

Wenn der Sekt nicht zu Ende getrunken wurde, dann können Sie ihn noch bis zu drei Tagen im Kühlschrank aufbewahren. Natürlich sollte er dafür wieder sachgerecht verschlossen werden. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Modelle und Techniken zur Verfügung:

  • Ein Sektverschluss: Dessen gut schließender Mechanismus hält den Sekt mindestens ein bis zwei Tage noch genießbar.
  • Eine Sektpumpe: Hier kann man sogar eine Woche weitere Trinkbarkeit oder mehr erreichen. Vorm Verschließen wird durch die Sektpumpe Luft aus der Flasche gezogen und so der Verlust der Kohlensäure und des Aromas verzögert.

Wer einen guten Tropfen am nächsten Tag noch genießen mag, sollte bei der Auswahl des Verschlusses nicht sparen.

Der Test auf Genießbarkeit erfolgt vor allem durch das Ohr:

  • Der Verschluss sollte sich noch mit einem deutlichen Ploppen entfernen lasen.
  • Der Sekt sollte noch zischen und leicht aufperlen.

Eine unverschlossene Flasche Sekt ist jedoch bereits am Morgen nach einer Feier schal und ungenießbar.

Kennen auch Sie diesen Tipp? Ein Silberlöffel in die offene Sektflasche gestellt soll im Kühlschrank den Sekt mindestens noch einen Tag frisch halten.

Diesen Test können Sie sich sparen: Aus eigener Erfahrung sei gesagt, dass sich diese Methode als falscher Aberglaube bzw. moderner Mythos entpuppte. Schon 1987 konnten auch französische Wissenschaftler durch Vergleichsmessungen des Kohlensäuredrucks bei Flaschen, die mit und ohne Löffel im Kühlschrank standen nachweisen, dass dieser Trick nur Legende ist.

Quellen:
https://www.haltbarkeit.org/sekt
https://www.zeit.de/stimmts/1997/1997_31_stimmts

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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