Kann man Lavendel und Lavendelöl gegen Wespen einsetzen?

Die menschliche Nase nimmt Lavendel meist als wohlriechende Substanz wahr. Der Duft, auch in extrahiertem Lavendelöl, gefällt auch Bienen und Schmetterlingen. Mücken und Wespen hassen den Geruch und umgehen ihn bestmöglich. Diese Eigenschaft können Sie ausnutzen.

Lavendel gegen Wespen

Die Strauchpflanze strömt einen der bekanntesten und charakteristischsten Gerüche aus, den Sie meist sofort erkennen. Sie finden unter den über dreißig Arten unterschiedlich stark riechende Sorten. Die höchste geruchsbildende Konzentration der Inhaltsstoffe finden Sie in zwei Arten:

  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Breitblättriger Lavendel/Großer Speik (Lavandula latifolia)

Die Duftentwicklung der anderen Unterarten bleibt weit hinter diesen Duftkräutern zurück. Um Wespen wirksam abzuschrecken, wählen Sie diese Lavendelarten sowohl als Pflanze als auch im Lavendelöl. Kombinationen mit anderen Pflanzen oder Ölen erhöhen oder senken den Effekt. Die richtige Pflanze ist allein ausreichend wirksam.

Intensität und Wirksamkeit von Lavendelsorten

Wie wirksam die Pflanze und Lavendelöl vor der Annäherung und dem Besuch von Wespen schützt, hängt zuerst von der Art ab. Die Inhaltsstoffe in den breitblättrigen und echten Pflanzen reichen alleine aus, um Wespen fernzuhalten. Die nächstintensiveren Sorten erreichen kaum die Hälfte der Duftabsonderung. Sorgen Sie außerdem für ausreichende Duftentwicklung durch die Größe der Pflanze oder die Menge und Verbreitung von Lavendelöl. Die Wespen umfliegen die Gerüche. Wenn eine Art „imaginäre“ Mauer aus Lavendelduft entsteht, suchen sie sich andere Plätze.

Tipp: Beachten Sie beim Platzieren Ihrer „Duftschranken“ die Richtung von Luft- und Windzug. Die Duftwolken stellen das Hindernis für die Wespen dar.

Einsatz der Lavendel-Pflanze

Lavendel im Kübel als Wespenabwehr

Der genügsamen Pflanze müssen Sie nur wenig Aufmerksamkeit schenken. In einem gesunden Erdreich oder Topfboden mit einem pH-Wert um sieben muss sie nur mäßig feucht gehalten werden. Sie verzeiht Ihnen auch einmal einige trockene Tage. Staunässe mag sie nicht. Entweder schützen Sie Ihre Pflanzen durch Überdachung oder sorgen nach Regen für einen guten Wasserablauf.

Pflanzen Sie die strauchartigen Gewächse in Pflanztröge oder in Beete, die sich in der Nähe des Orts befinden, an dem Sie keine Wespen sehen möchten. Vereinfacht gesagt folgen Sie dem Prinzip „viel hilft viel“. Die lange Blütezeit von Mitte/Ende Mai bis in den August deckt genau den Zeitraum ab, an dem Wespenbesuch am häufigsten vorkommt.

Verwendung von Lavendelöl

Zeitlich vollkommen unabhängig macht Sie Lavendelöl. Es ist zudem sehr zielgerichtet einsetzbar. Entweder verbrennen Sie es in einer Duftlampe oder Sie nutzen es als Spray. Als Spray können Sie das Lavendelöl im Raum, auf Ihrer Haut und auf Oberflächen verteilen. Die höchste Konzentration aus Inhaltsstoffen erzielen Sie aus Öl, das Sie aus der breitblättrigen Pflanze gewinnen.

Fertiges pures Lavendelöl erhalten Sie in Apotheken, in Drogerien, auf Wochenmärkten und in Kräutergeschäften. Achten Sie auf die Ausgangssorte und den hundertprozentigen Reinheitsgrad. Einige Tropfen des Öls mischen sie durch Rühren mit Wasser und füllen es in eine Sprühflasche.

Tipp: Aus getrockneten Lavendelblüten stellen Sie Ihr Öl selber her. Weichen Sie in eine Flasche gefüllte Blüten zwei Wochen an einem dunklen Ort in Weißweinessig auf. Täglich Umrühren und am Ende durch ein Sieb in eine Sprühflasche füllen.

Kombination mit anderen Pflanzen und Stoffen

Lavendel in Kombination mit anderen Pflanzen als Wespenabwehr

Sie können im Beet, im Pflanztrog und in Ölform andere duftende Pflanzen und Ölauszüge kombinieren. Auf diese Weise weitet sich die Schutzwirkung auf Bienen und andere Insekten aus. Klassische Partner sind Gewürzkräuter, die Ihnen aus der Küche wohlbekannt sind:

  • Anis
  • Basilikum
  • Pfefferminz
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Zitronengras

Auch die ätherischen Öle des Eisenkrauts und der Geranien sind häufig verwendete Kombinationsmittel. Achten Sie darauf, dass die Inhaltsstoffe nicht mit „geruchslosen“ Streckmitteln, teils mit chemischen Zusätzen, verwässert sind. Wespen schrecken Sie am effektivsten ab, wenn Sie mehrere Pflanzen einzeln einsetzen. Sollten Sie die Pflanzungen in einem gemeinsamen Beet oder Trog vornehmen, achten Sie auf die Verträglichkeit der Gewächse untereinander. Der botanische Einzelgänger verträgt sich nur bei großzügigem Platzangebot mit einigen anderen Kräutern.

Tipp: Vor allem in gekauften Kombipräparaten ist die abschreckende Wirkung auf Wespen durch Verdünnung oft weniger wirksam.

Praktische Anwendung

Mit Lavendelöl besitzen Sie nicht nur einen vorbeugenden Schutz gegen Wespenbesuch. Sollte eine Wespe, vielleicht am Rand der Schutzzone, zugestochen haben, träufeln Sie einige Tropfen des Öls auf die Stichstelle. Es wirkt abschwellend und schmerzstillend. Von dem oft verbreiteten Tipp, Haustiere mit ätherischen Ölen einzureiben oder ihnen ein getränktes Halstuch umzubinden, sollten Sie allerdings Abstand nehmen. Der Geruchssinn wird stark irritiert und nicht wenige Tiere entwickeln allergische Reaktionen. Die Pflanze und ihr Öl sind ungiftig, können aber durch ätherische Eigenschaften Reizungen an Schleimhäuten und den Augen hervorrufen. Einige menschliche Allergien wie Heuschnupfen sprechen in manchen Fällen auf den Geruch der ätherischen Öle an.

Quellen:
https://www.gartendialog.de/gartengestaltung/kraeutergarten/kraeuter-passen-zusammen.html
https://www.hausgarten.net/garten-im-sommer/insektenabwehr/lavendel-gegen-wespen-und-zecken.html
https://www.lavendel.net/wirkung/nebenwirkungen/
https://www.lavendel-oel.de/
https://www.plantopedia.de/lavendel-lavendeloel-gegen-wespen/

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
×
Mirko Kreißig
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
Latest Posts
  • Kalenderblatt Oktober 2019
  • Kalenderblatt Änderungen ab September 2019
  • Sind Kakerlaken meldepflichtig
  • Mehl ist abgelaufen
Hinweise für Gesundheits- und Rechtsfragen
Wiado.de dient der allgemeinen Bildung und Information, nicht der Beratung bei gesundheitlichen und rechtlichen Anliegen. Konsultieren Sie hierzu bitte jeweils Ihren Arzt/Zahnarzt oder einen Rechtsanwalt/Steuerberater.