TÜV abgelaufen: diese Strafen drohen beim Überziehen | Fristen

Um die Sicherheit des von Ihnen geführten Fahrzeuges – und damit auch des gesamten Straßenverkehrs – zu gewährleisten, müssen Sie es in regelmäßigen Abständen auf Funktionsfähigkeit und Verkehrstauglichkeit überprüfen lassen. Welche Fristen dabei zu beachten sind und welche Strafen bei Nichteinhaltung dieser drohen, lesen Sie hier.

TÜV Fristen Strafen Termin

Die Hauptuntersuchung, kurz HU, wird in Deutschland von staatlich anerkannten Prüforganisationen durchgeführt. Da die TÜVs in früheren Zeiten das Monopol für die Durchführung der Untersuchungen innehatten, ist die Bezeichnung „TÜV“ für die HU in den offiziellen Sprachgebrauch übergegangen. Heute kann eine Vielzahl von Organisationen die Prüfung vornehmen. Dazu gehören unter anderem

  • TÜV (z.B. Süd, Nord, Rheinland)
  • DEKRA
  • GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung)
  • KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger)

Für die fristgerechte Vorführung zur HU ist der Fahrzeughalter verantwortlich. Er muss dabei auch deren Kosten übernehmen. Diese können je nach Anbieter und Bundesland jedoch variieren. Für einen PkW können Sie beispielsweise zwischen 100 und 110 Euro für Haupt- und Abgasuntersuchung (AU) einrechnen. Für Krafträder etwa rund 70 Euro.

Tipp: Nach erfolgreicher Prüfung hat der Halter den Untersuchungsbericht bis zur nächsten HU und das Prüfprotokoll mindestens bis zur nächsten Sicherheitsprüfung aufzubewahren.

Erkennen, wann der TÜV fällig ist

Zu erkennen, wann die nächste HU ansteht, ist auf zwei Wegen möglich:

  • Fahrzeugschein
  • Prüfplakette am Kfz-Kennzeichen hinten

TÜV Fristen Strafen Plakette

In den Fahrzeugpapieren finden Sie den nächsten Termin meist auf der Rückseite eingetragen. Auch die einer Uhr ähnelnden Prüfplakette gibt Aufschluss darüber. Zum einen gibt die Ziffer in der Mitte das Jahr der nächsten Prüfung an, zum anderen die Zahl, die „auf 12 Uhr“ steht, den Monat der nächsten Prüfung an.

Um die Plakette zudem aus der Ferne erkennbar zu machen, z.B. für Polizisten, signalisiert sie auch über ihre Farbe das Jahr. Die Reihenfolge der Farben ist dabei fix: orange, blau, gelb, braun, rosa, grün (für 2018) und wiederholt sich alle sechs Jahre. Das heißt, Fahrzeuge, die im nächsten Jahr zum TÜV müssen, erkennen Sie an der orangefarbenen Plakette. Die schwarzen Balken um die Ziffer 12, sollen außerdem schnellere Rückschlüsse über den Ablaufmonat ermöglichen. Mit Ablauf des jeweils angegebenen Monats werden Prüfplakette und die Prüfmarke ungültig.

Tipp: Um keine Untersuchung mehr zu verpassen, bieten viele Prüforganisationen mittlerweile auch einen Online-Service an. Dabei werden Sie nach erfolgreicher Registrierung von diesem an anstehende Überprüfungen erinnert.

TÜV-Fristen

Um maximal 2 Monate dürfen die Fristen für die HU überzogen werden, ohne dass Sie mit Strafen bei einer Fahrzeugkontrolle rechnen müssen. Der folgenden Tabelle entnehmen Sie bitte die gesetzlichen TÜV-Fristen.

Fahrzeugart Beschreibung Zeitlicher Abstand zwischen den Untersuchungen
Kraft- bzw. Motorräder 24 Monate
Pkw

 

Nach der Erstzulassung 36 Monate
danach 24 Monate
Wohnmobile

Bis 3,5 Tonnen (t) zulässiges Gesamtgewicht (zGG)

Nach der Erstzulassung 36 Monate
danach 24 Monate
Wohnmobile

zGG zwischen 3,5 und 7,5 t

nach der Erstzulassung 24 Monate
danach 12 Monate
Wohnmobile zGG über 7,5t 12 Monate
Anhänger

zGG bis 0,75t oder ohne eigene Bremsanlage

nach der Erstzulassung 36 Monate
danach 24 Monate
Anhänger zGG zwischen 0,75 und 3,5t oder lt. §58 StVZO für eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 km/h zugelassen 24 Monate
Anhänger zGG über 3,5t 12 Monate
Lkw und Traktoren Lt. §58 StVZO für max. 40 km/h zugelassen 24 Monate
Nutzfahrzeug zGG bis 3,5t 24 Monate
Nutzfahrzeug zGG über 3,5t, Höchstgeschwindigkeit über 40 km/h 12 Monate (plus Sonderprüfung der Bremsanlagen alle 6 Monate)

Werden beim TÜV Mängel an Ihrem Fahrzeug festgestellt, so müssen Sie diese schnellstmöglich beheben (lassen) und es innerhalb eines Monats erneut zur Nachprüfung vorstellen.

Achtung: Der Zeitraum beginnt hier mit dem Tag nach der HU. Fällt der Nachprüfungstermin auf einen Samstag, Sonntag oder staatlichen Feiertag, so ist der nächste Werktag der letztmögliche Prüftermin. Eine weitere Verlängerung ist nicht vorgesehen.

Was sieht das Gesetz vor? – Strafen

Überziehen Sie die Frist um mehr als 2 Monate, droht Ihnen ein Bußgeld und im Extremfall sogar ein Punkt im Flensburg. Bei nicht sicherheitsprüfungspflichtigen Fahrzeugen, also PKW, Krafträder oder leichte Anhänger sieht das Gesetz folgende Strafen für die Fristüberschreitung vor:

  • Mehr als zwei Monate: 15 Euro Bußgeld
  • Mehr als vier Monate und bis zu acht Monaten: 25 Euro
  • Bei mehr als acht Monaten: 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg

Bei Nutzfahrzeugen, bei denen eine Sicherheitsprüfung vorgeschrieben ist, gibt es dagegen eine Null Toleranz-Politik. Hier fällt das Bußgeld bereits an, wenn die TÜV-Frist auch nur um einen Tag überschritten wurde:

  • Bis zu zwei Monate: 15 Euro
  • Mehr als zwei und bis zu vier Monate: 25 Euro
  • Mehr als vier und bis zu acht Monate: 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg
  • Bei mehr als acht Monaten: 75 Euro und 1 Punkt in Flensburg

Bei Überziehung der einmonatigen Nachprüffrist, kann unter Umständen außerdem ein Verwarngeld in Höhe von 15 Euro auf Sie zukommen.

Achtung: Haben Sie bereits ein prall gefülltes Punktekonto in Flensburg, könnte eine Überziehung der TÜV-Frist im ungünstigsten Fall also sogar zum Führerscheinverlust führen.

Fristüberschreitung – womit Sie noch rechnen müssen

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Daneben kommen auf den Fahrzeughalter bei Überschreitung der Frist zudem die Kosten einer sogenannten vertiefen HU zu. Dabei wird beim Fahrzeug eine noch genauere Funktions- und Sicherheitsprüfung vorgenommen, so werden etwa Bremsschläuche zusätzlich durch Dreh- und Knicktests geprüft. In diesem Fall steigen die TÜV-Kosten um circa 20 Prozent.

Bei abgelaufenem TÜV können Ihnen zudem Konsequenzen seitens Ihres Versicherers drohen. Nehmen Sie etwa – trotz abgelaufener TÜV-Plakette – am Straßenverkehr teil und sind in einen Unfall verwickelt, so kann Ihre Versicherung Regressansprüche gegenüber Ihnen erheben.

Tipp: Wird bei Anmeldung eines Gebrauchtwagens auf der Zulassungsstelle festgestellt, dass der TÜV abgelaufen ist, erhält der Halter eine vorläufige Zulassung, um das Fahrzeug zur HU vorzuführen. War das Fahrzeug für über 7 Jahre abgemeldet, sollten Sie unbedingt vorab mit der Zulassungsbehörde abklären, ob hier eventuell schon eine Vollabnahme notwendig ist.

Quellen:
https://www.autobild.de/artikel/hauptuntersuchung-kosten-960034.html
https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/anlage_viii.html
https://www.tuev-nord.de/de/privatkunden/verkehr/auto-motorrad-caravan/hauptuntersuchung/haeufig-gestellte-fragen-hauptuntersuchung/
https://www.tuv.com/germany/de/lp/mobilit%C3%A4t/
https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptuntersuchung#Frist%C3%BCberschreitung_zur_Hauptuntersuchung
https://de.wikipedia.org/wiki/Kfz-Kennzeichen_(Deutschland)#Pr%C3%BCfplaketten

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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Mirko Kreißig
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