Schufa-Eintrag löschen lassen – so gelingt es + kostenloser Musterbrief

Daten von Auskunfteien wie der Schufa können unvollständig oder fehlerhaft sein. Solche Fehler können die Kreditwürdigkeit in Zweifel ziehen. Deshalb sollte eine fehlerhafte Selbstauskunft berichtigt werden. Wie Sie einen Schufa-Eintrag löschen lassen, mehr dazu hier.

Schufa-Eintrag Formular

Auskunfteien wie die Schufa – die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – sammeln finanzielle Daten von Verbrauchern mit dem Ziel, die Bonität zu bewerten. Tatsächlich sind die gespeicherten Daten bei jedem vierten Verbraucher fehlerhaft.

Derartige Fehler bereiten vor allem dann Ärger, wenn der Schufa-Eintrag beziehungsweise die Bonitätsauskunft die Grundlage für die Bewilligung eines Kredits oder für eine Vertragsunterzeichnung, beispielsweise einen Mietvertrag, ist. Denn ein negativer Schufa-Eintrag verschlechtert den sogenannten Scorewert, der die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls prognostiziert. Je höher der Scorewert ist, umso höher ist die für den jeweiligen Verbraucher berechnete Rückzahlungswahrscheinlichkeit. Auf diese Weise sichern sich Unternehmen gegen kreditorische Risiken ab.

Der negative Schufa-Eintrag

Beispiele für einen negativen Schufa-Eintrag sind

  • ein Zahlungsverzug bei verspäteten Zahlungen für einen Ratenkredit oder
  • ein Zahlungsausfall, wenn Ratenzahlungen nicht geleistet wurden.

Als negativer Schufa-Eintrag vermerkt wird außerdem

  • die Aufforderung zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung,
  • ein auf ein gerichtliches Mahnverfahren folgender Vollstreckungsbescheid,
  • ein seitens der Hausbank gekündigter Kredit,
  • Privatinsolvenzen und
  • die Restschuldbefreiung

Tipp: Die Restschuldbefreiung und Privatinsolvenzen werden öffentlich bekannt gegeben. In der Schufa-Auskunft vermerkt wird bereits die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, während bei der Restschuldbefreiung die Nicht-Erteilung und die Erteilung gespeichert werden.

Gesetzliche Speicherfristen: Das automatische Löschen von Daten

Es gibt gesetzliche Speicherfristen, an die sich Verbraucher halten müssen, sodass ein Negativmerkmal nicht vorzeitig gelöscht werden darf. Nach § 35 Abs. 2 S. 2 Nr. 4 BDSG  handelt es sich regelmäßig um eine Speicherdauer von drei Jahren. Das bedeutet, dass eine Forderung, zum Beispiel ein abbezahlter Kredit, nicht automatisch aus dem Datenbestand der Auskunftei verschwindet, wenn sie beglichen wurde. Gleiches gilt für Daten aus Schuldnerverzeichnissen bei Amtsgerichten, zum Beispiel für eine eidesstattliche Versicherung. Auch Forderungen nach Erledigung oder andere bereits erledigte Merkmale werden bis zum Ende der gesetzlich vorgesehenen Frist gespeichert.

Der Löschungszeitpunkt: Von der Kreditanfrage bis zur Restschuldbefreiung

  • Informationen über Kredite: Drei Jahre nach Rückzahlung des Kredits
  • Der Löschungszeitpunkt für Informationen über Giro- und Kreditkartenkonten: Sobald die Schufa über die Auflösung des Kontos benachrichtigt wird
  • Kreditkartenanfragen: Zwölf Monate nach der Anfrage
  • Anfragen wegen Kreditkonditionen: Zwölf Monate nach der Anfrage
  • Falsche Anfragen, sofern sie unstrittig sind: Jederzeit
  • Restschuldbefreiung: Drei Jahre zum Jahresende

Negativer Schufa-Eintrag: Wann eine vorzeitige Löschung möglich ist

Unter bestimmten Voraussetzungen können Verbraucher eine Forderung löschen lassen, bevor die gesetzliche Frist abgelaufen ist. Treffen die Voraussetzungen zu, wird die Forderung vorzeitig aus dem Datenbestand gelöscht.

Seit 2012 haben Verbraucher die Möglichkeit, einen negativen Schufa-Eintrag zu einem früheren Zeitpunkt löschen lassen, ohne dass Kosten entstehen, sofern es sich um kleinere Beträge handelt und die nachfolgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1. Die Forderung wurde der Auskunftei erstmalig nach dem 1. Juli 2012 schriftlich mitgeteilt.
  2. Der Forderungsbetrag liegt unter 2.000 Euro.
  3. Die Forderung wurde nach dem Schufa-Eintrag und nachdem sie vom Gläubiger als beglichen mitgeteilt wurde, innerhalb von sechs Wochen bezahlt.
  4. Es liegt keine titulierte Forderung vor, also eine Forderung, die auf einem rechtmäßigen Urteil basiert, zum Beispiel ein Vollstreckungsbescheid.

Auch bei eidesstattlichen Versicherungen können Sie ein vorzeitiges Löschen beantragen. Dafür ist eine Bestätigung des Gläubigers erforderlich, die beweist, dass die Forderung beglichen wurde. Sie wird dem zuständigen Amtsgericht vorgelegt, das der Schufa die Änderung mitteilt.

Tipp: Die Löschung kann durch einen sogenannten Löschungsbescheid beschleunigt werden, den das Amtsgericht oder das zentrale Vollstreckungsgericht ausstellt und der per Kopie auf dem Postweg an die Schufa geschickt wird.

Typische Fehler bei der Schufa und anderen Auskunfteien

Zu den typischen Fehlern, die auftreten können, gehören unter anderem diese:

  • Ein bereits getilgter Kredit wird nicht rechtzeitig gelöscht.
  • Eine bereits beglichene Forderung wird nicht als Erledigung bezeichnet.
  • Forderungen sind der Höhe nach fehlerhaft benannt.
  • Zahlungen werden zu Unrecht als verspätet in der Auskunftei geführt.
  • Persönliche Daten sind nicht oder fehlerhaft eingetragen.

Notwendige Voraussetzung, um einen Fehler zu finden und einen Schufa-Eintrag löschen zu lassen, ist eine genaue Kenntnis über alle Schufa-Einträge.

Ehepaar mit Schulden

Tipp: Einmal im Jahr haben Verbraucher Anspruch auf eine Schufa-Auskunft, ohne dass Kosten entstehen. Dies geschieht telefonisch, online oder auf dem Postweg, wobei jede weitere Auskunft mit Kosten verbunden ist. Das gilt übrigens nicht nur gegenüber der Schufa, sondern auch gegenüber anderen wichtigen Auskunfteien wie Bürgel, Infoscore, Boniversum und Deltavista.

Sind persönliche Daten falsch oder nicht mehr aktuell, sind Auskunfteien wie die Schufa nach § 35 Abs. 1 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) dazu verpflichtet, sie zu berichtigen oder zu löschen. Verantwortlich für fehlerhafte Datenbestände sind häufig Unternehmen, die die Daten an die Schufa weitergegeben haben. Hat der Kunde bezahlt oder einen Vertrag gekündigt, sind Unternehmen nach § 28a Abs. 3 BDSG verpflichtet, diesen neuen Sachverhalt innerhalb eines Monats der Schufa mitzuteilen. Das gilt auch für positive Daten, die aktualisiert werden müssen, zum Beispiel mit dem Vermerk der Erledigung. Diesen Zusatz gibt es nicht bei Krediten, da sich die Erledigung aus den Vertragsdaten selbst ergibt.

Schufa-Eintrag löschen lassen – den Antrag richtig formulieren

Ist ein Eintrag fehlerhaft, können Sie seine Löschung beantragen. Wer nachvollziehbar und mit Beweisen darlegen kann, dass und warum ein bestimmter Eintrag oder mehrere Einträge fehlerhaft sind, darf mit einer zeitnahen Berichtigung der Daten rechnen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es sinnvoll, sich jeweils schriftlich an den Vertragspartner und an die Schufa zu wenden.

Musterschreiben

Das Musterschreiben können Sie kostenfrei zu Ihrer Verwendung downloaden. Bitte ergänzen Sie die Stellen im Text, die Kursiv dargestellt sind. Tragen Sie zudem Ihre Adresse und die des Vertragspartners ein.

Download für Musterbrief

Quellen:
https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__28a.html
https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__35.html

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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