25. SSW (Schwangerschaftswoche): Babys Entwicklung & Tipps für Mama

Wenn die 25. Schwangerschaftswoche beginnt, ist ein Meilenstein geschafft. Denn mit dem Erreichen dieses Schwangerschaftsalters ist das Überleben des Kindes im Falle einer Frühgeburt möglich. Natürlich zählt jeder weitere Tag im Bauch der Mutter, da das die notwendige (Aus)Reifung der Organe und Widerstandskraft des Babys bedeutet. Deshalb wird mit modernen medizinischen Maßnahmen eine Frühgeburt so lange wie möglich hinausgezögert.

SSW 25 - Schwangere entspannt mit Kopfhörern auf Couch

Mutter und Kind legen sich ab der 25. Schwangerschaftswoche vermehrt Reserven zu. Diese werden in Form von Fetteinlagerungen gespeichert. Die Mutter sorgt damit für die anstrengende und kräftezehrende Stillzeit vor, das Baby bereitet sich wiederum auf das Leben außerhalb des Mutterleibes vor. Es wird die ersten drei Lebenstage bis zum Beginn der mütterlichen Milchbildung seine Reserven benötigen (es darf dann bis zu 10% seines Geburtsgewichtes verlieren) und hat außerdem enorme Anstrengung, seine Körpertemperatur außerhalb des Mutterleibes selbstständig zu regulieren. Dabei helfen die angelegten Fettdepots. Was in SSW 25 sonst noch alles bei Mutter und Kind passiert, lesen Sie hier.

Schwangerschaftswoche 25

SSW 25 - Schwangere mit Rückenschmerzen

Auch in SSW 25 wächst der Babybauch munter weiter. Für die Mutter geht es in dieser Zeit darum, zu entspannen und Stress so weit wie möglich zu reduzieren. Außerdem erfahren Sie mehr zum Thema Frühgeburtsbestrebungen.

Körperliche Veränderungen

Durch das wachsende Kind (Gewichtszunahme) wird natürlich das Bauch-Gewebe der Mutter sehr beansprucht. Durch den sich rasch vergrößernden Baby-Bauch können (müssen aber nicht) folgende Beschwerden entstehen:

  • Vermehrte Bildung von Schwangerschaftsstreifen (Striae gravidarum) trotz guter Hautpflege (Überdehnung)
  • Rückenschmerzen (Hohlkreuzhaltung)
  • Mutterband-Schmerzen, vor allem bei Bewegung (im Liegen hören die Schmerzen auf)
  • Entstehung von Krampfadern und Hämorrhoiden (Kind drückt auf die mütterlichen Gefäße im Beckenbereich und vermindert den Blutrückfluss)
  • Sodbrennen (Kind drückt auf Magen)

Bauchumfang: Der Bauch wächst merklich.
Gebärmuttergröße: Die Oberkante der Gebärmutter befindet sich 1 Querfinger über dem Nabel.

Seelischer Zustand

Sowohl Angst vor einer Frühgeburt als auch extreme Beruhigung wegen der Überlebensfähigkeit des Kindes können um SSW 25 herum vorherrschend sein. Doch eine Frühgeburt kommt meist nicht aus „heiterem Himmel“, es gibt Anzeichen dafür. Welche das sind und wie Sie beim Auftreten solcher Frühgeburtssymptome am besten reagieren, erfahren Sie weiter unten im Text. Doch ungemein wichtig ist in dieser Phase der Schwangerschaft eine Reduzierung von Stress. Stress aller Art fördert das Auftreten von Wehen und/ oder Durchblutungsstörungen beim Kind – auch Ursachen (unter anderen) für Frühgeburtlichkeit. Stressreduktion? Aber wie?

SSW 25 - Stressreduktion durch Yoga an der frischen Luft

Schwanger sein ist keine Krankheit, aber eine körperliche Höchstleistung. Die günstigsten Bedingungen dafür schaffen Sie mit:

  • Ruhepausen mit Beinhochlagerung
  • regelmäßige kleinere Mahlzeiten
  • Entspannungsübungen (Meditation, Autogenes Training…)
  • Atemübungen (Atmen beruhigt und fördert die Durchblutung beim Kind)
  • tägliche kleine Auszeiten (Lesen, Musik hören, Spazieren gehen)
  • häufige Besinnung auf das Kind im Bauch (Bauch streicheln, mit Kind sprechen, tiefe Atemzüge extra fürs Kind, wenn möglich Partner einbeziehen, Schwangerenkurse durchführen…)
  • ausreichend Schlaf
  • Probleme besprechen/ klären – Ungelöstes raubt Kraft
  • auf individuelle Anzeichen von Stress achten (Kopfschmerzen, Müdigkeit, häufige Kontraktionen, mangelnde Gewichtszunahme, Gereiztheit…) für Wohlbefinden sorgen!

Kindliche Entwicklung

Das Baby wird ab der 25. Schwangerschaftswoche hauptsächlich mit WACHSEN beschäftigt sein. Es benötigt seine Reserven für die Zeit nach der Geburt. Nichtsdestotrotz ist es mit Hilfe moderner intensivmedizinischer Maßnahmen in der Lage, auch als Frühgeburt zu überleben. Allerdings hat ein Frühchen aufgrund seiner vorzeitigen Geburt mit vielen Problemen zu kämpfen, denn weder seine Atmung, noch die Verdauung, noch den Erhalt der Körpertemperatur kann es zu dieser Zeit allein bewerkstelligen. Deshalb bringt jeder weitere Tag im Bauch seiner Mama eine weitere Reifung des Babys – bis es etwa ab der 37. Schwangerschaftswoche völlig ohne medizinische Hilfe außerhalb des Mutterleibes gedeihen kann.

Größe: Das Baby ist jetzt vom Kopf bis zu den Fersen etwa 33 cm lang, zusammengerollt so groß wie eine Zuckerrübe.
Gewicht: Das Baby wiegt etwa 800 Gramm.

Vorsorge

SSW 25 - Messung des Blutzuckerwertes

Zwischen der 25. und 28. Schwangerschaftswoche findet ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes statt (Glukosescreening). Dabei bekommt die Frau eine Traubenzuckerlösung (z.B. Fruchttee mit 50 Gramm Traubenzucker) zu trinken. Eine Stunde danach wird ihr Blutzucker kontrolliert. Je nach Blutzuckerwert kann das Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes ausgeschlossen oder vermutet werden. Gegebenenfalls ist anschließend ein ausführlicherer Test (oraler Glukose-Toleranz-Test, kurz oGTT) zur Abklärung notwendig. Da ein Diabetes in der Schwangerschaft mit zahlreichen Komplikationen für Mutter und Kind verbunden sein kann, wird im Falle einer Erkrankung eine spezifische Behandlung erforderlich. Nach der Schwangerschaft normalisiert sich die Stoffwechsellage der Mutter rasch, sie hat dann keine Diabetes mehr. Allerdings behält eine Frau, die unter Schwangerschaftsdiabetes litt, ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Diabeteserkrankung im höheren Lebensalter.

Sonstiges

Unter einer Frühgeburt versteht man die Geburts des Babys vor der vollendeten 37. SSW. Durch die Unreife und Unterentwicklung des Babys sind (intensiv)medizinische Maßnahmen erforderlich, um sein Überleben und/oder seine Gesundheit zu ermöglichen.

Zeichen einer drohenden Frühgeburt sind:

  • Vorzeitige Wehentätigkeit 
  • Vaginale Blutungen
  • Vorzeitiger Blasensprung (Fruchtwasserabgang)

Beim Auftreten oben genannter Symptome ist das umgehende Aufsuchen eines Krankenhauses nötig. Bitte führen Sie folgende Schritte durch:

  • Linke Seitenlage
  • Notarzt rufen über 112
  • Mutterpass bereithalten
  • Nächsten Angehörigen informieren (Aufsicht großes Kind organisieren, Koffer packen, betreuende Hebamme informieren, in die Klinik nachfahren)

Falls Sie bisher keinen Koffer gepackt haben, lassen Sie das bitte Ihre Angehörigen erledigen, denn jede weitere körperliche Aktivität kann ungünstige Auswirkungen auf den weiteren Verlauf haben (deshalb Liegen). Fahren Sie unter keinen Umständen nicht mit eigenem PKW in die Klinik, auch in diesem Fall kann es zur Verschlechterung der Situation kommen. Der Notarzt wird Sie in die nächste Klinik bringen. Er kann bereits während des Transports auf Ereignisse reagieren und medizinische Maßnahmen ergreifen. Angehörige dürfen aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht mit im Krankenwagen transportiert werden. In der Klinik wird dann je nach geburtshilflicher Situation versucht, die Schwangerschaft zu erhalten – wie gesagt, jeder Tag im Bauch der Mutter ist wertvoll. Sollte es trotzdem zur Frühgeburt kommen, sind spezialisierte Kinderärzte (Neonatologen) vor Ort. Spezielle Therapie- und Pflegekonzepte für Frühgeborene helfen dem Baby dabei, sich unter den gegebenen Umständen optimal zu entwickeln.

Ich wünsche Ihnen Alles Gute!

Quellen:
Ch. Mendle, S. Opitz-Kreuter; Das Hebammenbuch; 5. Auflage, Schattauer-Verlag, S. 156, S. 204f.
https://flexikon.doccheck.com/de/Fundusstand
https://www.onmeda.de/schwangerschaft/25-ssw.html
https://www.onmeda.de/schwangerschaft/entwicklung_foetus.html

Wanda Unger
Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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Wanda Unger
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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