17. SSW (Schwangerschaftswoche): Alle Infos auf einen Blick

Etwa ab der 17. Schwangerschaftswoche meldet sich das Baby zu Wort – in Form von zarten Kindsbewegungen. Für viele Frauen ist dieser Moment weltbewegend, denn ab jetzt kann man direkt mit dem Kind Kontakt aufnehmen. Wie auch der werdende Papa in diesen Prozess involviert ist, erfahren Sie hier.

SSW 17

Der 5. Schwangerschaftsmonat ist erreicht. Mutter und Kind befinden sich in einer Phase voller neuer Erfahrungen: Spüren von Berührungen durch den jeweils anderen. Dies passiert natürlich nicht nur im Alltag oder beim abendlichen „Bauchritual“ (Einölen), sondern auch bei kuscheligen, intimen Momenten, die das Paar miteinander teilt. Was jetzt während der Schwangerschaft im Sexualleben alles zu beachten ist, lesen Sie in diesem Beitrag zu SSW 17.

Schwangerschaftswoche 17

Auch in SSW 17 passiert viel in Ihrem Bauch. Welche physischen Veränderungen sich zurzeit an Ihrem Körper und dem des Fötuses abspielen, und welche psychischen Auswirkungen das auf Schwangere und deren Umfeld haben kann – hier finden Sie die Antworten.

Körperliche Veränderungen

SSW 17 - Schwangere cremt Bauch ein

Mittlerweile können viele Frauen, vor allem Mehrgebärende, ihr Baby sicher spüren. Doch keine Sorge, wenn Sie Ihr Baby noch nicht fühlen können, die meisten Frauen spüren die ersten Kindsbewegungen zwischen der 17. und 20. Schwangerschaftswoche. Vielleicht ist Ihr Kind ein eher ruhiger Zeitgenosse, das sich noch nicht so energisch meldet. Oder Ihr eigenes Gespür ist noch nicht so ausgeprägt, um die anfänglich sehr zarten Bewegungen des Kindes wahrzunehmen… Haben Sie Geduld. Auf jeden Fall sind vorhandene Kindsbewegungen ein Indikator für das Wohlbefinden des Kindes, denn es sagt auf diese Weise: Hallo Mama, hallo Papa – ich bin gerade wach und mir geht es gut.“

Bauchumfang: Der Bauch wächst zu dieser Zeit noch langsam. Doch bald wird er sich schneller und stärker dehnen als jemals zuvor, also lohnt sich bereits jetzt regelmäßige Pflege (Einölen/-cremen, leichte Zupfmassage der Haut).
Gebärmuttergröße: Um SSW 17 herum ist die Oberkante der Gebärmutter nun etwa 2-3 Querfinger über dem Schambein zu ertasten.

Seelischer Zustand

Auch in dieser Woche befinden sich die meisten Schwangeren in stabiler Form. Vor allem, wenn sich das Baby bemerkbar macht und endlich seine Bewegungen gespürt werden können, ist das eine unendliche Freude für jede Frau. Auch die werdenden Väter wollen die Bewegungen des Babys spüren und legen die Hand auf den schwangeren Bauch ihrer Partnerin, am Anfang gleicht dies einem kleinen Glücksspiel. Doch keine Angst, das Kleine wird bald auch voller Vertrauen seinen Papa anstupsen…

Kindliche Entwicklung

Auch in SSW 17 macht der Fetus wieder große Fortschritte in seiner Entwicklung. Er

  • nimmt deutlich an Gewicht zu,
  • spürt Berührungen durch die Bauchdecke hindurch,
  • saugt vermehrt am Daumen (Übung für das spätere Stillen).

Größe: Der Fetus ist so groß wie eine Birne (SSL 10,6 cm).
Gewicht: Er wiegt nun 100 Gramm (entspricht 1 Tasse Mehl).

Vorsorge

Weiterhin finden die Vorsorgeuntersuchungen alle 4 Wochen statt. Sollten allerdings Beschwerden auftreten, z.B. eine Scheidenentzündung oder (Bauch)schmerzen oder gar vaginale Blutungen, ist ein ungeplanter Arztbesuch beim Gynäkologen/in notwendig.

Tipp: Das Baby kann mit Berührungen beruhigt werden. Es kann spüren, wenn die Mutter/ Vater die Hand auf den Bauch legt und es streichelt. Auch Geschwisterkinder können auf diese Weise Kontakt aufnehmen.

Übrigens: Auch wenn wir Hebammen den Bauch der Mutter abtasten, nehmen wir zuerst Kontakt mit dem Kind auf. Wir reden mit dem Kleinen und lassen die Hände erst einmal kurz auf dem Bauch ruhen. Auf diese Weise soll das Baby auf die Berührung beim gründlichen Abtasten vorbereitet werden. Hebammen wollen nämlich immer ganz genau wissen, wie das Baby im Bauch liegt, wo der Kopf ist, auf welcher Seite sich der Rücken befindet und wohin sich die Beinchen und Ärmchen ausstrecken.

Sex in der Schwangerschaft

SSW 17 - Schwangeres Pärchen im Bett

Gerade, wenn sich das Baby im Bauch der Mutter bemerkbar macht, haben viele Paare Sorgen, dass Sex in der Schwangerschaft dem Kind irgendwie schaden könnte. Manche Männer haben sogar das Gefühl, dass das Kind „irgendwie zuschaut“ während des Liebesspieles… Diese Sorgen sind unbegründet. Das Baby spürt natürlich das Glück seiner Mutter. Aber es ist in seiner Gebärmutter sicher geborgen und durch das Fruchtwasser vor „Stößen“ geschützt. Trotzdem sollten die werdenden Eltern mit fortschreitender Schwangerschaft einiges beachten:

Liebesleben in der Schwangerschaft: Eine Fülle von guten Gefühlen durchflutet die Frau beim Liebesspiel. Auch das Kind badet in diesen guten Gefühlen. Das Wohlbefinden und Glücksgefühl überträgt sich auf das Kind und vermittelt Geborgenheit und Liebe. Die leichten Gebärmutterkontraktionen beim Orgasmus geben dem Baby eine Art Massage und „Streichel-Reiz“.

Orgasmus: Ein Orgasmus schadet dem Baby oder der Schwangerschaft überhaupt nicht. Zwar kommt es aufgrund der größeren Gebärmutter zu spürbaren leichten Muskelkontraktionen oder zu einem festen angespannten Bauch (höchstens bis zu 15 Minuten danach), diese Kontraktionen sind aber nicht wirksam in Richtung Frühgeburt. Übrigens kommt es auch in den Milchgängen der Brust zu Kontraktionen, weshalb manche Frauen auch einen Abgang von Vormilch bemerken. Auch dies ist völlig ungefährlich, wenn auch überraschend.

Sex-Stellung: Die Rückenlage ist bei größerem Babybauch ungeeignet, denn es kann durch den Druck der Gebärmutter zu einer Kreislaufstörung kommen, da die Körper-Durchblutung eingeschränkt wird (Vena-cava-Kompressions-Syndrom).

Kondom: Neigt die Frau zu wiederkehrenden Scheidenentzündungen, ist die Verwendung eines Kondoms ratsam. Scheidenentzündungen sind manchmal Ursache für Frühgeburten.

Kontaktblutung: Der Genitalbereich ist in der Schwangerschaft deutlich mehr durchblutet. Deshalb kann es, auch bei „sanftem“ Geschlechtsverkehr zu ganz zarten vaginalen Blutungen kommen (Schmierblutung durch den Kontakt des Penis‘ zum Muttermund). Sicherheitshalber sollte in diesen Fällen zur Kontrolle der Frauenarzt aufgesucht werden.

Vorzeitige Wehen: Neigt die Frau zu vorzeitiger Wehentätigkeit oder einer Schwäche des Gebärmutterhalses (Zervixinsuffizienz), ist auf jeden Fall den Empfehlungen des Frauenarztes/in zu folgen. Geschlechtsverkehr und Brustwarzenstimulation kann in diesen besonderen Fällen die Schwangerschaft gefährden.

Ich wünsche Ihnen Alles Gute!

Quellen:
Ch. Mendle, S. Opitz-Kreuter; Das Hebammenbuch, 5.Auflage, Schattauer-Verlag, S. 166.
https://babyknowhow.de/8-ssw-entwicklung/
https://www.backenmachtgluecklich.de/wissenswertes/masse-gewichte-und-umrechnungen
https://www.onmeda.de/schwangerschaft/entwicklung_foetus.html

Wanda Unger
Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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Wanda Unger
Wanda Unger ist Diplom-Medizin-Pädagogin und Hebamme. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Familien durch die Zeit der Schwangerschaft bis zum 1. Lebensjahr ihrer Babys. Für unser Portal schreibt sie Fachtexte rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babypflege. Als Mutter und Hebamme ist es ihr wichtig, den Familien den Start in den Alltag mit dem neuen Familienmitglied zu erleichtern.
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