Hermann-Kuchen: das ultimative Rezept für den Grundteig + Anleitung

Der Hermann-Kuchen war in den 1980er Jahren überall bekannt. Er wurde als kleine Teigportion mit einem kleinen Brief mit Pflegeanleitung weitergereicht und verbreitete sich wie ein Kettenbrief. Damit Sie sein Comeback mit Ihren Freunden feiern können, haben wir Rezept und Pflegeanleitung für Sie zusammengestellt.

Hermann-Kuchen backen

Der Kuchen wird auch Glücksbrot, Glückskuchen oder Vatikanbrot genannt. Er wird aus einem Sauerteig aus Hefe, Weizenmehl, Milchsäurebakterien, etwas Pflanzenöl, Milch oder Wasser angesetzt. Der Ansatz vermehrt sich durch Zugabe von Backzutaten und bleibt dabei stabil. Hermann gibt Brötchen-, Brot- und Kuchenvarianten einen besonderen Geschmack und ist eine wunderbare Alternative zu herkömmlichen Backtriebmitteln.

Der Teig braucht allerdings viel Pflege. Über zehn Tage lang muss er gefüttert und gerührt werden, bis aus dem Hefeteig ein Sauerteig wird. Das Schöne daran ist, dass er portionsweise mit einer Pflegeanleitung an Verwandte, Freunde und Bekannte weitergereicht werden kann.

Rezept für den Grundteig

Sie können den Sauerteigansatz selbst herstellen und müssen nicht darauf warten, bis Sie ihn von einer Freundin oder Cousine geschenkt bekommen.

Hermann-Kuchen Zutaten

Tipp: Verwenden Sie keine Küchenutensilien aus Metall. Besser geeignet sind Materialien wie Holz, Kunststoff oder Glas. Metall ist nicht gut für die erwünschten Bakterienkulturen.

Folgende Zutaten benötigen Sie:

  • 100 g Mehl
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 25 g Zucker
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe

Zubereitung:

Mehl, Zucker und Trockenhefe in eine große verschließbare Schüssel geben und gut miteinander vermengen. Anschließend das lauwarme Wasser dazugeben. Alles gut verrühren, sodass ein glatter Teig entsteht. Nun die Schüssel mit dem zugehörigen Deckel verschließen. Der Ansatz muss jetzt für 2 Tage bei Zimmertemperatur ruhen. Er sollte lediglich einmal täglich umgerührt werden.

Hermann Kuchen backen

Der Teigansatz sollte nach diesen beiden Tagen dank der Milchsäuregärung leicht säuerlich riechen und blubbern. Kulturen aus Hefen und Bakterien halten den Teig im Gleichgewicht. Sie können den Hermann-Ansatz nun so weiterverarbeiten, als hätten Sie ihn geschenkt bekommen.

Tipp: Nutzen Sie eine verschließbare Schüssel und verschließen Sie sie immer wieder gut. Der Ansatz ist damit gut vor Verunreinigungen geschützt. Vergessen Sie jedoch nicht das tägliche Umrühren des Teiges und stellen Sie ihn immer wieder in den Kühlschrank. Ansonsten kann die Milchsäuregärung in Essigsäuregärung umschlagen. Sie bemerken diesen Zustand an einem scharf stechenden Geruch. Leider ist der Grundteig dann unbrauchbar und kann nicht mehr weiterverarbeitet werden.

Pflege und Fütterung

Tag 1: 

  • Zubereitung des Grund-Teiges (siehe Anleitung)

Tag 2 bis 3:

  • Ansatz einmal täglich kräftig umrühren
  • ansonsten ruhen lassen (bei Zimmertemperatur)

Tag 4:

  • Am ersten Tag (nach der Zubereitung und den ersten Ruhetagen) Hermann füttern
  • zum Teigansatz 100 g Mehl, 150 ml Milch und 150 g Zucker dazugeben und verrühren
  • anschließend muss der Teig in den Kühlschrank

Hermann Kuchen füttern

Tag 5 bis 7:

  • Ansatz einmal täglich kräftig umrühren
  • ansonsten ruhen lassen (im Kühlschrank)

Tag 8:

  • Ansatz füttern
  • 150 ml Milch, 150 g Zucker und 100 g Mehl dazugeben und verrühren

Achtung!
Da ein Teil des Zuckers sich während der Gärung des Teiges in Alkohol umwandelt, kann es manchmal vorkommen, dass der Ansatz einen leichten alkoholischen Geruch besitzt. Das ist jedoch keine Qualitätseinbuße.

Tag 9 bis 12:

  • Ansatz einmal täglich kräftig umrühren
  • ansonsten ruhen lassen (im Kühlschrank)

Achtung!
Während des Ruhens kann sich an der Oberfläche Schaum bilden oder Flüssigkeit absetzen. Das ist völlig normal.

Tag 13:

Nun ist Backtag. Der Ansatz kann nun zu einem saftigen Kuchen oder Brot gebacken werden.

Hermann Kuchen teilen

Sie können nun einen Teil selbst weiter füttern und pflegen, mit einem Teil backen und zwei Teile samt Pflegeanleitung in einem kleinen Kettenbrief verschenken. Die Anleitung können Sie auch mit Bildchen veranschaulichen. Ihre Freunde werden sich bestimmt freuen. Sie können den Grundteig auch einfrieren, zum Beispiel, wenn Sie in den Urlaub fahren oder, wenn Sie für einige Zeit andere Kuchenrezepte ausprobieren möchten.
Eine tolle Geschenkidee zum Geburtstag oder zu Weihnachten ist zum Beispiel eine Kuchenform, eine Portion Hermann-Ansatz mit einem Brief samt Pflegeanleitung und Rezept für einen tollen Kuchen, der aus dem Ansatz gebacken werden kann. Schließlich lassen sich aus dem Grundrezept viele verschiedene Brot-, Brötchen- und Kuchenvarianten backen. Hier sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

So wird Hermann gebacken

Allein kann der Teigansatz nicht gebacken werden. Er ist lediglich eine Grundlage für andere Backwaren, wie zum Beispiel leckere Muffins, saftiges Brot und unzählige Kuchenvariationen.

Zum Weiterverarbeiten für einen leckeren Gugelhupf benötigen Sie zum Beispiel folgende Zutaten:

  • 200 g Hermann-Ansatz
  • 200 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 150 ml Milch
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 100 g Schokostreusel
  • 30 g Honig
  • 50 ml Öl
  • 2 Eier
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • Puderzucker nach Belieben
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut verrühren, in eine gefettete Gugelhupfform füllen und bei 180°C etwa 50 bis 60 min backen. Vergessen Sie die Stäbchenprobe nicht. Anschließend den Kuchen für ca. 10 min in der Form stehen lassen und erst dann zum vollständigen Abkühlen auf ein Gitter stürzen. Wenn Sie möchten, können Sie den Kuchen abschließend noch mit Puderzucker bestreuen.

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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