Ihr Baby mit 5 Wochen: Wachstumsschub & Entwicklung | 2. Monat

Ihr Baby ist nun 5 Wochen alt und so langsam kehrt etwas mehr Ruhe und Alltag ein. Doch mit Beginn des 2. Monats kommen wieder viele neue Eindrücke auf Sie und Ihr Baby zu. In dieser Zeit kündigt sich der zweite Wachstumsschub an. Zu diesem Zeitpunkt nehmen auch die Sinneswahrnehmungen immer weiter zu. So kann ihr Baby immer besser sehen und hören und reagiert mit bewusstem Lächeln auf freundliche Zuwendungen.

Baby Kopfschütteln

Die Entwicklung Ihres Baby schreitet schnell voran. Schon jetzt kann der zweite Wachstumsschub bevor stehen. Die Sinne entwickeln sich genauso schnell weiter und auch die soziale Interaktion mit Mama, Papa und Geschwistern wird immer besser. Erfahren Sie alles zur Entwicklung Ihres Babys mit 5 Wochen.

Die Neugeborenenzeit, das sind die ersten 28 Lebenstage, gehört nun der Vergangenheit an. Die Entwicklung des Babys geht rasant weiter. Immer neue Überraschungen erwarten Sie als Eltern, schon deshalb weil Entwicklung auf allen Ebenen erfolgt, und zwar:

  • körperlich
  • seelisch
  • sozial

Körperliche Entwicklung

2. Wachstumsschub

Unser Baby erlebt seinen 2. Wachstumsschub zwischen der 4. und 6. Lebenswoche. Als Mutter bemerken Sie es an der zunehmenden Unruhe und dem „Bärenhunger“ Ihres Babys. Keine Angst, Ihre Muttermilch reicht aus! Sie wird ja inzwischen nach dem Motto „Die Nachfrage regelt das Angebot“ produziert.

Tipp: Legen Sie Ihr Baby einfach öfter an, wenn Sie sehen, dass es stillen möchte. Füttern Sie NICHT zu, weder Wasser noch Pre-Nahrung oder Tee.

Baby Wachstum

Zufüttern ist deshalb nicht angeraten, weil viele Babys Schwierigkeiten entwickeln, wieder an der Brust zu stillen.

Junge Mädchen
Größe 55 (+/- 4cm) 54(+/- 4cm)
Gewicht 4500 (+/- 800g) 4200 (+/- 800g)

Entscheidend für die Gewichts- und Größenentwicklung sind viele verschiedene Faktoren, wie z.B.

  • Geburtsgewicht/Körperlänge
  • Erbfaktoren
  • Ernährung des Säuglings (Stillen/Formula)
  • Gesundheitszustand von Mutter und Baby

Reflexe

Mit 5 Wochen ist der Suchreflex Ihres Babys noch stark ausgeprägt. Sie drehen ihren Kopf nach der Seite, wenn sie an der Wange gestreichelt werden, weil sie dort die Brust vermuten und öffnen ihren Mund.

Auch der Greifreflex, wenn das Baby an der Handinnenseite berührt wird, zeigt sich noch stark. Es kann sich an den Fingern der erwachsenen Person hochziehen. So viel Kraft hat es schon.

Sinneswahrnehmungen

Viele Babys verfolgen mit ihren Augen einen Gegenstand, den man in ihrem Gesichtsfeld zeigt bei etwa 30 cm Entfernung. Dass sie ab und zu schielen, ist bis zu einem halben Jahr normal, weil die Bewegung der Augenmuskeln noch koordiniert wird.

Baby 5 Wochen

Die meisten Babys lieben hohe Stimmen. Am liebsten hören sie die Stimme ihrer Mama. Sie können beobachten, dass ein weinendes Baby zwar auf andere Stimmen hört, die es beruhigen wollen, aber nach kurzer Pause wieder zu weinen beginnt. Spricht dagegen die Mutter ihr Kind an, hat sie fast immer sofortigen Erfolg.

Tipp: Bitte vermeiden Sie ein Fernsehgerät im Zimmer, in dem sich Ihr Baby aufhält. Es führt zur Reizüberflutung (optisch und akustisch) und anschließenden Schlafstörungen.

Der Geschmacksinn ist auf die Süße der Muttermilch ausgerichtet. Spätestens, wenn Ihr Baby seine Vitamin K oder D Gabe erhält, sehen Sie den deutlichen Unterscheid in der Mimik Ihres Babys.

Berühren der weichen Babyhaut ist für Mama und Baby eine Freude.

Tipp: Gönnen Sie sich und Ihrem Baby einen Babymassagekurs bei einer zertifizierten Kursleiterin. Oder noch besser: Lassen Sie sich einen schenken. Sie werden staunen, was Sie dort außer der Massage noch alles lernen!

Soziale Entwicklung

„Mama, Mama, der Kilian hat mich eben angelacht!“, verkündet Mia völlig aufgeregt ihrer Mama. „Na, das möchte ich aber auch mal sehen“, entgegnet die Mama. Tatsächlich: Kilian schenkt auch ihr ein strahlendes Lächeln.

Nun ist diese Entdeckung nicht unbedingt genau an Woche 5 geknüpft. Sie haben ja schon selbst bemerkt, dass sich Babys unterschiedlich entwickeln, eben auch auf der Beziehungsebene. Da hilft manchmal alles Vergleichen mit Gleichaltrigen oder schlauen Büchern nichts. Im Normalfall können Sie damit rechnen, dass das erste bewusste Lächeln zwischen der 4. und 6. Lebenswoche auftritt. Das Baby – so wie Kilian – hat sich inzwischen die Gesichter und Stimmen von Mama, Papa und Geschwistern gut eingeprägt und erkennt sie wieder.

Merke: Freundliche Zuwendung durch Sprache und Berührung wird durch Lächeln belohnt.

Spiegelneurone

Babys werden mit Spiegelneuronen geboren. Das sind Nervenzellen, die uns in die Lage versetzten, Stimmungen und Gefühle eines anderen Menschen bei uns zum Mitschwingen bringen. Sie rufen ein Echo hervor. Wenn das Baby lächelt, reagiert es also auf das Lächeln oder die Stimme einer Person, die es schon kennt.

Diese wunderbaren Bausteine unseres Gehirns sind bereits von Geburt an aktiv und machen in der Folge einen kleinen Menschen zu einem mitfühlenden Wesen. Auch Babys lernen vom Nachahmen der Personen, mit denen sie am meisten in Kontakt sind. Sie verstehen sehr schnell, ob irgendeine ihrer Aktionen Freude oder Schmerz beim Gegenüber hervorruft. Sie reagieren dann oft sofort mit Weinen, z.B. wenn die Mama vor Schreck aufschreit, weil Baby plötzlich beim Stillen in die Brust beißt.

Merke: Spiegelungen von Gefühlen und Stimmungen sind ein Grundbedürfnis (so wie Nahrung und Schlaf) des Babys, das ihm zu Geborgenheit und einer gesunden Entwicklung verhilft.

Bonding

Bonding

ist das englische Fachwort für Bindung oder Bindungsaufbau. Zwischen Mutter und Baby besteht eine enge Bindung in der Schwangerschaft. Sie wird durch die Geburt (Ent-bindung) kurzzeitig unterbrochen. In den folgenden Wochen und Monaten wird sie intensiv wieder aufgebaut. Wie schon mehrfach erwähnt, spielt das Bindungshormon Oxytocin dabei eine entscheidende Rolle. Durch direkten Hautkontakt zwischen Mutter (Vater) und Kind gelangt es in den Blutkreislauf und festigt eine Beziehung, die lebenslange positive Auswirkungen hat. Eine Babymassage kann gute Hilfe dabei leisten.

Merke: Babys lernen Beziehungen zu anderen Personen aufzubauen über die wichtigste Beziehung ihrer Neugeborenenzeit, die zu ihrer Mutter.

Ich wünsche Ihnen als Eltern und mir selbst, dass wir das Staunen über die kleinen und großen Entwicklungsschritte neu erlernen und diesen Schatz in unseren Herzen bewahren!

Quellen:
https://www.planet-wissen.de/natur/forschung/spiegelneuronen/index.html
https://www.netmoms.de/magazin/baby/baby-entwicklung/monat-1-baby-entwicklung/

Edeltraut Hertel
Hier schreibt Hebamme
Edeltraut Hertel ist Diplom-Medizin-Pädagogin, Hebamme und Krankenschwester. Sie arbeitete im In- und Ausland (8 Jahre Tansania, Katastropheneinsätze in Mazadonien, Sudan und Eritrea), und war fast 15 Jahre als freiberufliche Hebamme in Glauchau und Umgebung tätig. Von 2012 bis 2017 unterrichtete sie an der Med. Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Seit Sept. 2017 erfreut sie sich an ihrem Ruhestand, gibt aber gern aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz an Wissensdurstige weiter.
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Edeltraut Hertel
Edeltraut Hertel ist Diplom-Medizin-Pädagogin, Hebamme und Krankenschwester. Sie arbeitete im In- und Ausland (8 Jahre Tansania, Katastropheneinsätze in Mazadonien, Sudan und Eritrea), und war fast 15 Jahre als freiberufliche Hebamme in Glauchau und Umgebung tätig. Von 2012 bis 2017 unterrichtete sie an der Med. Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Seit Sept. 2017 erfreut sie sich an ihrem Ruhestand, gibt aber gern aus ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz an Wissensdurstige weiter.
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