Mineralwasser, Tafelwasser oder Quellwasser? Unterschiede erklärt

Mineralwasser, Tafelwasser oder Quellwasser? Wer einen Kasten Wasser kaufen will, hat die Qual der Wahl. Den Durst löschen alle Sorten Wasser. Doch bei Herkunft, Preis und Inhaltsstoffen gibt es große Unterschiede. Welche das sind, erklärt Ihnen dieser Ratgeber.

Mineralwasser, Tafelwasser oder Quellwasser

Rund 151 Liter Wasser konsumiert jeder Deutsche im Jahr. Die meisten Bundesbürger löschen ihren Durst mit Mineralwasser – ob still, medium oder mit viel Kohlensäure ist dabei Geschmackssache. Zur Popularität des klaren Durstlöschers trägt bei, dass Deutschland mit über 500 amtlich anerkannten Sorten eine Mineralwasser-Vielfalt wie kaum ein anderes Land bietet. Doch Heil-, Tafel-, Quellwasser gewinnen in den letzten Jahren an Popularität. Die verschiedenen Wasserarten bieten durch ihre unterschiedliche Zusammensetzung individuelle Vorteile und Nachteile.

Mineralwasser

Mineralwasser hat seinen Ursprung in natürlichen Wasserreservoirs. Oft liegen die Quellen in bergigen Regionen wie dem Allgäu oder der Eifel. Damit ein Unternehmen Mineralwasser abfüllen und verkaufen darf, benötigt es eine amtliche Genehmigung. Außerdem sind regelmäßige Kontrollen sowie die konsequente Einhaltung der Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) erforderlich. Nur unter diesen Voraussetzungen darf der Hersteller sein Produkt „Natürliches Mineralwasser“ nennen.

Eine der Auflagen ist, dass Mineralwasser nur am Quellort abgefüllt werden darf. Das soll Verunreinigungen des Naturprodukts verhindern. Zudem sind bei Mineralwasser – anders als bei anderen Wässern – nur wenige Behandlungsschritte erlaubt. Unter anderem dürfen die Hersteller zur Verbesserung von Geschmack und Optik Eisen und Schwefel abtrennen. Außerdem ist es ihnen gestattet, den Gehalt an Kohlensäure zu reduzieren oder zu erhöhen.

Ebenfalls erforderlich ist ein gewisser Mindestgehalt an Mineralstoffen. Diese müssen bei Mineralwasser natürlichen Ursprungs sein (aus dem Gestein tiefer Erdschichten gelöst) und dürfen nicht nachträglich zugesetzt werden. Die drei Haupt-Mineralien sind

  • Magnesium
  • Calcium und
  • Natrium.

Durch die überall unterschiedliche Bodenbeschaffenheit ist die genaue Zusammensetzung der Mineralstoffe bei jedem Mineralwasser anders. Ab 50 mg Magnesium pro Liter darf sich Mineralwasser als „magnesiumhaltig“ bezeichnen. Ab 150 mg Calcium gilt es als „calciumhaltig“ und ab 200 mg Natrium als „natriumhaltig“.

Quellwasser

Quellwasser muss die Kriterien erfüllen, die hierzulande an Trinkwasser gestellt werden. Dazu gehört unter anderem, dass das Wasser nicht verunreinigt ist. Quellwasser enthält bestimmte Mineralien. Im Gegensatz zum Mineralwasser muss es jedoch keinen Mindestgehalt an Mineralstoffen aufweisen. Ein Nachweis ernährungsphysiologischer Wirkungen ist zwar möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Eine amtliche Anerkennung eines Wassers als Quellwasser findet nicht statt. Es muss jedoch wie Mineralwasser direkt am Quellort abgefüllt werden. Häufig erfolgt die Abfüllung in große Gefäße zur Verwendung des Quellwassers in Wasserspendern.

Laut der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung muss als Quellwasser bezeichnetes Wasser allerdings tatsächlich aus einer oder mehreren Quellen stammen. Hierbei handelt es sich um natürliche oder künstlich erschlossene unterirdische Wasservorkommen. Natürliche Quellen, bei denen das Wasser aufgrund des bestehenden Drucks der einzelnen Gesteinsschichten von selbst aus dem tiefen Boden sprudelt, heißen artesische Quellen. Das sogenannte artesische Wasser (auch lebendiges Wasser genannt), gilt als besonders rein und hochwertig. Im Gegensatz zu eher oberflächlich gewonnenen Wässern weist artesisches Wasser nur wenig Verunreinigungen durch Abwasser, Luft, Dünger und anderen Rückständen auf.

Tafelwasser

Einige Tafelwasser-Hersteller bewerben ihre Produkte als besonders hochwertig. Bei dem hochwertig klingenden Produkt handelt es sich allerdings nicht um ein natürliches Mineralwasser, sondern um ein Mischgetränk, das aus verschiedenen Wasserarten besteht. Erlaubt ist die Verwendung von

  • Trinkwasser,
  • Meerwasser,
  • natürlichem Mineralwasser und
  • natürlichem salzreichen Wasser (Natursole).

Häufig entnehmen Hersteller Wasser aus dem örtlichen Trinkwassernetz. Dabei entziehen sie dem Wasser zuerst sämtliche Inhaltsstoffe, damit der Geschmack des Endprodukts später nicht vom Abfüllort abhängig ist. Danach reichern sie das Tafelwasser wieder mit einer für das Produkt typischen Menge an Mineralstoffen an. In das Wasser dürfen nur Stoffe, die auch im Rahmen des Lebensmittelrechts erlaubt sind.
Auch wenn die Prozedur aufwendig klingt, handelt es sich bei Tafelwasser im Prinzip um nichts anderes als Leitungswasser mit Zusätzen. Ob diese Zusätze jedoch rechtfertigen, dass manche Sorten Tafelwasser sogar deutlich mehr kosten als Mineralwasser, ist fraglich.

Welches Wasser wozu verwenden?

Alle Wasserarten eignen sich grundsätzlich als gesunder Durstlöscher. Darüber hinaus lassen sie sich beispielsweise verwenden, um

  • Kaffee zu kochen,
  • Tee aufzubrühen oder
  • Speisen zuzubereiten.

Durch den Mineralstoffgehalt ist natürliches Mineralwasser außerdem das ideale Getränk für Sportler und Menschen mit stressigen oder körperlich fordernden Berufen.

Sportler trinken WasserDie Mineralstoffe Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium versorgen die Knochen, Nerven und Muskeln, helfen Muskelkrämpfen vorzubeugen und verbessern die Ausdauer.

Wie viel kostet ein gutes Mineral-, Quell- oder Tafelwasser?

Die Preise für Mineral-, Quell- und Tafelwasser schwanken erheblich. Während das günstigste Mineralwasser im Discounter für etwa 13 Cent pro Liter angeboten wird, sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt. Es gibt in Feinkostgeschäften Edelwässer für 10 bis 100 Euro pro Liter. Im normalen Einzelhandel kosten Wässer im oberen Preissegment bis zu 1 Euro pro Liter.

Auch wenn die Hersteller von teurem Wasser anderes behaupten, sind die Preise vor allem von der Marke abhängig und weniger von der Qualität des Wassers. Die Stiftung Warentest und andere Prüforganisationen bestätigen immer wieder, dass teures Wasser nicht zwangsläufig qualitativ hochwertig sein muss. Umgekehrt gibt es einige sehr gute Wässer zum günstigen Preis.

Tipp: Orientieren Sie sich bei der Auswahl eines Mineral-, Quell- oder Tafelwassers nicht nur am Preis, sondern an den Ergebnissen bekannter Prüforganisationen und natürlich an Ihrem eigenen Geschmack!

Quellen:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/definitionssache-mineral-tafel-heilwasser-wo-liegt-der-unterschied-1.632353
http://www.gesetze-im-internet.de/min_tafelwv/index.html
https://www.bzfe.de/forum/index.php/forum/showExpMessage/id/6627/page1/6/searchstring/+/forumId/7
https://www.swd-ag.de/magazin/wasser-als-luxusdrink/
https://st-leonhards-akademie.de/wp-content/uploads/2017/03/Lebendiges-Wasser-aus-arthesischen-Quellen-Koch-2-PM_11_2013.pdf

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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