Brennnesselsud herstellen: biologische Brennnesseljauche als Naturdünger

Oft verschmäht, erweist sich die Brennnessel bei näherer Betrachtung als vielfältig einsetzbare Allzweckwaffe. Besonders im heimischen Garten zeigt sie sich als günstige und biologisch unbedenkliche Alternative zu chemischen Mitteln. Brennnesselsud eignet sich hervorragend zur Schädlingsbekämpfung, während sich die Jauche als kräftiges Düngemittel entpuppt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie beides schnell, problemlos und vor allem fachgerecht zubereiten.

Brennnesselsud-1

Die in unseren Graden verbreitetsten Brennnesselarten sind die Große und die Kleine Brennnessel. Stehen beide zur Verfügung, sollte immer zu Letzterer gegriffen werden, da sie aggressiver wirkt. Der beste Zeitpunkt für die Ernte der Blätter ist zwischen Mai und Juli, solange die Pflanzen noch nicht erblüht sind.

TIPP: Damit Sie bei Bedarf im weiteren Verlauf der Gartensaison noch Brennnesselsud bzw. -jauche herstellen können, sollten Sie einen Teil der geernteten Blätter trocknen und dunkel lagern.

Brennnesselsud

Der Brennnesselsud, bei Heißwasserentzug auch als Brennnesselbrühe bezeichnet, ist ein schnell herzustellendes natürliches Insektizid. Es kann bereits 12 Stunden nach dem Ansetzen zur Bekämpfung von Schädlingen und Unkraut eingesetzt werden. Durch das freigesetzte Nesselgift tötet es Blattläuse und härtet Blätter gegen zukünftigen Befall.

Was wird benötigt?

  • Handschuhe
  • (Garten)Schere
  • Geerntete Nesseln
  • Regen- oder Trinkwasser
  • Eimer/Plastikbehälter mit Deckel
  • Sieb
  • Rührstab

Wie wird’s richtig gemacht?

  • Unterscheidung zwischen Kaltwasserentzug (Dauer: 12-48 h) und Heißwasserentzug (24 h mit anschließendem Aufkochen des gesamten Suds)
  • Kleingeschnittene Pflanzen in Behälter geben
    • Faustregel: 75-100 Gramm getrocknete Blätter ersetzen bis zu 500 Gramm frisch geerntete
  • Mit Wasser aufgießen
    • Faustregel: Pro Kilogramm Blätter 10 Liter Wasser
  • Kurz umrühren
  • Gefäß verschließen
  • Nach gewünschter Zeit über Sieb abgießen

TIPP: Die abgesiebten Blätter können als Mulch verwendet werden.

Wie wird’s richtig angewendet?

  • Brennnesselsud kann prinzipiell unverdünnt aufgetragen werden
  • Ausnahme: Heiße Aufgüsse, diese müssen 1:5 oder 1:10 (Verhältnis Teile Sud:Teile Wasser) verwendet werden
  • Vor allem bei Bewölkung nutzen, bei Sonnenschein kann es bei Freilandpflanzen zu Verbrennungen kommen
  • Pflanzen können an 2-3 aufeinanderfolgenden Tag gegossen bzw. besprüht werden

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche ist ein effektives natürliches Düngemittel und enthält neben wertvollen Nährstoffen wie Stickstoff, Natrium und Kalium auch Eisen und Vitamine. Im Gegensatz zum Sud ist sie in der Herstellung jedoch wesentlich zeitintensiver. So dauert es in der Regel zwischen 1 und 3 Wochen bis der Gärprozess abgeschlossen ist. Sein Ende erkennen Sie daran, dass die Schaumbildung abgeschlossen ist. Dabei ist die benötigte Zeit auch immer standortabhängig. Ein warmer, sonniger Lagerplatz kann die Gärzeit deutlich verkürzen.

TIPP: Da die Zubereitung von Brennnesseljauche sehr zeitaufwendig ist, sollten Sie schon zu Beginn der Erntezeit der Blätter einen großen Bottich für die etwaige spätere Nutzung in der Gartensaison ansetzen. Einmal angesetzt ist die Jauche lange haltbar.

Was wird benötigt?

  • Handschuhe
  • (Garten)Schere
  • Geerntete Nesseln
  • Regen- oder Trinkwasser
  • KEIN Metallgefäß, OHNE Deckel
  • Gitter oder Rost
  • Sieb
  • Rührstab

Wie wird’s richtig gemacht?

  • Kleingeschnittene Pflanzen in Behälter geben
  • Mit Wasser aufgießen
    • Für die Nutzung getrockneter statt frischer Blätter bzw. die zu verwendende Wassermenge gelten dieselben Faustregeln wie bei der Herstellung des Suds.
  • Regelmäßig umrühren: 1-2-mal täglich zur Sauerstoffzufuhr
  • Gefäß NICHT luftdicht verschließen, Gitter oder Rost als Schutz vor unliebsamen Besuchern
  • NACH Ende des Gärprozesses luftdicht verschließen
  • Vor Gebrauch absieben
  • Danach Lagerung im Schatten um Nachgärung zu verhindern

TIPP: Weil die Jauche sehr geruchsintensiv ist, empfiehlt es sich, sie in einem abgelegenen Teil Ihres Gartens zu lagern. Außerdem bietet es sich an, beim täglichen Rühren Gesteinsmehl oder Bentonit sowie Kamille, Eichen- oder Baldrian-Blätter zur Geruchsneutralisation zuzugeben.

Wie wird’s richtig angewendet?

  • Niemals pur anwenden, zwingend verdünnen:
    • 1:50 für Schwachzehrer (junge Triebe, Rasen): alle 4-6 Wochen düngen
    • 1:20 für Mittelzehrer (z.B. Blattsalat oder Karotten)
    • 1:10 für Starkzehrer (u.a. Tomaten, Gurken und Kartoffeln): alle 2 Wochen
  • Unverdünnt nur zur Förderung der Verrottung, z.B. auf dem Kompost, nutzen
  • Grundsätzlich gilt: Lieber etwas weniger als zu viel düngen, Nachdüngung immer möglich

Quellen:

https://www.hausgarten.net/pflanzenschutz/schaedlinge/brennesselsud-gegen-laeuse.html
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/schaedlinge/Mit-Brennnesseln-duengen-und-Laeuse-bekaempfen,schaedlinge121.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Brennnesseln 

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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Mirko Kreißig
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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