Kochsalzlösung einfach selber herstellen: Anleitung und Anwendung

Wer kennt sie nicht? Omas berühmte Hausapotheke. Ein prall gefülltes Sammelsurium gegen jedwede Beschwerden. Gerade in der Erkältungszeit schwören viele ‚Patienten‘ auf Zwiebelsaft, Hühnersuppe und Co. Auch die (Koch)Salzlösung gehört zu diesen bewährten Naturheilmitteln. Lesen Sie hier, warum das so ist.

Kochsalzlösung-Zutaten

Ein Blick auf den Begriff offenbart uns auch schon die Antwort. Denn es ist das SALZ, ein Nährstoff von nicht zu unterschätzender Bedeutung für den menschlichen Organismus, der sie zu solch einer beliebten Anwendung macht. Früher fuhren die Menschen oft an die Küste, um dort sich und Ihre Atemwege mit Hilfe der salzigen Seeluft kurieren zu lassen. Mit der Zubereitung einer Salzlösung kann man sich nun schnell und problemlos einen ähnlichen Effekt in die eigenen vier Wände holen.

Salz – Ein kostbares Gut für Mensch und Medizin

Salz oder Natriumchlorid (NaCl) erfüllt zunächst einmal zahlreiche wichtige Aufgaben im menschlichen Körper:

  • Kontrolle des Wasserhaushalts
  • Beteiligung am Knochenaufbau
  • Aktivierung von Stoffwechselvorgängen
  • Koordination der Reizübertragung von Muskel- und Nervenzellen
  • Chlorid ist Bestandteil der Magensäure und damit wichtig für Verdauung und Stoffwechsel

Kurzum: Salz ist unverzichtbar und überlebenswichtig. Aber nur in kleinen Dosen. Also bitte nicht nach dem Motto „viel hilft viel“ handeln und das Essen regelmäßig „übersalzen“, denn die Aufnahme von mehr als 5 Gramm Salz pro Tag über einen längeren Zeitraum erhöht nachweislich beispielsweise das Risiko für Gefäßerkrankungen.

Richtig angewendet jedoch hat der Einsatz von Salz in der Medizin eine lange Tradition. Auch bei der Herstellung der Kochsalzlösung gilt es die Dosierung zu beachten. Welches Salz Sie letztendlich für die Lösung verwenden, spielt prinzipiell keine Rolle. Ob teures Himalaya-Salz, Meersalz oder einfaches Speisesalz bleibt also Ihnen überlassen. Aus einem ökonomischen Blickwinkel macht Letzteres natürlich am meisten Sinn.

Tipp: Jodiertes Salz eignet sich nicht zum Inhalieren. Nutzen Sie für die häusliche, medizinische Anwendung also zusatzfreie, möglichst unbehandelte Salze.

Salzlösung herstellen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

So bereiten Sie eine Kochsalzlösung schnell und einfach in 3 Schritten zu:

  1. Kochen Sie zwischen 0,5 und 1 Liter Wasser ca. 3-5 Minuten ab, um Bakterien und Keime abzutöten.
  2. Wiegen Sie das Salz ab: Für 100 ml Wasser werden zwischen 0,3 (hypoton) und über 1 (hyperton) Gramm Salz verwendet. Dies spielt vor allem bei Nasenspülungen eine wichtige Rolle, aber dazu später mehr. Die am häufigsten angewandte, sogenannte isotonische Kochsalzlösung ist in ihrer Konzentration von 0,9 Gramm pro 100 ml Wasser identisch zum Mineralstoffgehalt des Blutes. Das heißt für 500 ml benötigen Sie 4,5, für 1 Liter 9 Gramm Salz. Ein Teelöffel Salz entspricht etwa 4 Gramm.
  3. Geben Sie das Salz ins Wasser und rühren Sie es solange ein, bis es sich vollständig aufgelöst hat.

Jetzt können Sie die Lösung je nach Beschwerde anwenden.

Die Kochsalzlösung zeichnet sich durch vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der (Haus)Medizin aus und hat sich zum Beispiel bei der Anwendung zur Linderung von Symptomen bei

  • Erkältung, Schnupfen
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Bronchitis
  • Asthma
  • Lungenerkrankungen

bewährt.

Salzlösung anwenden – 3 Wege

Im Folgenden soll kurz auf die verbreitetsten Anwendungsarten für Kochsalzlösungen im Hausgebrauch eingegangen werden:

1. Inhalieren zur Beruhigung der Nasenschleimhaut und Befreiung der Atemwege

  • Geben Sie die heiße Flüssigkeit in ein dafür geeignetes Gefäß und halten Sie Ihren Kopf darüber.
  • Atmen Sie ruhig und gleichmäßig den Wasserdampf durch Nase/Mund ein und wieder aus.
  • Wiederholen Sie den Vorgang bei akuten Beschwerden bis zu 3-mal am Tag für maximal 10 Minuten.

Tipp: Um die Wirkung zu verstärken, decken Sie Kopf und Schüssel mit einem Handtuch ab.

2. Gurgeln zur Desinfektion und Beruhigung des Rachenraumes

  • Warten Sie, bis sich die Lösung etwas abgekühlt hat.
  • Auch höhere Salzkonzentration kein Problem.
  • Gurgeln Sie möglichst weit hinten im Rachen.
  • Es empfiehlt sich alle 2-3 Stunden für 1-2 Minuten mit der Salzlösung zu gurgeln.
  • Wiederholen Sie den Vorgang ca. 5- bis 6-mal pro Tag bis Besserung eintritt.
  • Schlucken Sie die Salzlösung nicht. Sie ist ungefährlich, schmeckt aber unangenehm.

3. Nasenspülungen zur Beruhigung, Befeuchtung und Reinigung der Nebenhöhlen

  • Füllen Sie die leicht abgekühlte Lösung in ein dafür vorgesehenes Gefäß, zum Beispiel eine Nasendusche, ein Spülkännchen oder eine Pipette.
  • Beugen Sie sich über das Waschbecken und setzen Sie das Hilfsmittel an ein Nasenloch an.
  • Lassen Sie die Lösung bei geöffnetem Mund nun durch ein Nasenloch ein- und durch das andere wieder herausfließen.
  • Wiederholen Sie den Vorgang zweimal für jedes Nasenloch. Bei Bedarf mehrmals täglich.
  • Atmen Sie danach kurz und kräftig durch die Nase aus.
  • Bei chronischen Erkrankungen der Nasennebenhöhlen Einsatz hypotonischer Lösungen mit niedrigerer Konzentration von 0,3-0,6 Gramm pro 100 ml.
  • In akuten Fällen finden auch höher prozentige, hypertone Lösungen mit einem Salzgehalt von 2-3,5 Gramm pro 100 ml Anwendung.
    • Nachteil: Wirkt unangenehm, brennend und austrocknend.
    • Aufgrund der erhöhten Konzentration nur verkürzte Anwendungszeit.

Quellen:

https://www.focus.de/gesundheit/praxistipps/kochsalzloesung-selber-machen-so-gehts_id_7817860.html
https://www.talu.de/kochsalzloesung-selber-machen/
https://de.wikipedia.org/wiki/Isotonische_Kochsalzl%C3%B6sung

 

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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Mirko Kreißig
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