Sekundenkleber entfernen: so lösen Sie Superkleber von Glas, Metall & Co

Sekundenkleber ist glasklar, praktisch und klebt „bombenfest“: wunderbar zum Basteln oder um Dinge zu reparieren. Geht jedoch mal was daneben, wird es kritisch. Keine Panik: Sekundenkleber zu entfernen ist zwar mühsam, aber in den meisten Fällen machbar. Tipps & Tricks.

Sekundenkleber

Der Stoff Cyanacrylat, aus dem Sekundenkleber besteht, reagiert sofort auf Luftfeuchtigkeit und wird deshalb innerhalb kürzester Zeit hart. Sekundenkleber ist lösungsmittelfrei und nicht giftig. Mit diesem Superkleber verbinden sich unterschiedliche Materialien schnell und dauerhaft: beispielsweise Metall, Holz, Glas, Stein, Keramik, Kunststoffe und Textilien – und, wenn Sie nicht aufpassen, auch Ihre Fingerkuppen. Im Eifer des Gefechts kann schnell einmal ein Tropfen an den Fingern hängen bleiben und zusammengeklebte Finger sind nicht lustig. Aber auch für dieses Malheur gibt es Abhilfe. Wirklich gefährlich kann Sekundenkleber in Kinderhänden werden.

Hinweis: Verwahren Sie das Sekundenkleberfläschchen niemals in Griffnähe Ihrer Kinder!

So rücken Sie Sekundenkleber zu Leibe

Für die Entfernung von Sekundenkleber gibt es kein allgemein wirksames Rezept. Ist Ihnen Sekundenkleber danebengegangen, sollten Sie umgehend handeln. Bereits nach zwei Stunden ist der Klebstoff ausgehärtet. Je mehr Zeit vergeht, umso mühsamer gestaltet sich dementsprechend das Entfernen. Entscheidend für die Herangehensweise ist die Beschaffenheit des Untergrundes.

  • Bei Kälte zieht sich Sekundenkleber zusammen und platzt ab bzw. lässt sich vom Untergrund abheben.
  • Hitze weicht das Material auf. Der Klebstoff lässt sich mechanisch entfernen. Heißluftpistole oder Heißluftföhn tun hier gute Dienste.
  • Mit Aceton oder Nagellackentferner lösen Sie die Kleberrückstände an.
  • Die Behandlung mit Kriechöl (sonst z. B. zum Ölen von Türscharnieren) oder Pflanzenöl ist eine weitere Alternative.
  • Heißes Wasser mit Spülmittel oder Seifenlauge weicht das Material auf.

Tipp: Ist Ihnen Sekundenkleber irgendwohin geraten, wo er nichts zu suchen hat – handeln Sie sofort. Der Kleber lässt sich am besten entfernen, wenn er noch nicht vollständig ausgehärtet ist!

Sekundenkleber auf der Haut?

Gerät Ihnen Sekundenkleber auf die Haut, ist das zwar unangenehm, aber nicht besorgniserregend; Sekundenkleber ist nicht giftig und die Zellen der Haut erneuern sich permanent. Unternehmen Sie nichts, können Sie deshalb den Sekundenkleber nach einigen Tagen problemlos abrubbeln. Kleben jedoch beispielsweise Ihre Fingerkuppen zusammen, haben Sie diese Möglichkeiten, die ungewollte Verbindung zu beenden:

  • Cyanacrylat reagiert auf Feuchtigkeit. Wenn Sie die betroffenen Hautstellen in klares Wasser tauchen, wirkt das kontraproduktiv: Der Aushärtungsvorgang beschleunigt sich. Ist das warme Wasser jedoch mit Spülmittel oder Seife versetzt, sind Sie auf dem richtigen Weg. Weichen Sie die betroffenen Haustellen ein. Nach einiger Zeit quillt der Kleber auf und Sie können die Finger voneinander lösen. Die Kleberreste rubbeln Sie vorsichtig ab. Cremen Sie die betroffenen Stellen ein.
  • Weitere Optionen sind Aceton oder Nagellackentferner. Benetzen Sie ein weiches Tuch mit dem Lösungsmittel und weichen Sie den Kleber von den Rändern her auf. Bei dieser Methode brauchen Sie ebenfalls etwas Geduld. Aceton bekommen Sie in jeder Apotheke. Doch Vorsicht: Aceton ist giftig und trocknet die Haut stark aus. Arbeiten Sie am besten mit offenem Fenster. Haben Sie Nagellackentferner im Haus? Er löst den Kleber auch und ist schonender für die Haut. Spülen Sie die betroffenen Hautstellen nach dem Vorgang gründlich mit Wasser ab und pflegen Sie nach Abschluss der Prozedur die betroffenen Hautstellen mit Creme.
  • Sollte Ihnen Sekundenkleber in die Augen geraten, das Augenlid festkleben oder ist die Mundregion betroffen, sollten Sie zudem umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Sekundenkleber entfernen

Hinweis: Versuchen Sie nicht, Sekundenkleber auf der Haut mechanisch zu entfernen: Sie laufen Gefahr, die tieferen Hautschichten zu verletzen!

Rabiate Methoden für harte Untergründe

Sekundenkleberflecken auf glatten Flächen wie Metall, Glas oder polierten Steinfliesen können Sie mechanisch zu Leibe rücken. Setzen Sie dabei aber besser kein Messer ein: Sollten Sie abrutschen, können Sie sich übel verletzen. Ein Glasspachtel ist hier das Werkzeug der Stunde. Setzen Sie das Werkzeug flach am Rand an und ruckeln Sie den Kleber vorsichtig los. Doch Vorsicht! Bei zu starkem Druck können Kratzer oder Riefen auf dem Untergrund entstehen.

  • Alternativ können Sie Ihr Glück auch mit Lösungsmitteln versuchen: Geben Sie Aceton oder Nagellackentferner auf den Fleck. Der Vorgang dauert zwar länger, dafür entfällt die Verletzungsgefahr.
  • Bei relativ unempfindlichem Untergrund wie Steinfliesen, Glas oder Metall können Sie mithilfe einer Heißluftpistole oder einem Heißluftföhn den Sekundenkleber entfernen. Arbeiten Sie mit Hitzeschüben und setzen Sie am Rand an. So können Sie den Kleber schließlich meist leicht mit einem Spachtel abheben.
  • Bei glattem Untergrund können Sie auch einen handelsüblichen Sekundenkleberentferner einsetzen. Beachten Sie aber unbedingt die Gebrauchsanleitung.

Sekundenkleber auf Textilien

Ihnen ist Sekundenkleber auf Kleidungsstücke oder den Teppich getropft? Das ist besonders unangenehm, denn der Klebstoff verteilt sich blitzschnell zwischen den Fasern. Je nach Art des Stoffes haben Sie mehrere Möglichkeiten, dem Sekundenkleber beizukommen:

  • Verträgt der Stoff ein heißes Wasserbad, legen Sie das Textil für einige Zeit in etwa 80 ° C heißes Wasser, in das Sie zuvor Spülmittel oder Waschmittel gegeben haben. Der Kleber quillt auf und Sie können ihn mit einem Messerrücken mechanisch entfernen.
  • Kälte zieht den Kleber zusammen. Hier kommt Ihr Tiefkühler oder das Gefrierfach im Kühlschrank ins Spiel: Geben Sie das Kleidungsstück über Nacht in den Tiefkühler: Der Kleber wird spröde, platzt ab oder lässt sich abheben. Die Reste rubbeln Sie im Seifenwasser vorsichtig mit der Hand heraus.
  • Pflanzenöl oder Leichtöl eignen sich gut zum Entfernen von Sekundenkleber aus Textilien, die Sie nicht in heißem Seifenwasser einweichen können. Die Methode ist jedoch zeitintensiv. Massieren Sie das Öl in den Stoff ein. Lassen Sie den Stoff einige Zeit ruhen, dann versuchen Sie, den Kleber mit dem Messerrücken abzulösen. Die Kleberreste zwischen den Fasern entfernen Sie am besten durch kräftiges Rubbeln in Seifenlauge. Ggfs. müssen Sie die Prozedur wiederholen.
  • Nagellackentferner oder Aceton leisten auch bei Textilien gute Dienste. Versuchen Sie aber zuvor an einer unauffälligen Stelle, ob sich Farb- oder Materialveränderungen zeigen. Stecken Sie das Textil nach Abschluss der Behandlung in die Waschmaschine.
  • Handelt es sich um einen wertvollen Stoff oder um Ihre Lieblingsbluse, ist das gute Stück in der Hand von Reinigungsfachleuten besser aufgehoben. Das gilt auch für Teppiche oder Polstermöbel. Allerdings ist so eine Spezialreinigung meist kostenintensiv.

Sekundenkleber auf Kunststoff und Holz

Mit Lösungsmitteln wie Aceton kommen Sie auf Holz, Lack- oder Kunststoffoberflächen nicht weiter. Die Lösungsmittel greifen nicht nur den Sekundenkleber, sondern auch die Oberflächen an. Auch rabiate mechanische Methoden hinterlassen hässliche Spuren. Bei Lack und Kunststoffuntergründen können Sie mit Öl arbeiten. Das Öl weicht den Kleber auf und Sie können ihn abheben. Besteht der Untergrund aus naturbelassenem Holz, bleibt hingegen nur die Seifenwassermethode.

Quellen:
https://www.talu.de/sekundenkleber-entfernen/
http://www.flecken-entfernen.net/sekundenkleber-entfernen/

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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