Knicklicht ausgelaufen: sind Knickstäbe giftig oder unbedenklich?

Ob als leicht zu transportierende Notbeleuchtung oder als modisches Accessoire, Knicklichter oder Leuchtstäbe erfreuen sich insbesondere beim jüngeren Teil der Bevölkerung zunehmender Beliebtheit. Ob sich für Kinder der Umgang mit dem empfindlichen Leuchtmittel allerdings wirklich empfiehlt, klärt dieser Artikel.

Knicklichter

Verwendung findet das Knicklicht zum Beispiel beim

  • Fischfang
  • Militär
  • Golfen

Daneben werden Leuchtstäbe heutzutage, etwa auf Kindergeburtstagen oder Partys, auch gerne aus Spaß wie ein Bonbon im Mund getragen. Nicht selten kommt es dabei vor, dass sie aus Versehen aufgebissen werden. Auch beim Spielen können sie schnell brechen und die Flüssigkeit auslaufen.

Funktionsweise der Knicklichter

Bei Knicklichtern handelt es sich um flexible Kunststoffstäbe. In diesen sind, in verschiedenen Kammern, Wasserperoxid und Oxalsäureester sowie chemische Farbstoffe enthalten. Wird der Stab nun geknickt, verbinden sich diese Flüssigkeiten und es kommt zur Chemolumineszenz. Als Reaktion leuchtet der Stab. Farbe und Leuchtdauer sind dabei von der Zusammensetzung des Knickstabinhalts abhängig.

Sind Knicklichter gefährlich – das sagen die Experten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist ausdrücklich darauf hin, dass Knicklichter „nichts für kleine Kinder“ sind. Dabei geht es jedoch weniger um die Gefahr des Verschluckens, denn die Stäbe sind unverdaulich und werden folglich ausgeschieden. Grund zur Sorge bereitet den Experten allerdings der chemische Inhalt.

Da es sich bei Leuchtstäben oft um Importprodukte handelt, ist in vielen Fällen der tatsächliche Hersteller unbekannt. Daneben liegen meist auch nur ungenaue Informationen zur tatsächlichen Zusammensetzung der enthaltenen Flüssigkeiten vor. Zwar tragen viele Leuchtstäbe mittlerweile die Aufschrift „non-toxic“, also ungiftig, trotzdem rät das BfR aber vorsorgehalber dazu, Knicklichter außerhalb der Reichweite von (Klein)Kindern aufzubewahren.

Daneben hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in einer schon etwas länger zurückliegenden Stichprobenuntersuchung festgestellt, dass in einigen Produkte ein auffallend hoher Di-n-butylphthalat (DBP) enthalten ist. Dieses gilt als schädlich für Wasserorganismen, sowie als fortpflanzungsgefährdend und fruchtschädigend.

Knicklicht ausgelaufen – Symptome

Knicklicht verschiedene Formen

In Leuchtstäben ist neben Wasserstoffperoxid auch Phenol (als Reaktionsprodukt) enthalten. Beide Flüssigkeiten wirken ätzend und sollten deshalb nicht geschluckt werden. Daneben ist auch Hautkontakt zu vermeiden. Falls doch, können dabei folgende Symptome auftreten:

  • Reizung der Mundschleimhaut
  • Übelkeit/Erbrechen (in Extremfällen)
  • Reizung der Haut

Knicklicht ausgelaufen – was tun

In jedem Fall empfiehlt es sich zur Absicherung den Kinderarzt zu konsultieren. Gerät die Flüssigkeit in die Augen, sollten diese umgehend mit Wasser gespült und anschließend ein Augenarzt aufgesucht werden.

Tipp: Auch ein Anruf bei einer der Giftnotrufzentralen kann hilfreich sein.

Außerdem besteht auch Explosionsgefahr, wenn ein Leuchtstab über einen längeren Zeitraum (zu) großer Hitze ausgesetzt wird. Abschließend ist obendrein noch anzumerken, dass auch die Herstellung der Knicklichter kritisch zu betrachten ist. Für ihre relativ kurze „Lebenserwartung“ wird dabei nämlich eine Vielzahl von Ressourcen, unter anderem für die Verpackung, mehr oder weniger verschwendet.

Ob nun tatsächlich giftig oder nicht, der Empfehlung des BfR kann man sich, auch vor diesem Hintergrund und insbesondere was Kleinkinder angeht, folglich bedenkenlos anschließen.

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtstab

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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Mirko Kreißig
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