In der Wohnung hallt es: 10 Ideen, die Raumakustik zu verbessern

Die Wohnung ist schön, aber in den Räumen hallt es? Das muss nicht so bleiben. Mit einigen Tricks gelingt es Ihnen, die Raumakustik gezielt zu verbessern. Hier erfahren Sie, wie es funktioniert und was Sie dazu brauchen.

Raumakustik verbessern

Wenn es laut in der Wohnung hallt, verlieren die Räume an Gemütlichkeit. Doch störender Hall lässt sich relativ einfach abstellen, wie Sie in diesem Ratgeber erfahren werden. Zuerst klären wir die Frage, warum Hall überhaupt entsteht und warum zwischen schallweichen und schallharten Oberflächen unterschieden werden muss. Anschließend lernen Sie geeignete Maßnahmen kennen, mit denen Sie Hall in Ihren Räumen ein Ende setzen. Leider geht es manchmal nicht ohne räumliche Veränderungen. Es ist jedoch möglich, diese unsichtbar zu gestalten oder als stilvolles Einrichtungselement zu integrieren, um dennoch die Raumakustik erfolgreich zu verbessern.

Hall: Was ist das eigentlich?

Bei Hall, auch Nachhall genannt, handelt es sich um „kontinuierliche Reflexionen von Schallwellen in einem geschlossenen Raum oder in einem natürlich begrenzten Bereich“ (Zitat Wikipedia). Das bedeutet, dass von Geräuschquellen ausgestoßene Geräusche sich mehrfach an Oberflächen reflektieren und durch den ganzen Raum hallen, bis sie sich abschwächen, irgendwann nicht mehr vom Menschen wahrgenommen werden können und schließlich versiegen.

Schallweiche und schallharte Flächen

Akustiker unterscheiden schallweiche und schallharte Oberflächen. Schallweiche Oberflächen nehmen Schall, der nichts anderes als eine sich wellenförmig ausbreitende Veränderung des Luftdrucks ist, teilweise auf. Das geschieht, indem die Energie des Schalls von der Oberfläche absorbiert wird, bis sie selbst zu schwingen beginnt. Der Schall schwächt sich an diesen Oberflächen ab. Umso rauer und poröser die Oberfläche, desto schallweicher ist sie. Demgegenüber stehen schallharte Oberflächen. Diese können von Schallwellen nicht zum Schwingen gebracht werden, weil sie fest sind. Stattdessen reflektieren sie den Schall. Umso glatter eine Oberfläche, desto schallhärter ist sie.

So verbessern Sie die Raumakustik

Leerer Raum

Das heißt, dass es vor allem eine Frage der vorhandenen Oberflächen in Räumen ist, ob es viel oder wenig in der Wohnung hallt. Ist ein Raum vollständig leer, herrscht in diesem Raum ein sehr starker Hall, weil der Schall sich immer wieder an den harten Wänden reflektiert. In einem wohnlich eingerichteten Wohnzimmer wird es demgegenüber nur wenig oder gar nicht hallen. Möchten Sie dem Hall in Ihrer Wohnung etwas entgegensetzen, statten Sie diese einfach mit mehr schallweichen Oberflächen aus. Ebenfalls nützlich, aber nicht ganz so effektiv, sind zudem unebene Flächen, die Schall stark brechen.

Wie Gegenstände des Alltags helfen

Viele Gegenstände des alltäglichen Wohnens helfen, die Raumakustik zu verbessern. Der Vorteil: Sie lassen sich meist problemlos in jede Wohnung integrieren und werden sowieso angeschafft.

1. Möbel

Ohne Möbel ist ein komfortables Wohnen kaum möglich, doch die Stücke sind auch in der Lage, Schall zu absorbieren. Für den maximalen Effekt sollten bestimmte Möbel bevorzugt eingesetzt werden. Polstermöbel gelten als ausgezeichneter Schallschlucker, da sie eine sehr faserige Oberfläche mitbringen, in der sich der Schall verfängt.

Tipp: Polstermöbel sollten glatten Ledermöbeln vorgezogen werden.

Verzichten Sie zudem auf Metallschränke und -regale. Auch Holz zählt zu den schallharten Oberflächen, sofern es in Möbeln verbaut ist. Daher sollten Sie geschlossene Holzmöbel (egal ob mit Holz- oder Glastüren) nur sparsam einsetzen.

2. Teppiche

Raumakustik verbessern - Teppich und Raufasertapete

Wer in der Wohnung großflächig Teppiche einsetzt, darf sich über eine wunderbare Raumakustik freuen. Dabei gilt: Umso flauschiger der Teppich, desto besser die Schallabsorption. Kuschelweiche Flokati- oder Hochflorteppiche sind einem flachen Flickenteppich vorzuziehen. Manche Teppiche eignen sich übrigens hervorragend zur Dekoration an der Wand. Darunter fallen teure Perserteppiche mit orientalischen Ornamenten genauso wie selbst geknüpfte Webteppiche. Mit einer geeigneten Aufhängung verströmen diese Teppiche Stil und Geschmack in besonderen Wohnräumen.

Mögliche Ideen zum Aufhängen sind:

  • Holzrahmen aus vier Holzleisten zimmern und Teppich einspannen
  • Rahmen aus einem langen, stabilen Stoffband anfertigen und Teppich mit einer Kordel befestigen
  • Teppich an Gardinenstange mit (selbst genähten) Schlaufen hängen
  • sehr leichte Teppiche mit Klettband direkt an der Wand fixieren

3. Gardinen und Vorhänge

Gardinen passen gut an das Fenster, Vorhänge machen sich auch als dekorative Wandverkleidung gut. Um möglichst viel Schall zu schlucken, sollten Sie für Vorhänge dicke, strukturierte Stoffe nutzen. Außerdem ist es hilfreich, wenn Gardinen und Vorhänge nicht glatt von der Decke hängen, sondern viele schöne und gleichmäßige Wellen werfen. Übrigens: Schon ein einzelner Vorhang an der richtigen Stelle kann hoch effektiv sein.

Tipp: Im Heimkino sollten nicht zu viele Vorhänge aufgehängt werden, da sie sonst das Klangbild zu stark manipulieren. Für ein optimales Klangerlebnis lohnt es sich, ein umfassendes Heimkino-Konzept zu erstellen.

4. Raufasertapeten

Der Effekt ist zwar nur minimal, aber im Gegensatz zu glatten Wänden bieten Raufasertapeten ebenfalls ein gewisses Potential, die Raumakustik zu verbessern. Das geschieht durch eine leichte Brechung der Schallwellen. Zusätzlicher Vorteil: Mit Raufasertapeten sehen die Wände gleich viel gemütlicher und wohnlicher aus. Etwas mehr Effektivität versprechen übrigens spezielle Schallschutztapeten.

5. Weitere Alltagslösungen für Schallabsorption in der Wohnung

Raumakustik verbessern durch Zimmerpflanzen

  • große, blätterreiche Pflanzen
  • große Lampen mit ausgefallener Struktur
  • Bücherwände und -regale
  • mit Kleidung behangene Kleiderstangen und Garderoben
  • offene, mit Textilien befüllte Schränke
  • abwechslungsreiche Dekoration auf Schränken und Fensterbänken
  • Kissen

Spezielle Schallabsorber

Diese Methoden sind speziell dafür konzipiert, in Räumen Schall zu dämpfen und die Raumakustik zu verbessern. Ihr Einsatz sollte sparsam erfolgen, denn es ist möglich, mit ihnen den Raum zu überdämpfen. Dadurch kann das Wohlbefinden im Raum stark beeinträchtigt werden.

Tipp: Um die Akustik in der Wohnung optimal zu gestalten, sollten Schallabsorber möglichst nahe an den Stellen angebracht werden, von denen sich der Schall typischerweise ausbreitet, also zum Beispiel in der Umgebung von Lautsprechern.

6. Schallabsorber aus Holz

Unter dem ersten Punkt werden Holzmöbel als schallharte Oberflächen beschrieben. Wie kommt es dazu, dass wir sie nun hier als Schallabsorber vorstellen? Der Clou: Eine Holzplatte muss folgende Eigenschaften erfüllen, um als Schallabsorber zu wirken:

  • Platte muss frei schwingen können, um die Schallenergie umzusetzen
  • sie sollte nah an einer Rückwand hängen, da der Raum zwischen Wand und Holzplatte wie eine „(Luft-)Feder“ wirkt
  • Platte darf aber auch nicht zu nah an der Rückwand hängen
  • Dämmstoffe im Hohlraum verbessern die Raumakustik weiter

Daneben können an Wänden und Decken befestigte, perforierte Holzplatten oder spezielle Holzpaneele als Schallabsorber dienen. Damit lassen sich auch Möbel von außen verkleiden. Wichtig ist, dass sie möglichst viele Aussparungen aufweisen. Das erlaubt Ihnen übrigens eine Vielzahl von Design-Möglichkeiten.

Tipp: Mit einer dekorativen Holzplatte, einem Bleistift und einer Bohrmaschine können Sie Ihr eigenes Design umsetzen, wenn Sie kreativ und handwerklich begabt sind.

7. Schallabsorbierende Deckenkonstruktionen

Akustik-Deckensegel zur Verbesserung der Raumakustik

Deckenplatten, Deckensegel und hängende Akustikpaneele befestigen Sie an der Decke, um die Raumakustik zu verbessern. Manchmal sind sie dazu schon ab Werk mit praktischen Klebestreifen versehen. Die Befestigung an der Decke hat den Vorteil, dass sie keine Wandflächen in Anspruch nehmen, die Sie auch ansprechend mit Bildern gestalten könnten. Die Konstruktionen sind oft sehr einfach gehalten und kommen ohne besondere Designs aus.

Weitere wichtige Eigenschaften:

  • niedriges Gewicht
  • schwer entflammbar
  • frei von Vergilbungen
  • kostengünstig

8. Moosbilder

Frischgrüne Moosbilder sind ein echter Hingucker. Dabei handelt es sich zwar um echtes Moos, dieses ist jedoch dauerhaft konserviert. Sie müssen sich also nicht mit dem Bewässern der Pflanzen beschäftigen, sondern können sich permanent über nicht-hallende Räume und eine fantastische Optik freuen. Dabei sind die Bilder in der Regel pflegeleicht und nicht-entflammbar. Das hat natürlich seinen Preis.

9. Akustikwürfel

Raumakustik verbessern durch Schaumstoff

Wer gern mit geometrischen Figuren spielt, wird die Akustikwürfel lieben. Sie bestehen aus Schaumstoff, der sich perfekt zur Schallabsorption eignet. Akustikwürfel lassen sich im Raum aufhängen oder aufstellen – natürlich möglichst dort, wo sie am effizientesten Schall schlucken. Da sie in zahlreichen Farben und in weiteren Formen (z.B. als Kegel) erhältlich sind, handelt es sich auch um ein interessantes Gestaltungselement für die Wohnung. Da die Würfel in der Regel mit einem waschbaren Bezug bezogen sind, müssen Sie sich auch keine Gedanken über die Hygiene machen.

10. Akustikbilder

Bei Akustikbildern handelt es sich um Schallschutzelemente, die mit Illustrationen versehen sind. Die Absorber, die in der Regel aus Schaumstoff bestehen, werden hinter attraktiven Bildern versteckt, sodass sie im Raum kaum auffallen und trotzdem die Akustik verbessern. Bei diversen Internetanbietern von Akustikbildern ist es übrigens möglich, eigene Fotos hochzuladen. Die Bilder werden schließlich in passender Größe zu Ihnen nach Hause geliefert.

Quellen:
http://www.techniklexikon.net/d/schallhart/schallhart.htm
http://www.eggenschwiler.arch.ethz.ch/vortrag6.pdf
https://www.bautipps.de/ratgeber-innenausbau/der-weg-zur-optimalen-raumakustik
https://www.renovieren.de/ratgeber-innenausbau/schallschlucker
https://www.heimkino-praxis.com/nachhall-reduzieren/

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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Mirko Kreißig
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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