Fischvergiftung – was tun? Ursachen, Symptome und Verlauf

Im Idealfall stehen Fisch und Meeresfrüchte ein bis zwei Mal auf dem wöchentlichen Speiseplan, da sie wichtige Lieferanten von Omega-3-Fettsäuren sind. Allerdings bedingt der Genuss von Fischprodukten die Gefahr einer Fischvergiftung. Welche Ursachen und Symptome sie hat, welchen Verlauf sie nimmt und wie eine Behandlung aussieht – informieren Sie sich hier.

Fischvergiftung worauf achten

Mancher hat es bereits erlebt, dass er nach einem leckeren Fischgericht im Restaurant oder auch zuhause Magen- und Darmprobleme hatte. Die Inkubationszeit ist kurz und beträgt rund eine Stunde, sodass noch im Restaurant erste Symptome auftreten können, was sehr unangenehm sein kann. Die ersten Symptome einer Fischvergiftung sind Erbrechen, Durchfall und Kreislaufprobleme. Weitere heftigere Symptome können folgen, denn die Bandbreite ist breit gefächert – hier ein Überblick:

  • Erbrechen und starke Übelkeit
  • Krämpfe, insbesondere Bauchschmerzen und Darmkrämpfe
  • Schwerer Durchfall
  • Fieber
  • Herz- und Kreislaufprobleme
  • Schwächeanfälle
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Juckreiz beziehungsweise Hautausschläge
  • Brennen im Mundbereich

In Extremfällen können Fischvergiftungen tödlich enden.

Die Ursachen für eine Fischvergiftung

Fischvergiftungen sind Lebensmittelvergiftungen, zu deren Ursachen nicht zwingend verdorbener Fisch, sondern auch frischer Fisch gehören kann. Mögliche Ursachen für eine Fischvergiftung sind diese:

  • Hohe Keimzahlen
  • Zu warme Lagerung
  • Erste Verwesungserscheinungen
  • Bakterien und Viren
  • Parasiten
  • Gefährliche Salmonellen
  • Toxine

Auch Fischkonserven können zu den Ursachen von Fischvergiftungen gehören, wenn sie nicht dicht verschlossen oder aufgebläht sind. Dann droht eine Botulinumtoxinvergiftung, die allerdings nur selten vorkommt. Dabei handelt es sich um Bakterien mit dem Namen Clostridium botulinum. Temperaturen ab drei Grad Celsius reichen aus, damit sich die Erreger vermehren. Sie werden beim Verzehr abgetötet. Das Gift jedoch bleibt unversehrt. Selbst ein bloßes Erhitzen reicht nicht aus, um dieses starke Nervengift zu zerstören.

Es ist die Vergiftung durch Toxine, die als echte Fischvergiftung bezeichnet wird, während es sich bei allen anderen Ursachen um „einfache“ Lebensmittelvergiftungen handelt. Durch Toxine verursachte „echte“ Fischvergiftungen betreffen neben Fisch auch Meeresfrüchte wie Krebse, Garnelen und Muscheln. Sie können schlimmstenfalls tödlich enden und werden unter dem Begriff „Ciguatera“ geführt, die insbesondere beim Verzehr von Fischen und Meerestieren aus dem Pazifischen Ozean gefürchtet sind. Selbst ein absolut frischer Fisch kann mit diesen Giften belastet sein, wenn er durch mit Algen belastete Toxine schwimmt. Das Gefährliche daran ist, dass sie ernste Nervenschäden verursachen und schlimmstenfalls zum Tod führen können. Die Fische erkranken selbst nicht, sondern nehmen mit den Algen Einzeller, sogenannte Dinoflagellaten, auf, die diese Gifte produzieren.

Besondere Vorsicht ist beim Verzehr von japanischem Kugelfisch geboten, der ein Toxin in seinen Organen trägt, das zu den Ursachen von echten Fischvergiftungen gehört. Gelangt auch nur eine geringe Menge in das zum Verzehr bestimmte Muskelfleisch, muss mit einer Fischvergiftung gerechnet werden.

Tipp: Die Ciguatera-Vergiftung und die Vergiftung durch einen Kugelfisch sind passive Fischvergiftungen, da das ursächliche Gift passiv über den Verzehr von Fisch in den Menschen gelangt.

Sushi
Vorsicht bei dem Verzehr von rohem Fisch!

Diagnose und Verlauf

Es ist für medizinische Laien nicht möglich, eine echte Fischvergiftung mit Toxinen von einer einfachen Lebensmittelvergiftung zu unterscheiden. Die ersten Symptome treten bereits eine Stunde nach dem Verzehr von vergiftetem Fisch auf und verstärken sich rasch im weiteren Verlauf. Deshalb ist es ratsam, bereits mit Auftreten erster Symptome einen Arzt aufzusuchen. Tritt im weiteren Verlauf starker Durchfall und Erbrechen auf, ist die Notaufnahme eines Krankenhauses empfehlenswert, da möglicherweise eine sofortige Infusion notwendig ist, um den durch Erbrechen und Durchfall bedingten Flüssigkeitsverlust zeitnah auszugleichen. Das gilt insbesondere für Kinder, Schwangere und für ältere Menschen sowie für Patienten mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Durch eine rasche Behandlung können größere Komplikationen im weiteren Verlauf zumeist ausgeschlossen werden.

Die Diagnose basiert regelmäßig auf einer Anamnese, bei der der Arzt eine systematische Befragung des Patienten vornimmt, um die gesundheitliche Vorgeschichte, die aktuellen Beschwerden und besondere Dispositionen zu erfassen. Kommt es nach dem Verzehr von Fisch zu unangenehmen Symptomen im Magen- und Darmbereich, ist davon auszugehen, dass es sich um eine meist bakterielle Fischvergiftung handelt. Kann die Ursache nicht eindeutig bestimmt werden, können Reste des verzehrten Fisches oder auch der Stuhl des Patienten auf potenzielle Erreger untersucht werden. Treten im weiteren Verlauf Symptome wie hohes Fieber und eine allgemeine Schwäche auf, kann eine Blutuntersuchung aufschlussreich sein, mit der sich beispielsweise Toxine nachweisen lassen, die ein untrügliches Zeichen sind für eine echte Fischvergiftung.

Die Behandlung

Sofern es sich um eine einfache Fischvergiftung handelt, die auf Viren oder Bakterien zurückzuführen ist, ist keine besondere Behandlung erforderlich. Sie verschwindet nach einigen Tagen von selbst.

  • Anderes gilt für toxisch bedingte Fischvergiftungen. Aufgrund anhaltender Durchfälle und von Erbrechen entsteht ein hoher Wasser- und Mineralstoffverlust, der durch eine ärztliche Behandlung wieder ins Lot gebracht werden muss. In besonders harten Fällen verabreicht der Arzt Infusionen, um den Wasser- und Elektrolythaushalt zu stabilisieren.
  • Tritt hohes Fieber auf, ist das ein Zeichen, dass das körpereigene Immunsystem auf eine erregerbedingte Infektion reagiert. Steigt es zu stark an, kann es auf den Körper schädigend wirken. Spätestens ab einer Körpertemperatur von 40 Grad Celsius sollte ein fiebersenkendes Mittel zur Behandlung hinzugezogen werden.
  • Sind die Ursache Botulinumtoxine, kann ein Gegengift verabreicht werden, das in die Venen injiziert wird. Dies geschieht in besonders schweren Fällen im Krankenhaus, wenn Eile geboten ist und ein Patient aufgrund von Lebensgefahr auf die Intensivstation verlegt wird.
  • Gleiches gilt für eine Kugelfischvergiftung, für die eine Behandlung in einem Krankenhaus unerlässlich ist. Heißt die Diagnose „Ciguateravergiftung, muss der Magen ausgepumpt und anschließend eine Lösung aus Zucker und Alkohol verabreicht werden. Sie erhöht den Blasendruck, sodass das Gift schneller aus dem Körper ausgeschieden wird.

Tipp: Bei einer einfachen Fischvergiftung sollten Hausmittel nur bedingt zum Einsatz kommen. Wichtig sind große Mengen an Wasser, eine leichte Massage des Bauches, kühle Tücher auf der Stirn sowie krampflösende Tees, beispielsweise Kamillentee, Pfefferminztee, Ingwerwasser, Thymiantee und andere lindernde Kräutertees.

Einer Fischvergiftung vorbeugen

Natürlich stellt sich die Frage, ob und wie man Fischvergiftungen vorbeugen kann. Leider gibt es keine Merkmale, an denen zu erkennen ist, ob ein Fisch über seine Nahrung Toxine aufgenommen hat oder nicht. Allerdings ist die Gefahr einer Fischvergiftung bei älteren Fischprodukten sehr viel höher als bei frischem Fisch. Er weist einige Besonderheiten auf, an denen sich erkennen lässt, dass er frisch ist:

  • Ein frischer Fisch hat schöne rote Kiemen,
  • eine schleimig glänzende Haut,
  • eine gute Festigkeit,
  • klare Augen,
  • frisches Blut von hellroter Farbe,
  • er weist einen nur leicht fischigen Geruch auf und
  • duftet nach Meer, nach Salz und nach frischem Wasser.

frischer Fisch

Tipp: Die meisten echten Fischvergiftungen, die bedingt sind durch eine mit Toxinen verseuchte Nahrungsaufnahme, stammen von frischen Fischen aus dem pazifischen und indischen Ozean sowie aus der Karibik.

Es gibt weitere Verhaltensmaßregeln, mit denen man Fischvergiftungen vorbeugen, sie reduzieren und vermeiden kann:

  • Keine aufgeblähten Fischkonserven kaufen
  • Beim Kauf auf die Merkmale von frischem Fisch achten
  • Auf den Verzehr von Kugelfisch verzichten
  • Auf die Hygiene bei der Zubereitung von Fisch achten
  • Tauwasser aus Fischverpackungen entsorgen
  • Frischen und aufgetauten Fisch immer mit Wasser abspülen
  • Abgespülten Fisch mit Küchentüchern vorsichtig abtupfen
  • Arbeitsplatte nach jedem Gebrauch sorgfältig reinigen
  • Grundsätzlich unterschiedliche Küchenbretter für Gemüse, Fleisch und Fisch verwenden
  • Fisch nur kurz und kühl lagern
  • Auf den Verzehr von rohem Fisch verzichten
  • Fisch grundsätzlich ausreichend lange kochen, braten, grillen oder dünsten
  • Zwischendurch immer wieder gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen
  • Empfindliche Lebensmittel von anderen Nahrungsmittel getrennt zubereiten
  • Regelmäßig Spülbürsten, Schwämme und Lappen durch neue ersetzen

Quelle:
https://www.deutschesee.de/rezepte/tipps-von-profis/wie-erkenne-ich-frischen-fisch/
https://www.dr-gumpert.de/html/fischvergiftung.html

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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