Gesetze & Co. – Das ändert sich ab Juli 2019

Bei drückender Hitze bleibt es auch an der Verbraucher-Front heiß. So kommt auch im Juli eine ganze Reihe von Änderungen auf die Bürger zu. So erhöht beispielsweise die Post ihr Briefporto, während sich Eltern und Rentner über mehr Geld freuen dürfen.

Bevor wir uns aber diesen Verbraucher-Themen widmen, erfolgt an dieser Stelle in gewohnter Form ein Überblick über erwähnenswerte Feier-, Gedenk- und Aktionstage im Juli. Diese Ereignisse sind in diesem Monat besonders interessant:

  • 2. Juli: Tag der Franken (regional)
  • 4. Juli: Unabhängigkeitstag (USA)
  • 6.-28. Juli: Tour de France
  • 14. Juli: Nationalfeiertag (Frankreich)
  • 18. Juli: Nelson-Mandela-Tag
  • 20. Juli: Gedenktag zum Attentat vom 20. Juli 1944
  • 21. Juli: Nationalfeiertag (Belgien)

Nachdem im Vormonat bereits Berliner, Brandenburger und Hamburger Schulkinder in die Sommerferien starteten, stehen diese jetzt auch in den restlichen Bundesländern an. Am längsten müssen Schüler in Baden-Württemberg und Bayern warten. Dort beginnen sie erst am 29. Juli.

Tipp: Für Autofahrer heißt das erhöhte Staugefahr. Meiden Sie stark befahrene Strecken oder Stoßzeiten. Nehmen Sie Ausweichrouten. Bringen Sie Geduld mit. Bedenken Sie das erhöhte Verkehrsaufkommen auch in Ihrer Reiseplanung, etwa beim Thema Anschlüsse.

Post erhöht Porto

Briefträger - Portoerhöhung

Zum 1. Juli steigt das Porto für Briefe und Postkarten in Deutschland. So kostet der Versand eines Standardbriefes (bis 20 Gramm Gewicht) ab dem kommenden Tag 80 Cent statt bisher 70 Cent. Alle weiteren Preiserhöhungen auf einen Blick:

  • Postkarte: 60 Cent statt bisher 45 Cent
  • Kompaktbrief (bis 50 g): 95 Cent statt bisher 85 Cent
  • Großbrief (bis 500 g): 1,55 Euro statt bisher 1,45 Euro
  • Maxibrief (bis 1000 g): 2,70 Euro statt bisher 2,60 Euro
  • Maxibrief (bis 2000 g): 4,90 Euro statt bisher 4,80 Euro

Tipp: Haben Sie noch Briefmarken mit den alten Portowerten zu Hause, können Sie sogenannte Ergänzungsmarken erwerben.

Kindergelderhöhung

Ab 1. Juli dürfen sich Familien monatlich über 10 Euro mehr pro Kind freuen. Das zahlt die Familienkasse ab nächsten Monat aus:

  • 204 statt 194 Euro für das erste und zweite Kind
  • 210 statt 200 für das Dritte
  • 235 statt 225 für das Vierte und alle weiteren

Die Grenze des Kindergeldbezugs liegt bei 18 Jahren, kann sich aber bei nachweisbar, laufender Ausbildung oder Studium auf 25 erhöhen.

Außerdem steigt für Geringverdiener der Kinderzuschlag, der zusätzlich zum Kindergeld beantragt werden kann, von 170 auf 185 Euro pro Monat Kind.

Renten steigen

Rentenerhöhung

Für die über 20 Millionen Rentner heißt es ab 1. Juli Rentenerhöhung.

  • In Westdeutschland um 3,18 % (entspricht 31,80 Euro bei einer Rente von 1000 Euro)
  • In Ostdeutschland um 3,91 % (entspricht 39,10 Euro bei einer Rente von 1000 Euro)

Tipp: Etwa 50000 Rentner werden mit dieser Rentenanpassung steuerpflichtig. Dennoch lässt sich auch hier Geld sparen. Etwa wenn Sie Kranken- und Pflichtversicherungsbeiträge oder Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Kontaktieren Sie dazu Ihren Rentenberater. Einen Teil der Ausgaben für diesen können Sie beispielsweise auch als Werbungskosten absetzen.

Kurz vermerkt

Gute Nachricht für Schuldner mit regelmäßigem Einkommen: Ab 1. Juli erhöhen sich die Pfändungsfreigrenzen um etwa 4 Prozent. Einem alleinstehenden Schuldner mit einem Nettoverdienst von monatlich 1500 Euro bleibt so beispielsweise unter dem Strich ein unpfändbarer Betrag in Höhe von 1275,01 Euro. Mehr dazu in der neuen Pfändungstabelle.

Bislang durften sogenannte Midijobber zwar mehr als 450 Euro im Monat verdienen, dabei aber nicht die Obergrenze von 850 Euro brutto überschreiten. Ab 1. Juli erhöht sich diese nun auf 1300 Euro brutto. Außerdem erwerben Arbeitnehmer, die einem Midijob nachgehen, in Zukunft die volle Rentenanwartschaft.

Tipp: Steuerzahler, die ihre Steuerklärung selbst verfassen, haben bis Ende des Monats Zeit diese beim Finanzamt einzureichen (WIADO berichtete). Aber Achtung: Für jeden überzogenen Monat fallen Strafgebühren von mindestens 25 Euro an.

Quellen:
https://www.deutschepost.de/de/a/aenderungen-2019.html
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/03_haeufige_fragen/11_rentenanpassung_node.html
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/entlastung-kindergeld-steigt-ab-juli-2019-um-zehn-euro-pro-kind-im-monat/23673390.html?ticket=ST-535065-suWVaDZXfbgubITQzO2h-ap5
https://www.haufe.de/personal/entgelt/midijobs-neuer-einstiegsbereich-ersetzt-gleitzone_78_457722.html
https://www.steuern.de/steuergesetz-was-aendert-sich-ab-2019.html
https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/geld-versicherungen/pfaendungsfreigrenzen-erhoehung-nicht-verpassen-13733

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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Mirko Kreißig
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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