Mehl ist abgelaufen: darf man es noch verwenden?

Auf der Verpackung von Mehlsorten ist wie bei jedem Lebensmittel, das in Deutschland verkauft wird, die Mindesthaltbarkeit angegeben. Das Produkt kann auch nach diesem Datum verwendet werden, denn es handelt sich im ein Mindesthaltbarkeitsdatum und nicht um ein Verfallsdatum. Entscheidend sind die richtige Aufbewahrung und der Zustand des Mehls.

Mehl ist abgelaufen

Das Verfallsdatum finden Sie nur auf einigen Lebensmitteln, die besonders schnell verderben. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt dagegen an, wie lange ein Lebensmittel grundsätzlich haltbar ist und bedenkenlos verwendet werden darf. Es ist kein Ablaufdatum! Bei Mehlen kommt es außerdem darauf an, um welche Mehlsorte es sich handelt. Die Typenkennzeichnung gibt Auskunft über den Ausmahlungsgrad. Das bedeutet, dass Vollkornmehle schneller verderben als ein sehr feines, weißes Haushaltsmehl. Die meist verkaufte Mehlsorte, weißes Weizenmehl mit der Kennzeichnung 405, hält sich mehrere Jahre, auch wenn auf der Verpackung ein viel früheres Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben ist – auf jeden Fall dann, wenn die Originalpackung noch verschlossen ist und kühl gelagert wurde.

Wie lange ist Mehl haltbar?

Küchenutensilien und Mehl

Grundsätzlich halten sich trockene Lebensmittel sehr lange. Weißmehl mit einem niedrigen Ausmahlungsgrad wird nicht schnell schlecht, sondern kann auch weit über das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum noch verbraucht werden. Mehle mit einem hohen Ausmahlungsgrad enthalten mehr Fett und sind deshalb nicht so lange bedenkenlos verwendbar. Sie sind dann zwar nicht definitiv verdorben, der Geschmack kann aber beeinträchtigt sein. Je höher der Anteil an Schalen und Keimen ist, umso schneller kann es passieren, dass Mehle verderben.

  • Type 405 bis 812 halten am längsten, bis zu 18 Monaten.
  • Type 550, bekannt als Pizzamehl, etwa ein Jahr
  • Roggenmehl Type 1370, etwa acht Monate
  • Weizenmehl Type 1050, etwa sechs Monate

Diese Angaben beziehen sich auf die Mindesthaltbarkeit. Nach diesem Datum sind die Mehle aber nicht automatisch schlecht. Es kann sein, dass die Backeigenschaften nachlassen. Außerdem ist der Inhalt bereits geöffneter Packungen gefährdeter. Eine Aufbewahrung im Kühlschrank ist nicht sinnvoll, die richtige Lagerung spielt aber trotzdem eine Rolle.

Tipp: Vorsicht, wenn Sie offene Mehle direkt beim Erzeuger, etwa in einer Mehlmühle, kaufen. Dann ist die Angabe eines Ablaufdatums nicht Pflicht. Vermerken Sie selbst das Kaufdatum, kaufen Sie nur so viel, wie Sie in den nächsten Wochen verbrauchen, und lagern Sie das Produkt korrekt.

Woran erkennen Sie verdorbenes Mehl?

Ob das Produkt nicht nur datumsmäßig abgelaufen und verfallen, sondern tatsächlich verdorben ist, können Sie teils sehen, riechen oder schmecken. Alle Mehle sollen frisch riechen, ein muffiger oder ranziger Geruch ist immer ein Warnsignal. Auch wenn das Produkt bereits abgelaufen ist, soll es nicht klumpen, sondern fein aus der Packung beziehungsweise dem Behälter rieseln. Schimmel tritt nur auf, wenn Weizenmehl oder Roggenmehl falsch gelagert wurden, in der Regel handelt es sich dann um eine feuchte Lagerung und eine undichte Verpackung. Schädlinge erkennen Sie mit bloßem Auge, dazu sehen Sie sich die Mehle genau an. Wenn Sie nur die kleinste Bewegung sehen, weg damit, denn dann ist das Produkt mit Sicherheit verdorben und verfallen.

Die richtige Lagerung: So bremsen Sie das Ablaufdatum aus!

Mehl in Dose

Mehle im Vorrat bleiben in der ungeöffneten Packung. Erst dann, wenn Sie eine erste Portion entnehmen, füllen Sie den Rest in ein anderes Gefäß. Gut geeignet sind

  • dicht schließende Metalldosen
  • Gläser mit Schraubdeckel
  • Plastikbehälter mit dichtem Deckel

Außerdem sollten alle Mehle, ob offen oder noch in der Originalpackung, kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Die Verpackung muss dicht sein, denn Mehle nehmen rasch andere Gerüche an. Wenn das Lebensmittel zu warm gelagert wird und die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, kommt es zu einem raschen Abbau der Enzyme. Dadurch wird die Backfähigkeit beeinträchtigt. Eine direkte Sonneneinstrahlung verursacht einen Verlust von Vitaminen, die Farbe verändert sich. Die beste Lagertemperatur liegt bei 16 bis 20 Grad Celsius, damit das Lebensmittel nicht schlecht wird.

Quellen:
www.mindesthaltbarkeitsdatum.de/haltbarkeit-von-lebensmittel/haltbarkeit-von-mehl/
praxistipps.focus.de/abgelaufenes-mehl-so-lange-koennen-sie-es-verwenden_104566
www.baeckerlatein.de/mehl-haltbarkeit/
https://www.edeka.de/ernaehrung/expertenwissen/1000-fragen-1000-antworten/mindesthaltbarkeitsdatum-kann-mehl-ueberhaupt-verderben.jsp

 

Mirko Kreißig
Über unseren Autor
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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Mirko Kreißig
Mirko Kreißig ist Online-Redakteur bei Wiado. Als studierter Anglist hat er nicht nur ein Faible für Sprachen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz. Auch in schlechten Zeiten versucht er sich sein Credo „Always look on the bright side of life“ zu bewahren und die Leser mit einem Lächeln sicher durch die kleinen und großen Tücken des Alltags zu lotsen.
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