Baby-Entwicklung im 1. Monat – das tut sich in den ersten Wochen

Schon in den ersten Wochen nach der Geburt machen Kinder einen großen Entwicklungssprung. Mit einigen Reflexen kommen sie bereits auf die Welt. Andere Eigenschaften müssen Sie erst erlernen. Im ersten Monat nach der Geburt tut sich bei der Baby-Entwicklung schon eine ganze Menge. Wir haben hier die wichtigsten Stufen für Sie zusammengestellt.

Baby-Entwicklung

Wenn ein Menschen-Baby geboren wird, kommt es völlig „unreif“ zur Welt. Ohne Fürsorge seiner Eltern würde es nicht überleben. Es kann sich weder fortbewegen noch selbstständig für seine Nahrung sorgen. Auch seine Hirnentwicklung ist noch sehr unvollständig ausgeprägt, es kann sich also mit seiner Umgebung sehr begrenzt verständigen. Das Baby bringt dafür aber lebenswichtige Reflexe mit auf die Welt, die gemeinsam mit seinen Eltern für sein Überleben sorgen.

Reflexe

Das kindlich-niedliches Aussehen und das zarte Schreien des Babys bewirkt bei den Erwachsenen, dass man sich um das hilflose Wesen kümmert: es füttert, es trägt, ihm bei Schmerzen hilft und es in seiner Entwicklung unterstützt. Das Baby selbst bringt überlebenswichtige Reflexe mit. Solche lebenserhaltenden Reflexe wären beispielsweise:

  • Suchreflex: bei Berührung an Wange und Mund wendet es das Köpfchen in diese Richtung (findet so die Brust)
  • Saugreflex: bei Berührung des Gaumens mit Brustwarze oder Flaschensauger saugt es los (bekommt so Nahrung aus der Nahrungsquelle)
  • Schluckreflex: läuft Flüssigkeit (Milch, Speichel) in den Mund-Rachenraum wird der Schluckvorgang ausgelöst
  • Greifreflex: berührt man Handinnenfläche oder Fußsohle, krümmen sich Finger und Zehen in einer Art Festhalte-Griff (Überbleibsel aus der Zeit, als sich Babys noch an der Mutter festklammern mussten, sonst Lebensgefahr)
  • Atemschutzreflex: kommen Gesicht und Atemwege mit Wasser in Berührung, verschließt sich der Kehlkopfdeckel und verhindert ein Eindringen von Wasser in die Atemwege (deshalb sind auch Geburten unter Wasser möglich oder das Tauchen beim frühen Babyschwimmen)

Baby-Entwicklung nach 1 Monat

  • Reflexe noch vorhanden

Sinnesorgane

  • gutes Hörvermögen
  • erkennt die Stimme der Eltern
  • erkennt Herzschlag und Musik wieder (Beruhigung)
  • scharf sehen nur in einem 20 bis 30 cm Abstand (Gesichtsnähe der Eltern)
  • sieht Umgebung verschwommen, unterscheidet hell und dunkel
  • hat sehr empfindsame Haut (hohe Wahrnehmung für Berührung, Kälte…)
  • erkennt die Mutter am Geruch
  • Geschmackssinn noch nicht ausgeprägt, Abwehr bei bitteren Stoffen (Vitamin K -Tropfen – Gabe nach Geburt)

Baby-Entwicklung nach 1 Monat

  • kann Nähe und Umgebung gut erkennen
  • baut Blickkontakt auf

Entwicklungsschub

  • blinzelt bei lautem Geräusch (Händeklatschen)

Tipp: Berührung zum Beispiel in Form von Babymassage oder auch einfach nur Streicheln fördern Babys (Hirn)Entwicklung und die Bindung zu den Eltern. Auch durch gemeinsames Baden in der großen Badewanne erlebt das Baby Vertrauen, Nähe, Sicherheit, Freiheit und Entspannung, denn es kommt ja aus dem Wasser, dem Fruchtwasser.

Motorik

  • hat eine typische Beugehaltung inne (Arme und Beine eng an Körper herangezogen)
  • in Bauchlage passiv, Suchbewegungen, keine Stützreaktion
  • keine Kopfbalance – immer Abstützen!

Baby-Entwicklung nach 1 Monat

  • Beugehaltung gelöster, aktive Bewegungen
  • Bauchlage – kurzzeitiges Anheben des Kopfes möglich
  • in aufrechter Position kurze Kopfbalance möglich

Tipp: Wenn das Baby viel getragen wird (Tragetuch), hilft es ihm, sich in der aufrechten Position zurechtzufinden und die Balance für sein Köpfchen zu trainieren (abgestützt, angelehnt). Tragen unterstützt die Bindung zu den Eltern und die Baby-Entwicklung insgesamt. Außerdem ist es günstig, das Baby bei jedem Wickeln auf den Bauch zu drehen. Es fördert die Bewegungsfähigkeit (Drehen, Stützen, Vorwärtsschieben) und stärkt die Rückenmuskulatur, was wichtig für späteres Sitzen ist.

Körperliche Entwicklung

  • kann seine Körpertemperatur noch nicht regulieren (friert schnell)
  • Gewichtsabnahme in den ersten Tagen
  • Nabelschnurrest noch vorhanden
  • oft gelbe Hautfarbe (Neugeborenengelbsucht durch Unreife der Organe)
  • unreife Hüften – breit wickeln empfohlen
  • Augenfarbe meist dunkelblau (typisch für den Anfang)

Baby-Entwicklung nach 1 Monat

  • kann Körpertemperatur halten
  • nimmt wöchentlich 150g bis 300g an Gewicht zu, hat so nach 10 – 14 Tagen sein Geburtsgewicht wieder erreicht

Gewichtszunahme beim Baby

  • die Wundheilung am Nabel ist meist innerhalb der ersten 3 Wochen abgeschlossen
  • die fleckige, leicht gelbliche Hautfarbe ist einem gesunden rosig-glatten Teint gewichen
  • Hüftentwicklung – Kontrolle
  • Augenfarbe deutlicher, aber noch nicht endgültig

Tipp: Ein Baby kommt aus 37°C Umgebungstemperatur in Mutters Bauch. Selbst bei 24°C Zimmertemperatur kann es, gerade in den ersten Lebenswochen, sehr schnell frieren, bis sich sein Stoffwechsel ausreichend eingepegelt hat. Sie bemerken es an bläulich verfärbten Händen und Füßen, an marmorierter Haut sowie Unruhe. Kontrollieren Sie deshalb gerade zu Beginn öfters einmal die Körpertemperatur Ihres Babys. Eine Temperatur unter 36,5°C bedeutet, dass dem Baby kalt ist. Oft sind sein Wohlbefinden und seine Schlafphasen dadurch gestört. Körperkontakt oder ein leicht gewärmtes Körnerkissen bringen das Kleine schnell wieder auf eine Wohlfühltemperatur.

Hirnentwicklung

  • unfertig
  • lernfähig
  • benötigt Reize zum Lernen und zur Weiterentwicklung, aber nicht zu viel (Reizüberflutung)
  • hohes Schlafbedürfnis (bis zu 20 Stunden am Tag)
  • kurze Konzentrationszeit
  • offene Fontanellen (ermöglicht Hirnwachstum innerhalb des knöchernen Schädels)

Baby-Entwicklung nach 1 Monat

  • Hirn reift heran, Kopfumfang wird größer
    • Fontanellen weiterhin geöffnet
  • immer noch hohes Schlafbedürfnis

Baby-Entwicklung Schlafbedürfnis

  • Konzentrationsfähigkeit ca. 5 Minuten
    • auf Wickeltisch sprechen, spielen, streicheln
  • ahmt Mimik von Erwachsenen nach (Zunge rausstrecken)

Tipp: Eltern sind immer bestrebt, ihr Baby optimal zu fördern. Dabei wird das Kind oft unwissentlich erheblichem Stress und Druck ausgesetzt. Deshalb gilt: Bitte das Baby keiner Reizüberflutung aussetzen! Auch ein geregelter Tagesablauf (rund um das Stillen nach Bedarf) hilft dem Kind, sich besser im „neuen“ Leben zu orientieren, was besonders förderlich für Babys Ruhe und Ausgeglichenheit ist.

Das gelbe Untersuchungsheft

Durch folgende Untersuchungen beim Kinderarzt wird Babys Entwicklung im ersten Lebensmonat „kontrolliert“.

Baby-Entwicklung

  • APGAR – Test nach der Geburt (Atmung, Puls/Herzschlag, Grundtonus der Muskulatur, Aussehen der Haut, Reflexe)
  • Untersuchung U1 (nach der Geburt)
  • Untersuchung U2 (3. bis 10. Lebenstag)
  • Neugeborenen-Stoffwechseltest
  • Hörtest
  • Hüftultraschall

Baby-Entwicklung nach 1 Monat

  • Untersuchung U3 (4. bis 6. Lebenswoche)
  • Kontrolle Hüftultraschall

Dokumentiert werden alle Untersuchungen und Befunde im gelben Untersuchungsheft, welches das Kind ab nun bis zum Jugendalter „begleitet“.

Ich wünsche allen Eltern und Kindern, dass sie immer neugierig und offen bleiben und viele schöne Momente für die Ewigkeit sammeln. Denn jeder neue Entwicklungsmonat bringt wundervolle Ereignisse mit sich (erstes Zähnchen, freies Laufen, erster Schultag, erste Jugendliebe – naja, hoffentlich dies nicht ganz so schnell…)

Quellen:
https://www.kinderaerzte-im-netz.de/mediathek/entwicklungskalender/
https://www.kinderaerzte-im-netz.de/vorsorge/
https://www.baby-und-familie.de/Entwicklung/Entwicklungskalender-1.-Monat-24322.html
https://www.familie.de/baby/baby-nach-der-geburt-548647.html

Wanda Unger
Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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Wanda Unger
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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