3. SSW: Befruchtung & Einnistung | Schwangerschaftswoche

Eine Schwangerschaft ist eingetreten. Von der Frau noch unbemerkt, aber mit viel Energie sorgt der Körper der Frau für beste Bedingungen. Viele Hormone arbeiten für den Erhalt und die Weiterentwicklung der befruchteten Eizelle. Welchen ersten Veränderungen Ihr Körper nun ausgesetzt ist, erfahren Sie im folgenden Text.

Einnistungsblutung Schwangerschaftswoche

Die 3. Schwangerschaftswoche (SSW) ist der tatsächliche, biologische Beginn einer Schwangerschaft. Der wichtigste Vorgang in dieser Woche ist Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter. Die Schwangerschaft ist in diesem Stadium noch nicht nachweisbar. Dennoch reagieren manche Frauen empfänglich auf die damit einhergehenden hormonellen Veränderungen und ahnen, dass „etwas im Busche ist“.

Schwangerschaftswoche 3

Eine Schwangerschaft beginnt mit dem Tag der Befruchtung (Konzeption). Die Samenzelle dringt in die Eizelle ein, beide Zellkerne verschmelzen miteinander und es beginnt die Entwicklung eines neuen Lebens. Die Befruchtung findet im Eileiter statt. Die erste SSW, rechnerisch bereits die Schwangerschaftswoche Nummer 3, ist gekennzeichnet durch die Wanderung der befruchteten Eizelle durch den Eileiter bis in die Gebärmutter. Am 6. Tag nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle in die Schleimhaut ein. Hier verbleibt sie und entwickelt sich bis zum „fertigen“ Baby.

Körperliche Veränderungen

Der Rest des Eibläschens, aus dem die Eizelle beim Eisprung geschlüpft ist, entwickelt sich zum sogenannten Gelbkörper (corpus luteum gravidatis). Der produziert die  „schwangerschaftserhaltende“ Hormone Progesteron und Östrogen. Sie sorgen für eine ideale Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut und für die Anreicherung mit Sekreten zur Ernährung der „ankommenden“ befruchteten Eizelle. Damit sind die Bedingungen für den Erhalt/die Weiterentwicklung der Eizelle und deren Einnistung gegeben. Die körperlichen Veränderungen verlaufen in diesem Zeitraum für die Frau oft unbemerkt. Manche Frauen empfinden aber auch durch den Hormonschub ähnliche Symptome wie beim prämenstruellen Syndrom (Brustspannen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen).

Einnistung SSW 3

  1. Schleimhaut der Gebärmutter: aufgelockert, gut durchblutet, nährstoffreiche Sekrete
  2. Gebärmutter (Uterus): Größe ca. 7 – 8 cm lang (wie im nichtschwangeren Zustand) – die Eizelle hat noch genügend Platz
  3. Brust der Frau (Mamma): eventuell bereits leichtes Brustspannen zu spüren (Anstieg der Hormone des Gelbkörpers) ähnlich dem prämenstruellem Syndrom

Seelischer Zustand

Die Frau hat vielleicht ihren Eisprung (Ovulation) bemerkt (Mittelschmerz, Farnkrautphänomen, Temperaturmethode…) und ist guter Hoffnung, dass eine Befruchtung stattfindet/stattgefunden hat. Je nachdem, wie stark der Kinderwunsch ausgeprägt ist und wie lange die Frau bereits eine Schwangerschaft erwartet, geht damit natürlich auch eine innere (An)spannung einher. Weiterhin sind Entspannung und ausreichend Schlaf hier die beste Hilfe, denn in einem unverkrampften Körper laufen alle Prozesse leichter ab – auch das „schwanger werden“.

Kindliche Entwicklung

Die befruchtete Eizelle befindet sich in dieser SSW in einem Stadium, in dem sie sich immer mehr teilt. Auf diese Weise entsteht ein regelrechter „Zellhaufen“, der aber nicht irgendwie zusammengewürfelt ist, sondern dessen Teilung, Vermehrung und Programmierung strengen Gesetzen folgen. Schließlich soll am Ende der Entwicklung ein gesundes Kind stehen.

Die Teilungsstadien nach der Befruchtung sind:

  • 2-Zellen-Stadium nach 30 Stunden
  • 4-Zellen-Stadium nach 40-50 Stunden
  • 8-Zellen-Stadium nach 60 Stunden
  • 12-16-Zellen-Stadium (Morula) – nach 3 bis 4 Tagen
  • Blastozysten-Stadium – nach 4 bis 6 Tagen → Einnistung (Nidation) am 6.Tag

Mit Ablauf der ersten SSW ist also auch die erste Hürde genommen: Die Befruchtung war erfolgreich und der Keim hat sich in sein „Bettchen“ eingenistet.

Vorsorge

Schwangerschaft

Die Schwangerschaft kann man in dieser Phase weder durch eine Blutuntersuchung, noch durch eine Urinuntersuchung feststellen, denn bei beiden Untersuchungen bestimmt der Arzt das Schwangerschaftshormon HCG, welches sich in der 3. SSW noch nicht bildet.

Sonstiges – Dauer einer Schwangerschaft

  1. Ausgehend vom Tag der Befruchtung (falls bekannt) dauert eine Schwangerschaft 266 Tage oder 38 Wochen (p.k. = post konzeptionem). Allerdings ist den wenigsten Frauen der genaue Tag der Befruchtung bekannt.
  2. Deshalb wird die Schwangerschaft ab dem ersten Tag der letzten Periode berechnet (p.m. = post menstruationem). In diesem Fall dauert die Schwangerschaft 280 Tage oder 40 Wochen. Dies ist die allgemeine Berechnungsgrundlage für Ärzte, Hebammen, Krankenkassen sowie Ämter und Behörden (Mutterschutz…).

Die Berechnung des voraussichtlichen Entbindungstermines (VET) nach der erweiterten Naegele-Regel:

Erster Tag der letzten Periode + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr +/- der Abweichung vom 28-Tage-Zyklus

Beispiel bei einem regelmäßigen 29-Tage-Zyklus, letzte Periode 20.07.19:

20.07.19 + 7 Tage = 27.07. – 3 Monate = 27.04. + 1 Jahr = 27.04.20 + 1 Tag (längerer Zyklus) = 27.04.20

Tipp: Ab dem Zeitpunkt der Nidation (Einnistung) ist der Embryo mit dem Kreislauf der Mutter verbunden. Ab diesem Zeitpunkt gelangen zu ihm alle Nähr- und auch Schadstoffe, die die Mutter zu sich nimmt. Also bitte nochmals:
Verzichten Sie bitte auf Alkohol, Nikotin und Drogen sowie nicht ärztlich angeordnete Medikamente!

Ich wünsche Ihnen Alles Gute in Ihrer Schwangerschaftswoche Nummer 3!

Quellen:
Ch. Mendle, S. Opitz-Kreuter; „Das Hebammenbuch“, 5. Auflage, Schattauer-Verlag, S. 85f/S. 105f/S. 145f/

Wanda Unger
Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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Wanda Unger
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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