Wie giftig ist Blauregen? | Gefahren der Glyzinie für Hunde und Katzen

Die Kombination aus grünen Blättern und blauen Blüten macht die Glyzinie zum Hingucker im heimischen Garten. Die Kletterpflanze enthält jedoch Gifte, die Hunden und Katzen gefährlich werden können. Bereits nach dem Verzehr kleinster Mengen können schwere Vergiftungserscheinungen auftreten

blauregen wisteria glyzinie

Der Blauregen, auch Wisteria oder Glyzinie genannt, ist eine schnell wachsende Kletterpflanze, die sich mit ihren Ranken um Spaliere oder Pergolen windet. Die Glyzinie ist in Asien bereits seit vielen Jahrhunderten bekannt: Mit dem chinesischen Blauregen, der sich links herum windet und der japanischen Glyzinie, die rechts herum wächst, gibt es zwei verschiedene Arten. Einige Pflanzen können bis zu 30 Meter hoch werden.

Schön, aber giftig

So schön die Wisteria auch blüht, ist sie für Mensch und Tier doch gefährlich. Alle Pflanzenteile sind giftig und bergen erhebliche Gefahren. Erfahren Sie, welche Gifte in der Glyzinie lauern und wie Sie bei einer Vergiftung bei Hund und Katze Erste Hilfe leisten.

Vor allem im Frühjahr zwischen April und Juni präsentiert sich ein prächtig blühender Blauregen von seiner schönsten Seite. Die Kletterpflanze bildet zahlreiche Schmetterlingsblüten, die in Trauben geformt von der Pflanze herabhängen. Die Pflanze mag einen feuchten und humusreichen Boden sowie einen sonnigen Standort. Nach einem starken Rückschnitt zeigen sich besonders viele Blüten bei der ansonsten eher blühfaulen Pflanze. In der Regel ist die Wisteria blau, es gibt aber auch Arten mit weißen Blüten. In Europa ist die Glyzinie seit etwa 1820 heimisch. Auch wenn die Wisteria den Garten mit ihrer Pracht bereichert, ist gerade bei Haustieren Vorsicht geboten.

Gefahr! – Gift in allen Pflanzenteilen

Die Wisteria enthält mit

  • Alkaloid
  • Lektin und
  • Wistarin

drei verschiedene Gifte. Während für den Menschen vor allem das Lektin gefährlich ist, sind für Hunde und Katzen alle drei Giftstoffe im schlimmsten Fall lebensbedrohlich und können heftige körperliche Reaktionen auslösen.

Alkaloid in der Glyzinie

Alkaloid ist in allen Bestandteilen des Blauregens zu finden. Diese organische Verbindung gibt es in 10.000 verschiedenen Ausprägungen in der Natur. Grundsätzlich sind alle Alkaloide giftig und zeichnen sich durch einen sehr bitteren Geschmack aus. Das Toxin löst bei Menschen vor allem Hautreizungen aus und gilt als eher harmlos. Anders zeigt sich die Wirkung bei Hunden oder Katzen, bei denen Alkaloid schlimmste Vergiftungen auslösen kann.

Lektin in Hülsen und Samen des Blauregens

samen und huelsen des blauregens

Bei Lektin handelt es sich um ein Protein, das in verschiedenen Pflanzen vorkommt. Lektin befindet sich in den Hülsen und dem Samen der Glyzinie. Für Menschen sowie für Hunde, Katzen und andere Tiere ist der Genuss dieser Pflanzenteile sehr gefährlich. Bereits kleinste Dosen des Lektins können tödlich sein. Bei einem erwachsenen Menschen reicht der Verzehr von drei Samen aus um Vergiftungserscheinungen zu verursachen. Sind die Hülsen der Glyzinie reif, schleudert die Pflanze diese Kapseln weit von sich, um die Samen danach mit einem Knall zu verteilen. Kleinere Kinder aber auch Hunde und Katzen finden das oftmals faszinierend und werden durch den Knall angelockt – hier ist also besondere Vorsicht geboten.

Wistarin in Rinden und Wurzeln

Das Wistarin befindet sich in der Rinde und den Wurzeln der Glyzinie. Welche Gefahren sich durch die Aufnahme des Wistarins ergeben, ist noch nicht abschließend erforscht. Als verantwortungsvoller Tierhalter sollten Sie Hund und Katze jedoch von allen Pflanzenteilen fernhalten.

Tipp: Schneiden Sie verwelkte Blüten bei der Glyzinie regelmäßig ab, damit verringern Sie die Gefahr, dass sich die Samen unkontrolliert verbreiten und so von einem Tier aufgenommen werden könnten.

Symptome bei einer Vergiftung mit Blauregen

Bei Hunden und Katzen äußern sich Vergiftungen durch die Toxine in der Glyzinie mit ähnlichen Symptomen wie beim Menschen. Abhängig von der verzehrten Menge kommt es zu

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Magenkrämpfen
  • Durchfall
  • Kreislaufkollaps
  • Herzstillstand

Wichtig ist, bei Auftreten der Vergiftungserscheinungen sofort zu handeln. Die Wisteria ist nicht nur für Hunde und Katzen gefährlich, sondern löst auch bei anderen Tieren wie Pferden oder Meerschweinchen körperliche Reaktionen aus.

Erste Hilfe-Maßnahmen

Sie sollten die Gefahren durch die Wisteria nicht unterschätzen und sofort einen Tierarzt aufsuchen. Es handelt es sich um einen Notfall, der sofort behandelt werden muss. Entfernen Sie eventuelle Reste der Pflanze aus dem Maul des Tieres. Kommt es zu einer Atemnot, schieben Sie die Zunge des Tiers beiseite, um die Atmung zu erleichtern.

Tipp: Damit der Tierarzt prüfen kann, um was für eine Vergiftung es sich handelt, sollten Sie die Reste der Pflanze unbedingt mit zur Behandlung nehmen.

Alternativen zur Glyzinie

clematis und kletterhortensie als alternativen

Ein Blauregen im Garten ist nicht ganz ungefährlich. Wenn Sie nicht auf eine blühende Rankpflanze verzichten möchten, gibt es einige ungiftige Alternativen wie

Wenn Sie Wert auf eine blaublühende Rankpflanze legen, sind die Clematis oder eine Kletterhortensie eine gute Wahl. Die auch als Waldrebe bezeichnete Clematis gibt es in vielfältigen Farben und Arten, vielleicht kombinieren Sie einfach mehrere Farben. Die Hortensie kann bis zu 10 Meter hoch werden und benötigt anders als die Wisteria keine Rankhilfe. Bei Kletterrosen gibt es eine breite Auswahl so dass Sie bestimmt schnell ihren Favoriten finden werden. Die Weinrebe zeichnet sich durch ein besonders sehenswertes Blattwerk aus und bildet im Spätsommer sogar Früchte.

Quellen:
https://www.gartendialog.de/gartenpflanzen/kletterpflanzen/blauregen-giftig-menschen-hunde-katzen.html
https://www.gartenlexikon.de/pflanzen/blauregen.html
http://www.gizbonn.de/546.0.html
https://www.pflanzenfreude.de/blauregen

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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Mirko Kreißig
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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