Ist Gürtelrose ansteckend? So lange ist eine Ansteckung möglich

Die Gürtelrose, auch Herpes zoster genannt, ist meist eine Erkrankung älterer Menschen. Auslöser ist das Varizella-zoster-Virus, das bei einer ersten Infektion zu Windpocken führt. Hier sind meistens Kinder betroffen. Sind die Windpocken verheilt, bleibt das Virus in Nervenzellen erhalten und kann im späteren Leben als Gürtelrose erneut ausbrechen. Ein Herpes zoster ist ebenfalls ansteckend.

Gürtelrose

Ein Herpes zoster besteht aus schmerzhaften Bläschen, die sich entlang einer Nervenbahn auf der Haut ausbreiten. Patienten, deren Immunsystem akut oder chronisch stark geschwächt ist, haben ein besonders hohes Risiko, dass eine Gürtelrose bei ihnen ausbricht. Das Abwehrsystem kann die schlummernden Viren nicht mehr unter Kontrolle halten. Ein erneuter Kontakt zum Varizella-zoster-Virus von außen ist nicht erforderlich. Hat sich eine Gürtelrose entwickelt, kann der betroffene Patient andere Menschen mit dem Virus infizieren, die dann an Windpocken erkranken können, sofern sie nicht immun sind. Zum Beispiel kann so ein Großvater mit Herpes zoster bei seinem kleinen Enkel Windpocken auslösen.

Wie lange ein Herpes zoster ansteckend ist

Ein erneut aktiviertes Varizella-zoster-Virus ist weit weniger ansteckend, als bei einer Erstinfektion im Zusammenhang mit den Windpocken. Im Rahmen des Herpes zoster ist nur der flüssige Inhalt der kleinen Bläschen auf der Haut infektiös. Decken Sie die Gürtelrose mit sterilem Verbandmaterial ab, können Sie das Ansteckungsrisiko für gefährdete Personen weiter reduzieren. Die Gefahr ist nach circa fünf bis sieben Tagen gebannt, wenn der Ausschlag vollständig verkrustet und damit eingetrocknet ist.

Tipp: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, wenn Sie in Kontakt mit einem Gürtelrosepatienten sind. Kinder oder erwachsene Personen, die nicht gegen Windpocken geimpft sind und die Erkrankung noch nicht durchgemacht haben, halten sich am besten fern, bis die ansteckenden Bläschen abgeheilt sind.

Ein Gürtelroseausbruch in der Schwangerschaft

Es kann vorkommen, dass ein Herpes zoster während der Schwangerschaft ausbricht. In dieser Situation bedeutet die Erkrankung keine Gefahr für das ungeborene Kind. Vorsicht ist erst bei und nach der Geburt geboten. Für das Neugeborene ist ein Herpes zoster der Mutter ansteckend.

Besonders gefährdete Personen

Eine Impfung gegen Windpocken, die extrem ansteckend sind, empfiehlt die STIKO mittlerweile für alle Kinder und Jugendlichen. Im offiziellen Schema gibt der Kinderarzt die erste Dosis Patienten in einem Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite Dosis mit 15 bis 23 Monaten.

Ebenfalls geimpft werden sollten folgende Personen, die keine Antikörper gegen das Varizella-zoster-Virus besitzen:

  • Frauen mit Kinderwunsch
  • Patienten vor Organtransplantationen und Therapien, die das Immunsystem unterdrücken
  • Patienten mit einer schweren Neurodermitis
  • Mitarbeiter in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und im Gesundheitsdienst

Impfungen gegen den Herpes zoster

Seit Mai 2018 steht Menschen ab 50 Jahre und Menschen mit Krankheiten, die das Immunsystem beeinträchtigen, ein Impfstoff zur Verfügung, der sie vor dem Ausbruch der Gürtelrose und ihren schmerzhaften Folgen schützen kann. Denn das zunehmende Alter ist der hauptsächliche Risikofaktor für die Erkrankung. Das Immunsystem wird langsam schwächer und hat dem Varizella-zoster-Virus in den Nervenzellen weniger entgegenzusetzen. Da die Durchseuchung in der Bevölkerung fast 100 Prozent beträgt, kann jeder Mensch betroffen sein. Auch für geimpfte Personen besteht das Risiko, an einem Herpes zoster zu erkranken. Ärzte erwarten hier aber einen deutlich milderen Verlauf als nach den natürlichen Windpocken.

Quellen:
Schönau et.al., Pädiatrie integrativ, Konventionelle und komplementäre Therapie, Urban & Fischer, München 2005
Ratgeber des Robert Koch Instituts: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.html

Jessica Kilonzo
Author Details
Jessica Kilonzo ist Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Als freie Autorin schreibt sie medizinische Texte in Tansania, mit direktem Blick vom Schreibtisch auf den Kilimanjaro. Die umfassende Information von Eltern, zu Gesundheit und Krankheiten ihrer Kinder, liegt ihr besonders am Herzen. Ihre Motivation ist es, komplexe medizinische Themen auch für Laien verständlich zu erklären. Als Mutter von zwei Mädchen weiß sie, wie sich Eltern in Ausnahmesituationen fühlen.
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Jessica Kilonzo
Jessica Kilonzo ist Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Als freie Autorin schreibt sie medizinische Texte in Tansania, mit direktem Blick vom Schreibtisch auf den Kilimanjaro. Die umfassende Information von Eltern, zu Gesundheit und Krankheiten ihrer Kinder, liegt ihr besonders am Herzen. Ihre Motivation ist es, komplexe medizinische Themen auch für Laien verständlich zu erklären. Als Mutter von zwei Mädchen weiß sie, wie sich Eltern in Ausnahmesituationen fühlen.
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