Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren: so geht’s!

Erstaunte Gesichter: Ist das die neue Kaffeesahne? Nein, natürlich nicht! Aber es geht tatsächlich, Muttermilch im Kühlschrank aufzubewahren. Was Sie dabei beachten sollten, erklären wir im folgenden Beitrag.

Muttermilch im Kühlschrank

Inzwischen hat der Gesetzgeber verfügt, dass auf allen Lebensmitteln Angaben über die inhaltliche Zusammensetzung stehen. Die wenigstens Mütter wissen allerdings über die Zusammensetzung der Muttermilch Bescheid.

Der interessanteste „Saft“ der Welt

Dabei ist die Muttermilch der „Goldstandard“ für die Ernährung eines Babys bis zum vollendeten 6. Lebensmonat und darüber hinaus! Baby wird von einem einzigen Lebensmittel, das alle wichtigen Bestandteile für gesundes Wachstum und Entwicklung enthält, ernährt. Muttermilch verfügt über mehr als 1000 Inhaltsstoffe, die in ihrer Wirkung und Wechselwirkung längst noch nicht alle erforscht sind. Frische Muttermilch, original aus der Quelle, ist natürlich für Baby das Beste, was es gibt, aber manchmal ist die eben nicht zu bekommen…

Tipps zum Aufbewahren

Was hat das mit unserem Thema zu tun?

Merke: Die Art der Aufbewahrung und die Temperatur der Muttermilch beeinflussen ihre Qualität!

Vorbereitung

  • Hände gründlich waschen, bevor mit Muttermilch gearbeitet wird
  • Achte auf absolute Sauberkeit im Kühlschrank, der nur Lebensmittel lagert!
  • „Normale“ Säuberung im Geschirrspüler oder per Hand mit Spülmittel genügt, nachspülen mit klarem Wasser, austrocknen und mit sauberem Tuch abdecken oder bereits geschlossen im Kühlschrank aufbewahren
  • Chemische Desinfektion von Flaschen nach Möglichkeit vermeiden, falls doch mit destilliertem Wasser nachspülen und austrocknen

Utensilien: Glas oder Plaste

  • Glasflaschen geben keine chemischen Substanzen in die Muttermilch ab, besitzen allerdings den Nachteil, dass sie zerbrechen oder splittern können
  • Plastikflaschen sondern verschiedene chemische Substanzen in die Muttermilch ab, Plastikbeutel verändern die Inhaltsstoffe der Muttermilch, sind nicht steril und werden leicht undicht
  • Immunglobuline (Abwehrstoffe in der Muttermilch) bleiben an der Innenwand der Plasteflasche haften und gehen damit dem Baby verloren

Schritt für Schritt

  • Befülle die saubere, gekühlte Flasche bis ca. 2cm vor dem Rand und verschließe sie. Falls die Milch eingefroren werden soll, benötigt sie diesen Raum zur Ausdehnung.
  • Datum und Uhrzeit (Morgenmilch enthält „Muntermacher“ und ist deshalb für die abendliche Fütterung nicht besonders geeignet!) auf der Flasche nicht vergessen!
  • Kühlschranktüren eignen sich nicht für die Aufbewahrung von Milchflaschen, weil der Kühleffekt nicht stark genug ist
  • Frische Muttermilch wird bei 4-7°C im Kühlschrank gekühlt und innerhalb von vier Tagen aufgebraucht
  • Optimale Aufbewahrung der Muttermilch im Kühlschrank
    • bei 4°C: 4 Tage
    • bei sehr sauberen Bedingungen bis 8 Tage akzeptabel
  • Reste aus der Muttermilch-Mahlzeit werden verworfen oder bis zur nächsten Mahlzeit im Kühlschrank aufbewahrt, wenn die Pause nicht länger als vier Stunden beträgt
    Nun sollten alle Unklarheiten beseitigt sein, und wir wünschen Ihnen eine kontinuierliche Energieversorgung!

Quellen:
Praxisbuch: Besondere Stillsituationen, DHV-Expertinnenwissen, Hippokrates, 2012
Aufzeichnungen aus der Weiterbildung zur Still- und Laktationsberaterin

Edeltraut Hertel
Hier schreibt Hebamme
Edeltraut Hertel ist Diplom-Medizin-Pädagogin, Hebamme und Krankenschwester. Sie arbeitete im In- und Ausland (8 Jahre Tansania, Katastropheneinsätze in Mazadonien, Sudan und Eritrea), und war fast 15 Jahre als freiberufliche Hebamme in Glauchau und Umgebung tätig. Von 2012 bis 2017 unterrichtete sie an der Med. Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Seit Sept. 2017 erfreut sie sich an ihrem Ruhestand, gibt aber gern aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz an Wissensdurstige weiter.
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Edeltraut Hertel
Edeltraut Hertel ist Diplom-Medizin-Pädagogin, Hebamme und Krankenschwester. Sie arbeitete im In- und Ausland (8 Jahre Tansania, Katastropheneinsätze in Mazadonien, Sudan und Eritrea), und war fast 15 Jahre als freiberufliche Hebamme in Glauchau und Umgebung tätig. Von 2012 bis 2017 unterrichtete sie an der Med. Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Seit Sept. 2017 erfreut sie sich an ihrem Ruhestand, gibt aber gern aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz an Wissensdurstige weiter.
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