Ist eine Schuppenflechte ansteckend? Wenn ja, wie lange?

Äußerlich gut sichtbar kann die Schuppenflechte oder Psoriasis auf den ersten Blick eine beeindruckende Erkrankung sein. Möglicherweise haben auch deshalb viele Menschen die Befürchtung, dass die Schuppenflechte ansteckend ist. Das ist sie aber nicht. Sie entsteht aufgrund einer genetischen Veranlagung als sogenannte Autoimmunkrankheit. 

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Die Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung der Haut und der Gelenke. Sie ist erblich bedingt und kann ausbrechen, wenn verschiedene auslösende Faktoren zusammenkommen. Sie können sich bei einem betroffenen Menschen nicht mit der Erkrankung anstecken und die Schuppenflechte nicht durch Körperkontakt weitergeben, wenn sie selbst betroffen sind. Ärzte nennen die chronische Hautkrankheit auch Psoriasis. Die Bezeichnung leitet sich von dem griechischen Wort „Psora“ ab, das Juckreiz bedeutet und so das quälendste Symptom der Krankheit beschreibt. Andere charakteristische Beschwerden sind entzündlich gerötete Hautstellen, die mit silbrig glänzenden Schuppen belegt sind.

Ist eine Schuppenflechte ansteckend?

Schuppenflechte am Ellenbogen
Quelle: Haley Otman, Psoriasis on elbow, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY 3.0

Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen der Haut, z.B. Krätze, ist Schuppenflechte nicht ansteckend. Besteht die genetische Veranlagung zu einer Psoriasis, gehen Mediziner davon aus, dass weitere auslösende Faktoren notwendig sind, um die Erkrankung ausbrechen zu lassen.

Mögliche Auslöser

  • Verletzungen der Haut
  • psychischer Stress
  • Alkohol
  • verschiedene Medikamente
  • Infektionskrankheiten
  • Stoffwechselstörungen
  • hormonelle Faktoren
  • Umwelteinflüsse

So äußert sich eine Schuppenflechte

Die Psoriasis ist eine sogenannte Autoimmunkrankheit. Fehlgeleitete Abwehrreaktionen des Körpers greifen das eigene gesunde Gewebe an und rufen chronische Entzündungsreaktionen hervor. Im Fall der Schuppenflechte beginnt der Körper, ständig neue Hautzellen herzustellen. Dieses Überangebot führt dazu, dass die Zellen schneller an die Oberfläche wandern als gewöhnlich, nämlich in circa einer Woche statt in vier Wochen. Unreife Hautzellen bleiben an der Oberfläche kleben, verbinden sich mit den Nachbarzellen und bilden verdickte, gerötete Hautstellen (Plaques), die von silbrigen Hautschuppen bedeckt sind.

Charakteristische Anzeichen einer Schuppenflechte

  • unterschiedlich große gerötete Hautareale
  • schmaler roter Randsaum
  • trockene, silbrig glänzende Hautschuppen auf den geröteten Stellen
  • Schuppen lassen sich zu Beginn nur mit dem Fingernagel lösen

Die Schuppenflechte und die Gesellschaft

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Hautkrankheiten wie die Schuppenflechte, die äußerlich sichtbar sind, geraten schnell in den Ruf, ansteckend zu sein. Betroffene Menschen leiden häufig mehr unter den Blicken der Umwelt, als unter den eigentlichen Symptomen. Nach zahlreichen negativen Erfahrungen mit Diskriminierung durch Mitmenschen, ziehen sich viele Psoriasispatienten zurück und verstecken sich aus Scham zu Hause. Depressive Episoden können die Folge sein. Bis zu drei Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Schuppenflechte. Aufklärungsarbeit ist notwendig, um der Bevölkerung klarzumachen, dass von einem Familienmitglied oder Kollegen mit einer Psoriasis keine Ansteckungsgefahr ausgeht.

Tipp: Es kann sich lohnen, mit Ihrer Ernährung zu experimentieren und den Einfluss auf Ihre Schuppenflechte zu beobachten. In der Regel sind möglichst naturbelassene Lebensmittel, die wenig verarbeitet sind, gut für Patienten mit Psoriasis.

Quellen:
Michael J. Lentze, Jürgen Schaub, Franz-Josef Schulte, Jürgen Spranger; Pädiatrie: Grundlagen und Praxis; Springer Verlag; Heidelberg, 2013.
Peter H. Höger; Kinderdermatologie: Differenzialdiagnostik und Therapie bei Kindern und Jugendlichen (mit 272 Tabellen); Schattauer Verlag, München, 2007.
Ulrike Blume-Peytavi, Helga Albrecht-Nebe, Kathrin Hillmann; Atlas der Pädiatrischen Dermatologie; John Wiley and Sons, 2018.

Jessica Kilonzo
Author Details
Jessica Kilonzo ist Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Als freie Autorin schreibt sie medizinische Texte in Tansania, mit direktem Blick vom Schreibtisch auf den Kilimanjaro. Die umfassende Information von Eltern, zu Gesundheit und Krankheiten ihrer Kinder, liegt ihr besonders am Herzen. Ihre Motivation ist es, komplexe medizinische Themen auch für Laien verständlich zu erklären. Als Mutter von zwei Mädchen weiß sie, wie sich Eltern in Ausnahmesituationen fühlen.
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Jessica Kilonzo
Jessica Kilonzo ist Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Als freie Autorin schreibt sie medizinische Texte in Tansania, mit direktem Blick vom Schreibtisch auf den Kilimanjaro. Die umfassende Information von Eltern, zu Gesundheit und Krankheiten ihrer Kinder, liegt ihr besonders am Herzen. Ihre Motivation ist es, komplexe medizinische Themen auch für Laien verständlich zu erklären. Als Mutter von zwei Mädchen weiß sie, wie sich Eltern in Ausnahmesituationen fühlen.
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