Wie giftig ist der Geldbaum? Gefahren für Kinder, Hunde und Katzen

Der Geldbaum fällt durch seine fleischigen Blätter auf. Aber bedeutet das prall gefüllte Grün auch, dass er für Kinder und Tiere wie Hunde oder Katzen besonders giftig ist? Zudem erfahren Sie, mit welchen ähnlichen Pflanzen eine Verwechslungsgefahr besteht.

Fast ebenso geläufig wie Geldbaum ist die Bezeichnung Pfennigbaum für die botanisch Crassula ovata genannte Pflanzenart. Es ist nicht überliefert, welchem Umstand die Pflanze den Hinweis auf Finanzmitteln in ihrem Trivialnamen verdankt. Bekannt aber ist, dass Geldbäume traditionell als Glücksbringer gelten. Zudem zeigen sich größer gewordene Pfennigbäume als eine wahre Zierde auf der Fensterbank. Dafür sorgen

  • ihr dicker Stamm
  • das verzweigte, oft an eine Miniatur-Baumkrone erinnernde Geäst
  • ihre kräftigen Blätter

Die Heimat der Geldbäume liegt in Ostafrika. Von hier haben sie eine Eigenschaft mitgebracht, die sie als Zimmerpflanze besonders pflegeleicht macht. Sie nutzen ihre voluminösen Blätter nämlich als Wasserspeicher.

Der Geldbaum: giftig oder nicht?

stamm eines geldbaumes

Im Falle des Geldbaums besteht weder für Kinder noch für Tiere wie Hunde oder Katzen eine nennenswerte Gefahr. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn stuft den Geldbaum und andere Vertreter der Gattung Crassula als nicht bis gering giftig ein. Es sind aus der einschlägigen Literatur keine Darstellungen über giftige Eigenschaften innerhalb der Gattung bekannt. Aus Dokumentationen der Giftnotrufzentrale geht lediglich hervor, dass bei Kindern, die zwischen einem und zehn Pfennigbaum-Blättern oder Stängelteilen verzehrten, in seltenen Fällen folgende Symptome auftraten:

  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Blässe

Nicht belegt ist hier jedoch, ob in diesen wenigen Fällen die Inhaltsstoffe der Crassula ovata für die Beschwerden verantwortlich waren oder Giftstoffe in Düngern beziehungsweise Pestiziden mit denen die Pflanzen behandelt wurden. Tatsächlich lauern hier wohl die größten Gefahren durch den Geldbaum für Kinder und Tiere. Unverträglichkeiten sowie Vergiftungserscheinungen können schon nach dem Verzehr sehr geringer Mengen an Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln auftreten. Allerdings wird es dabei selbst dann, wenn behandelte Blätter des Pfennigbaums von Kindern, Babys oder kleineren Tieren verschluckt wurden, meist bei schnell vorübergehenden Magen-Darm-Beschwerden eventuell mit Übelkeit und Erbrechen bleiben.

Tipp: Achten Sie beim Kauf von Zimmerpflanzen immer auf die Belastung durch Dünger und Pflanzenschutzmittel.

Inhaltsstoffe des Geldbaums

Neben einem 85-prozentigen Anteil an Wasser sind in den Blättern des Geldbaums im Wesentlichen Pflanzenfasern zu finden. Dazu kommt ein geringer Anteil an folgenden organischen Säuren:

  • Isocitronensäure
  • Apfelsäure

Beide Stoffe weisen eine große Ähnlichkeit zur gebräuchlichen Zitronensäure auf. Als Giftstoffe treten sie kaum in Erscheinung. Ein Kontakt mit der Haut ist völlig unbedenklich. Um Beschwerden zu verursachen, müssen schon größere Mengen der Säuren eingenommen werden.

Maßnahmen im Falle einer Einnahme von Blättern

Falls Kinder oder Tiere Geldbaum-Blätter zu sich genommen haben, kann Wasser zum Verdünnen der aufgenommenen Stoffe gereicht werden. Sind größere Mengen verzehrt worden, kann auch die Einnahme von Aktivkohle helfen. Sollten allerdings länger anhaltende Symptome auftreten, ist es empfehlenswert, zur Sicherheit einen Arzt beziehungsweise Tierarzt aufzusuchen. Schließlich ist es möglich, dass vor den meist harmlosen Blättern des Pfennigbaums Teile einer anderen giftigeren Pflanze aufgenommen wurden.

Verwechslungsgefahr

verwechslungsgefahr mit kalanchoe und cotyledon

Auch wenn Geldbäume weitgehend ungefährlich sind, kann doch die Gefahr einer Verwechslung mit anderen Pflanzen bestehen. In der Regel wird Crassula ovata als Geldbaum angeboten. Als Synonym findet oft auch Crassula portulacea Verwendung. Außerdem sind einige Ausleseformen oder Cultivare im Handel: Crassula ovata „ET“, „Gollum“, „Hobbit“ und „Hummel’s Sunset“. Darüber hinaus ist auch Crassula arborescens sowie Crassula arborescens subsp. undulatifolia manchmal unter dem Namen Geld- oder Pfennigbaum erhältlich. Eine Verwechslung ist jedoch unproblematisch. Alle Crassula-Arten gelten als unbedenklich.

Daneben gibt es aus der artenreichen Familie der Dickblattgewächse einige Vertreter, die als leicht giftig anzusehen sind. Es handelt sich dabei um die in Südafrika beheimatete Gattung Cotyledon sowie einige Arten aus der Gattung Kalanchoe. Verschiedene dieser Gewächse sind auch als Zimmerpflanzen beliebt.

Beim Menschen ist belegt, dass zahlreiche Cotyledon und Kalanchoe nach mehrmaliger Aufnahme zu nervösen Symptomen sowie Muskelbeschwerden führen können. Für Haustiere gilt, dass einige dieser Arten mit erheblichen Gefahren verbunden sein können. Kalanchoe blossfeldiana oder das Flammende Käthchen beispielsweise ist zwar für Menschen weitgehend ungefährlich, für Katzen aber stark giftig.

Es ist jedoch kein Beispiel bekannt, dass Kalanchoe oder Cotyledon als Geldbaum verkauft wurden. Zudem gibt es eine ganze Reihe an Unterscheidungsmerkmalen:

  • Kalanchoe-Arten bilden nur selten einen kräftigen Stamm, haben meist weniger fleischige Blätter, die zudem oft gezackt sind, und werden vielfach durch große Blütenstände dominiert.
  • Cotyledon-Gewächse haben in der Regel zwittrige, kräftiger gefärbte Blüten sowie Blätter, die häufig einen Pelzbelag aufweisen.

Auch wenn einzelne Arten eine geringfügige Ähnlichkeit mit Geldbäumen aufweisen, ist eine Verwechslungsgefahr zwar nicht unmöglich aber eher unwahrscheinlich.

Tipp: Ein Vergleich mit einem Pfennigbaum-Bild, kann die Gefahr einer Verwechslung mit eventuell giftig wirkenden Dickblattgewächsen recht zuverlässig ausschließen.

Quellen:
https://www.gartendialog.de/zimmerpflanzen/beliebte/geldbaum-giftig-pfennigbaum.html
http://gizbonn.de/190.0.html
https://www.plantopedia.de/geldbaum-giftig/
https://www.hausgarten.net/pflanzen/zimmerpflanzen/ist-geldbaum-giftig.html
Matthias Brockstedt, Reinhard Bunjes, Ursula Oberdisse, Karl Ernst von Mühlendahl, Vergiftungen im Kindesalter, Stuttgart 2003.

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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