Härtegrad bei Matratzen: H1-H5 Liste mit Tabelle | Welcher passt zu mir?

Wir Menschen verbringen ca. ein Drittel unserer Lebenszeit im Bett. Dementsprechend sollte unser Bett auch mit einer hochwertigen Matratze ausgestattet sein, die über einen Härtegrad verfügt, der zu unserem Körperbau und unseren Schlafgewohnheiten passt.

Härtegrad bei Matratzen

Der Matratzenhärtegrad gibt die Festigkeit einer Matratze an. Die Erzeugung unterschiedlicher Härtegrade ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Der Härtegrad von Matratzen aus Schäumen, wie zum Beispiel Viscoschaum-, Kaltschaum- und Komfortschaummatratzen, wird von ihrer Stauchhärte und ihrem Raumgewicht beeinflusst. Die Stauchhärte ist die Kraft, die notwendig ist, um einem quadratischen Schaumstoffblock mit genormter Abmessung (meist 100 x 100 x 50 mm³) im Verhältnis zu seiner ursprünglichen Höhe eindrücken zu können. Sie wird in kPa (Kilopascal) angegeben. Je höher der Wert ist, desto fester ist das Material. Das Raumgewicht (abgekürzt RG) gibt an, wie viel Material in kg in einem Kubikmeter des Schaumstoffes verwendet wurde. Matratzen sind umso langlebiger, punktelastischer und stabiler, je höher ihr Raumgewicht ist.

Bei Federkernmatratzen ist der Grad abhängig von der Drahtstärke der Sprungfedern und von der Anzahl der Federn pro Quadratmeter. Je mehr Federn in einer Federkernmatratze verarbeitet werden, umso fester wird sie. Viele Federn wirken sich auch positiv auf die Punktelastizität aus. Eine Federkernmatratze wird umso härter, je höher der Durchmesser der Drähte in ihren Sprungfedern ist. Bei weichen Modellen beträgt der Durchmesser 2,0 mm, bei mittelfesten Varianten 2,2 mm und bei festen Ausführungen 2,4 mm.

Tipp: Lesen Sie auch unseren Beitrag zu den verschiedenen Matratzenarten.

Welche Härtegrade gibt es?

Es gibt 5 Härtegradstufen, die in der Regel mit H1 bis H5 angegeben werden. Nicht alle Hersteller verwenden das Kürzel H für Härtegrad. Manche benutzen auch F, abgeleitet von Festigkeit. Je größer die Zahl ist, die hinter H oder F steht, desto höher ist der Matratzenhärtegrad und umgekehrt. Da es aktuell keinen einheitlichen Industriestandard für Härtegrade gibt, können sie nur eine grobe Orientierung geben. Der Härtegrad einer Matratze empfiehlt sich meist für ein bestimmtes Körpergewicht.

Überblick über die Härtegrade

Härtegrad 1 Härtegrad 2 Härtegrad 3 Härtegrad 4 Härtegrad 5
Festigkeit weich bis mittelweich mittelweich bis mittelfest mittelfest bis fest fest bis sehr fest sehr fest bis ultrahart
Körpergewicht bis 60 kg 60 bis 80 kg 80 bis 120 kg 120 bis 150 kg ab 150 kg
Körpergröße
bis 150 cm 150 bis 180 cm 160 bis 200 cm 150 bis 190 cm 150 bis 200 cm

In folgender Übersicht erläutern wir Ihnen die Härtegrade H1 bis H5 etwas genauer. Dabei werden auch Körpergewicht, Körpergröße und Schlafpositionen berücksichtigt. Der Überblick ersetzt jedoch keine persönliche Einschätzung und kein individuelles Empfinden, was weich und was hart ist.

Härtegrad 1 (H1)

Diese Matratzen sind für Personen mit einem geringen Körpergewicht geeignet und werden meist nur für Kinderbetten im Handel angeboten. Bei leichtgewichtigen Personen ist es dennoch wichtig, dass ihre Schlafunterlage im Becken- und Schulterbereich ausreichend nachgeben kann, damit die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Ausrichtung gelagert wird.

Härtegrad 2 (H2)

Schlafunterlagen mit diesem Matratzenhärtegrad sind sehr beliebt bei Frauen mit einem Körpergewicht zwischen 60 und 80 kg. Sie empfinden eine relativ weiche Matratze als angenehm. Auch für Seitenschläfer sind Matratzen mit H2 sehr gut geeignet, da sie ihnen eine sanfte Stützung im Nackenbereich ermöglichen.

Härtegrad 3 (H3)

Dieser Matratzenhärtegrad ist für Personen ab 80 kg Körpergewicht geeignet. Im Handel gibt es keine einheitlich festgelegte Obergrenze. Viele Empfehlungen liegen zwischen 100 und maximal 120 kg. H3 bevorzugen zum Beispiel Rückenschläfer, da sie damit eine gute Unterstützung ihres Lendenwirbelbereiches erhalten, sodass ihre Wirbelsäule anatomisch exakt ausgerichtet wird. Gleichzeitig kann ihr Becken nicht durchhängen.

Matratze

Härtegrad 4 (H4)

Entsprechend der Obergrenzen für H3 werden die unteren Grenzen für das Körpergewicht empfohlen. Matratzen mit dem Grad H4 werden als sehr hart bezeichnet. Viele Bauchschläfer mit einem Körpergewicht von 120 kg bevorzugen eine Matratze mit H4, damit ihre Wirbelsäule nicht durchhängen kann.

Härtegrad 5 (H5)

Dieser Matratzenhärtegrad wird sehr selten im Handel nachgefragt. Von einer sehr festen oder ultraharten Matratze sollten nur wirklich Personen mit einer großen Körperhöhe und einem hohen Gewicht oder Personen mit Übergewicht Gebrauch machen. Bei allen anderen Personen kann eine Matratze mit diesem Härtegrad zu einer verminderten Durchblutung und zu Druckstellen führen. Zudem zwingt sie die Wirbelsäule in eine unnatürlich gekrümmte und sehr ungünstige Position.

Tipp: Paare mit Doppelbett sollten keine gemeinsame Matratze verwenden. Jeder Mensch ist anders gebaut und benötigt eine seinem Körperbau, seiner Größe, seinem Körpergewicht und seinen Schlafgewohnheiten entsprechende Schlafunterlage. Um die Rille auszugleichen, die zwischen den Matratzen im Bett entsteht, kann ein Matratzentopper verwendet werden.

Wie erkenne ich den passenden Härtegrad?

Im Mittelpunkt bei der Auswahl des Härtegrades steht oft das Körpergewicht. Aber auch die Körpergröße hat einen entscheidenden Einfluss, denn bei einer kleinen Person verteilt sich das Gewicht anders als bei einer größeren Person, die dasselbe Körpergewicht besitzt. Schließlich muss eine Matratze sämtliche Körperregionen ergonomisch korrekt unterstützen.

Die folgende Formel gibt eine ungefähre Orientierung für den richtigen Matratzenhärtegrad wieder: Körpergröße in cm minus 100. Zum Beispiel sollte die Schlafunterlage einen Matratzenhärtegrad von H3 besitzen, wenn das Ergebnis der Formel kleiner als das Körpergewicht in kg (bis max. 120 kg) ist. Wenn sich ein Ergebnis ergibt, das größer als das Körpergewicht in kg (bis max. 60 kg) ist, dann ist eine Matratze mit dem Härtegrad H1 empfehlenswert. Ist das Ergebnis jedoch ungefähr gleich dem Körpergewicht in kg (bis max. 80 kg), dann eignet sich eine Matratze mit dem Grad H2 am besten.

Wenn eine Matratze nicht den physischen Voraussetzungen der auf ihr schlafenden Person entspricht, kann sich das auf die körperliche Verfassung auswirken.

Entscheidend für den idealen Matratzenhärtegrad:

  • Wirbelsäule muss in Rückenlage ihre natürliche doppelte S-Form beibehalten.
  • Wirbelsäule muss in der Seitenlage ganz geradlinig verlaufen.
  • Gelenke und Bandscheiben müssen optimal entlastet werden.

Was passiert, wenn der Matratzenhärtegrad nicht optimal passt?

Wenn der Härtegrad zu hoch ist:

  • kein richtiges Einsinken der Schultern in die Matratze
  • Krümmung der Wirbelsäule in diesem Bereich
  • keine optimale Entlastung der Bandscheiben und Gelenke
  • mögliche Folgen: Rückenschmerzen, Druckstellen, Durchblutungsstörungen, Verspannungen bis in den Nacken

Rückenschmerzen

Wenn der Härtegrad zu niedrig ist:

  • Wirbelsäule hängt durch
  • keine anatomisch korrekte Stützung des Körpers
  • mögliche Folgen: Rückenschmerzen und chronische Verspannungen

Kann ich mit meinem Lattenrost einen falschen Matratzenhärtegrad ausgleichen?

Auch wenn es den Begriff Härtegrad bei einem Lattenrost nicht gibt, so kann mit dem richtigen Lattenrost und der richtigen Einstellung seiner Leisten der falsche Matratzenhärtegrad etwas ausgeglichen werden. Bei Tellerrosten sollten Sie den Matratzenhärtegrad jedoch einen Grad höher als sonst wählen, da Tellerroste allgemein sehr nachgiebig sind.

Warum ist die Schlafposition bei der Auswahl des Matratzenhärtegrades wichtig?

Der Matratzenhärtegrad spielt nicht nur in Hinblick auf das Körpergewicht und die Körpergröße eine wichtige Rolle, sondern auch in Hinblick auf die Schlafposition. Zum Beispiel sollten besonders Bauchschläfer darauf achten, eine mittelfeste Matratze zu nutzen, die auf ihr individuelles Körpergewicht und ihre Körpergröße abgestimmt ist. Bei einer zu weichen Matratze sinkt sonst das Becken zu tief ein. Der Kopf würde zu hoch gelagert werden, sodass die Wirbelsäule im Bereich des Nackens abknickt.

Rückenschläfer bewegen sich nachts meist kaum und wachen in derselben Position am nächsten Morgen auf, in der sie am Abend zuvor eingeschlafen sind. Dabei muss der Rücken den überwiegenden Teil des Körpers tragen. Deshalb sollte die Matratze so beschaffen sein, sodass im Bereich des Rückens ein leichtes Einsinken möglich ist. Die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule muss dabei gegeben sein.

Bei Seitenschläfern sind es besonders die Schultern und das Becken, die in die Matratze einsinken. Diese Bereiche müssen durch die entsprechende Festigkeit der Matratze stabilisiert werden, sodass die Wirbelsäule nicht geknickt wird. Dementsprechend darf die Matratze auch nicht zu hart sein. Wenn der Härtegrad stimmt, wird die Wirbelsäule gut entlastet und sie ergibt bei Ansicht von der Seite vom Nacken bis zu den Lendenwirbeln eine gerade Linie.

Tipp: Wenn Sie beim Matratzenkauf nichts verkehrt machen möchten, sollten Sie sich im Matratzenfachgeschäft fachmännisch beraten lassen und die ausgewählte Matratze ausprobieren, ob sie wirklich zu Ihnen passt.

Quellen:
https://www.matratzenverband.de/haltbarkeit-haertegrade-liegezonen/
https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/themenuebersicht/gesund-im-alltag/matratzencheck-richtige-matratze-100.html
https://www.daserste.de/information/ratgeber-service/vorsicht-verbraucherfalle/tipps-fuer-den-matratzenkauf-100.html
https://www.apotheken-umschau.de/Schlafen/Wie-Sie-die-richtige-Matratze-finden-154005.html
https://achtpronacht.de/matratzen-haertegrad/

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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