Fingernägel schneiden beim Baby: Hebammen-Rat

Voller Bewunderung betrachtet man Babys Hände: die zarte, rosige Haut, die kleinen, kräftigen Fingerchen, die zerbrechlichen Fingernägel, die kaum über die Fingerkuppe hinausragen… Doch genau diese kleinen Fingernägel können erhebliche Kratzspuren ziehen in Babys Gesicht oder an Mamas Dekolleté. Wann und wie die Nägel von Babys am besten zu kürzen sind, erfahren Sie in diesem Text.

Fingernägel schneiden beim Baby

Babys werden mit sehr weichen Nägeln geboren. Da sie bereits bei der Geburt etwas über die Fingerkuppe hinausragen, brechen anfangs die Nägel leicht um oder ab. Sie brauchen die hautähnlichen Reste nur noch abziehen. Wenn das Baby älter wird, wird auch der Nagel fester. Da ein Baby sich noch völlig unkoordiniert bewegt, passieren schnell Kratzer, obwohl es Sie oder sich selbst natürlich nicht verletzen will.

Babys Fingernägel schneiden – ab wann?

Vor dem Alter von 6 Wochen sollten die Nägel des Babys nicht verschnitten werden. Der Nagel ist mit dem Nagelbett noch zu sehr verwachsen. Er kann nicht gut von der Fingerkuppe weggehalten werden, sodass die Verletzungsgefahr für das Kind zu groß ist. Es können leicht Schnittwunden entstehen und sich Nagelbettentzündungen entwickeln.

Fingernägel schneiden

Viele Eltern scheuen sich, die Nägel des Babys zu schneiden, aus lauter Angst, das Kleine dabei aus Versehen zu verletzen. Wie Sie am besten vorgehen:

Baby Fingernägel schneiden

  1. Wählen Sie einen Zeitpunkt, in dem das Baby entspannt und gelassen ist z.B.
    • nach dem Stillen,
    • nach dem Baden,
    • während seines Schlafes,
    • während einer Ablenkung durch Spielen, Singen oder Beobachten (z.B. Papa macht Faxen…).
  2. Umfassen Sie die kleine Faust mit Ihrer Hand und spreizen dabei das erste Fingerchen von Babys Hand ab.
  3. Halten Sie das Fingerchen gut fest. Üben Sie einen leichten Druck auf die Fingerkuppe aus, sodass Sie besser an den Rand des Nagels herankommen.
  4. Setzen Sie Schere, Knipser oder Feile an und kürzen den Nagel vorsichtig.
    • Achten Sie darauf, nur den Nagel und nicht die darunterliegende Haut mit dem Schneidwerkzeug zu erfassen.
    • Schneiden/Feilen Sie den Nagel in eine leicht abgerundete Form.
    • Achten Sie auf die Ecken, dass diese nicht einreißen.
  5. Gehen Sie mit jedem weiteren Finger so vor.
  6. Wenn das Baby unruhig wird oder sich wehrt, pausieren Sie erst einmal und versuchen es später wieder.

Falls Sie sich anfangs an diese Aufgabe nicht gut herantrauen, lassen Sie sich das Fingernägel schneiden bei Ihrem Baby ruhig von Ihrer Hebamme zeigen. Oder Sie erledigen die Aufgabe gemeinsam mit Ihrem Partner/In, da haben Sie „mehr Hände“ zur Unterstützung.

Tipp: Übergeben Sie die Aufgabe an den Papa des Kindes, Männer sind in vielen Bereichen mit dem Baby „handfester“ und nicht so zögerlich.

Utensilien

Babys Nägel können mit diesen Utensilien gekürzt werden:

  • Nagelschere für Babys
  • Nagelknipser für Babys
  • Nagelfeile für Babys

Alle drei Utensilien sind geeignet. Ausschlaggebend für die Wahl ist das Handling. Erfahrungsgemäß werden von den meisten Eltern Baby-Nagelscheren verwendet. Die Fingernägel mit einer Nagelfeile zu kürzen ist die sicherste Variante, jedoch dauert sie länger.

Nagelknipser Baby

Wie oft Babys Fingernägel schneiden?

Im Organismus eines Babys ist nahezu alles auf Wachstum ausgerichtet. Deshalb wachsen bei den Kleinen auch Haare und Nägel sehr rasch. Fingernägel sollten ein- bis zweimal wöchentlich geschnitten werden, phasenweise sogar noch häufiger.

Was tun bei Verletzungen?

Natürlich können auch die vorsichtigsten Eltern beim Fingernägel schneiden einmal eine kleine Wunde fabrizieren. Zuerst sollte die Blutung gestillt werden (Druck mit einem sauberen Zellstofftuch o.ä.). Danach kann ein kleines Pflaster aufgebracht werden, allerdings ist das oft nicht sinnvoll, denn Babys neigen zum Lutschen an den Fingern. Sie haben dann das Pflaster im Mund statt am Finger. Alternativ kann das Aufbringen von Panthenol-Salbe (Wundsalbe) oder Lanolin-Salbe (Brustwarzensalbe) die Wundheilung unterstützen. Doch auch ohne Salben heilt Babys Haut sehr schnell. Zum Arzt sollten Sie mit dem Baby gehen, wenn die verletzte Stelle nicht aufhört zu bluten oder wenn sie sich entzündet (Rötung, Schwellung, Eiterbildung).

Wanda Unger
Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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Wanda Unger
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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