Checkliste: Kliniktasche für die Geburt packen: das braucht man wirklich

Werdende Mütter planen die Geburt ihres Kindes im Optimalfall lange im Voraus. Darunter fällt auch das gewissenhafte Packen einer Kliniktasche, damit Mutter, Kind und gegebenenfalls der Begleiter mit allen wichtigen Utensilien versorgt sind. Wir haben für Sie eine vollständige Packliste.

Kliniktasche für die Geburt

Alle werdenden Mütter sollten rechtzeitig die Kliniktasche packen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie natürlich gebären oder einen Kaiserschnitt planen. Auch bei einer Hausgeburt sollte für den Notfall die Kliniktasche parat liegen. Möglicherweise müssen Sie doch ins Krankenhaus. Spiegel Online berichtete im Jahr 2012, dass „45 Prozent der Erstgebärenden“ und „neun bis 13 Prozent der Mehrgebärenden“ während einer außerklinischen Geburt doch noch in eine Klinik verlegt werden. Dasselbe gilt für das Geburtshaus. (Quelle: Spiegel Online: „Streit um Hausgeburten„)

Ausführliche Packliste mit zusätzlichen Tipps

In den vergangenen 9 Monaten sind Ihnen wahrscheinlich hunderte Fragen zur Geburt ihres Nachwuchses in den Kopf gekommen. Aber haben Sie auch schon an die Kliniktasche für den Aufenthalt im Krankenhaus gedacht? Da es kurz vor der Geburt meist sehr hektisch werden kann sollten Sie diese Tasche bereits einige Wochen zuvor packen und bereitstehen haben. Vielleicht entscheidet sich Ihr Baby auch dafür, zu einem früheren Termin das Licht der Welt zu erblicken. Damit Sie nichts vergessen und auch für einen längeren Aufenthalt gewappnet sind, haben wir für Sie eine Checkliste zusammengestellt, die Sie über den folgenden Button downloaden können.

Für die Mutter

Kleidung:

  • Bademantel oder weite, verschließbare Strick- oder Sweatjacke
    Wir empfehlen Ihnen einen Bademantel, damit Sie in ihm den Kreißsaal ohne großen Aufwand verlassen können. In manchen Kliniken befinden sich die Toiletten zum Beispiel außerhalb.
  • 2 Jogginganzüge oder andere bequeme Kleidungsstücke.
    Legen Sie hierfür am besten Ihre Umstandsmode aus dem 5. bis 6. Schwangerschaftsmonat zurück.
  • 4 oder mehr Nachthemden oder Schlafanzüge
    Diese sollten locker sitzen und sich zum Stillen öffnen lassen. Viele Mütter nehmen große Herrenhemden, weil sie durch die Knopfleiste das Stillen vereinfachen.
  • 1 bequemes Longshirt aus Baumwolle für die Geburt
    Achten Sie darauf, dass die Geburtskleidung schmutzig werden kann und kochbar sein sollte.
  • 1 oder 2 Paar rutschfeste, dicke Socken und einige Paar normale Socken
    Vielen Frauen hilft es durch die Wehenphase, wenn die Füße warm eingepackt sind.
  • Rutschfeste Hausschuhe
    Hier sollten Sie darauf achten, dass Ihnen die Schuhe auch mit angeschwollenen Füßen inklusive dicken Socken passen. Im Optimalfall lassen sie sich in der Größe verstellen. Außerdem ist es sinnvoll, dass sie abwasch- und desinfizierbar sind. Vielleicht möchten Sie die Schuhe auch in der Dusche tragen.

Tipp: Einige Mütter entsorgen die Hausschuhe nach dem Krankenhausaufenthalt, um das Risiko einer späteren Infektion mit multiresistenten Krankenhauskeimen zu minimieren.

Unterwäsche:

  • 2 bis 3 Still-BHs
    Die Empfehlung lautet, dass die BHs zwei Nummern größer als gewohnt ausfallen sollten.
  • Slips
    Achten Sie darauf, dass diese kochfest sein müssen. Nehmen Sie keine teuren Dessous, die Ihnen am Herzen liegen. Außerdem sollten Sie von Strings und anderen engen Höschen grundsätzlich absehen. Im Einzelhandel finden Sie zudem Einweg-Slips. Spezielle Wöchnerinnen-Slips sitzen bequem, lassen sich leicht anziehen und bieten großen Einlagen den nötigen Halt. Sie eignen sich auch für Mütter, die mit Kaiserschnitt entbinden, da sie atmungsaktiv sind.

Hygieneartikel:

  • Beutel für Schmutzwäsche
  • eventuell Einmalbinden für Wöchnerinnen
    Tampons sind für den Wochenfluss grundsätzlich ungeeignet, da sie die Infektionsgefahr erhöhen. Die Binden sind nicht nur nach vaginalen Geburten, sondern auch nach Kaiserschnitten notwendig. Die meisten Kliniken versorgen Sie für die Zeit des Aufenthalts mit ausreichenden Mengen an Binden. Fragen Sie am besten in Ihrer Klinik nach.
  • eine kleine Kanne oder einen sonstigen Behälter mit langem Auslauf
    Die Kanne dient der Wasserreinigung und der Schmerzlinderung während oder nach dem Toilettengang. Einzelne Geburtskliniken bieten diese Kännchen an, doch verlassen Sie sich nicht darauf.
  • Stilleinlagen
    Erhalten Sie unter Umständen auch in der Geburtsklinik, Sie sollten trotzdem ein oder zwei Packungen mitbringen.

Hygieneartikel

  • Duschgel, Shampoo und andere Artikel für die Dusche oder Badewanne
  • Handtücher und Waschlappen
    Diese werden meist nicht von den Kliniken gestellt.
  • Zahnbürste, -pasta und -seide
  • Feuchttücher, Einmal-Waschlappen oder Toilettenpapier
    Zumindest Toilettenpapier wird Ihnen auf jeder Station gestellt, doch vielleicht legen Sie Wert auf eine bestimmte Marke.
  • Abschminktücher
    Vor der Geburt werden Sie sich abschminken müssen, falls Sie geschminkt sind.
  • Lippenpflegestift oder -balsam
    Bei Geburten kann es zu ausgetrockneten Lippen kommen.
  • weitere Kosmetika wie: Pflege- und Handcremes, Massageöl, Deodorant, Haarbürste, Föhn, Kosmetik, Taschentücher, Brustwarzencreme, etc.

Papiere:

  • Mutterpass
  • Personalausweis oder Reisepass
    Ausländische Mitbürger sollten die Aufenthaltsgenehmigung und sonstige Ausweispapiere mitbringen.
  • Krankenversicherungskarte
  • Ihre Geburtsurkunde und eventuell auch die des Vaters
    Bei unverheirateten Paaren können Sie die Vaterschaftsanerkennung mitbringen, bei verheirateten Paaren stattdessen die Heiratsurkunde und das Familienstammbuch. Einige Kliniken melden Ihr Kind mit diesen Dokumenten beim Standesamt an.
  • Eventuell alle weiteren Dokumente für die Anmeldung des Kindes beim Einwohnermeldeamt, der Krankenkasse, Kindergeld, etc.

Falls vorhanden:

  • sonstige medizinische Unterlagen
  • Geburtsplan
  • Allergiepass
  • Einweisungsschein

Unterhaltung:

  • Buch, Zeitschriften, MP3-Player oder sonstige Medien
  • Smartphone, Tablet, Laptop und jeweils die Ladekabel

Achtung: In manchen Kliniken herrscht ein striktes Handyverbot.

  • Kleingeld für das Krankenhaustelefon
  • Adressbuch oder Liste mit den wichtigsten Telefonnummern (Verwandte, Freunde, …)
  • Geld für den Krankenhauskiosk, Automaten oder die Cafetaria

Sonstiges:

  • Haargummis oder Spangen für die Geburt
    Nehmen Sie möglichst keine ungewohnten Spangen mit, da diese stören könnten. Denken Sie auch an Ersatz-Haargummis, falls Sie zu den Menschen gehören, bei denen die Haargummis gern reißen.
  • Kontaktlinsen, Brille und Zubehör
    Falls Sie Kontaktlinsen tragen, sollten Sie für den Kreißsaal trotzdem eine Brille mitnehmen, falls Sie sonst nicht angemessen sehen können. Während der Geburt können Situationen entstehen, in denen Ihre Augen schnell linsenfrei sein müssen. Außerdem können Ihre Kontaktlinsen bei der Geburt stören, weil sich der Augeninnendruck erhöht.
  • Wärmflasche
    Möchten Sie die Wärmflasche auch bei der Geburt anwenden, sollten Sie auf einen waschbaren Bezug setzen oder eine reine Gummiflasche mitnehmen.
  • Verpflegung
    Sie erhalten im Krankenhaus zwar zu essen und zu trinken, aber vielleicht möchten Sie zur Stärkung zwischen den Wehen Ihren Lieblingssnack essen oder nicht auf Ihr Lieblingsgetränk verzichten. Traubenzucker gilt als schneller Energielieferant und darf in der Kliniktasche nicht fehlen.
  • Bettwäsche und Kissen
    Dies wird Ihnen zwar vom Krankenhaus gestellt, aber vielleicht wünschen Sie sich eine gemütliche und weniger klinische Atmosphäre für sich und Ihr Kind.
  • Ohrstöpsel
    Falls Sie auf ein lautes Mehrbettzimmer kommen und geräuschempfindlich sind, machen sich diese Helfer bezahlt.
  • Lieblingsfotos oder sonstige Gegenstände, die Ihnen Kraft schenken
  • Fotoapparat oder Kamera
    Beachten Sie unbedingt, dass Aufnahmen in Geburtskliniken nicht immer gestattet sind und Sie eventuell eine Erlaubnis brauchen.
  • Papier und Stift
    Falls Sie etwas aufschreiben möchten, zum Beispiel Ihre Gedanken oder die Adresse und Telefonnummer von anderen Müttern.
  • Entnahmeset für Nabelschnurblut und Einwilligungserklärung
    Das ist notwendig, falls Sie Ihr Nabelschnurblut spenden oder einlagern möchten
  • Behältnis für die Plazenta
    Das gilt nur, falls Sie Ihre Plazenta für besondere Rituale mit nach Hause nehmen möchten. Dafür eignet sich Tupperware mit gut schließendem Deckel. Zur Sicherheit können Sie zusätzliche Tüten mitbringen.
  • Zusatztasche für eventuell vorbeigebrachte Geburtsgeschenke
  • Eventuell Medikamente

Für das Baby

Voranmerkung: Ihr Baby erhält in der Klinik alles, was es benötigt. Die Liste umfasst daher nur Dinge, die Sie am Tag der Entlassung benötigen. Zur Sicherheit sollten Sie von einzelnen Teilen mehrere Exemplare einpacken.

  • Kleidung
    (Bodies, Strampelanzüge in Größe 50/56, Pullover, Jäckchen, Mützchen, Söckchen) Sind die Sachen neu, sollten sie zunächst gewaschen werden.

Babykleidung

  • Eventuell besondere Kleidung für Winterbabys (Handschuhe, dicke Mütze, Overall)
  • Für nicht stillende Mütter:
    Babynahrung, sterile Flaschen inklusive Sauger und sonstiges Zubehör.
  • Windeln
  • Spucktücher
  • Babydecke
  • Transportvorrichtung
    Babyschale, Tragetuch, Kinderwagen oder Autositz
    Ohne zulässige Transportvorrichtung können Sie das Kind noch nicht mitnehmen.

Für den Begleiter oder die Begleiterin

  • Ausweis
  • Geburtsurkunde, falls es sich um den Vater handelt
  • Uhr mit Sekundenzeiger zum Messen der Wehen
  • Wechselkleidung, eventuell auch eine Badehose und ein Handtuch zur Begleitung von Wassergeburten
  • Bequeme Schuhe
  • Hygieneartikel wie Zahnpflegeartikel, Duschzeug, Deodorant, Rasierapparat mit Zubehör
  • Nervennahrung, Snacks und Getränke
  • Utensilien für Geburtsbräuche:
    Zigarren zum Ausgeben oder eine kleine Flasche Sekt mit Gläsern zum Anstoßen.
  • Kleingeld für das Parkhaus
  • Eventuell Medikamente

Wann sollten Sie die Kliniktasche packen?

Die Tasche sollte ab der 30. Schwangerschaftswoche bereit stehen, spätestens aber vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin.

Tipp: Machen Sie nicht den Fehler, indem Sie das Packen der Kliniktasche bis zur nahenden Entbindung aufheben – auch nicht bei einem geplanten Kaiserschnitt. Viele Babys kommen unerwartet vor dem geplanten Termin. Stellen Sie die Tasche an einen Ort, an dem Sie sie schnell holen können.

Wie viele Taschen brauchen Mütter?

Es kann sinnvoll sein, zwei Taschen zu packen: Eine für die Geburt und die Stunden unmittelbar davor und danach, und eine für den anschließenden Stationsaufenthalt. Viele Frauen verbringen noch etwa drei bis vier Tage auf der Wochenbettstation, bei einem Kaiserschnitt sogar bis zu sieben. Es gibt auch die Möglichkeit der ambulanten Geburt, bei der Sie nach einigen Stunden bereits nach Hause können. Trotzdem ist eine Stationstasche sinnvoll, da es oft unerwartet zu einem Krankenhausaufenthalt kommt.

Welche Tasche eignet sich als Kliniktasche?

Die Tasche sollte nicht nur groß genug für alle Gegenstände sein, sondern sie sollte sich auch platzsparend falten lassen. Trolleys und Koffer mit einer Hartschale nehmen in Wochenbettzimmern meist viel zu viel Platz weg, den Sie dort nicht haben werden. Deshalb eignen sich für die Kliniktasche vor allem große Sporttaschen.

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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