11. SSW (Schwangerschaftswoche): Infos zu Körper, Seele und Baby

Die Fetalzeit beginnt. Das Baby ist vom Embryo zum Fötus (oder Fetus) herangereift. Seine Organe sind alle angelegt, ab jetzt wird das Baby „nur noch groß werden“. Das Kleine wird im Laufe der Fetalzeit von der Größe einer Pflaume zur Größe einer Wassermelone heranwachsen und seine Organe werden bis zur Geburt voll funktionsfähig sein.

SSW 11

Während das Baby in seiner Fruchtwasserhöhle fröhlich auf und ab hüpft, bemerkt die Mutter davon leider noch gar nichts. Oftmals überwiegt in dieser Phase der Schwangerschaft die Sorge, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Hat es die empfindlichen ersten Wochen gut überstanden? Ist es ganz gesund? Schwangere können deshalb eine Beratung zur pränatalen Diagnostik erhalten. Was dies ist und welche Untersuchungsmethoden damit gemeint sind, erfahren Sie in diesem Text.

Schwangerschaftswoche 11

Die SSW 11 ist gekennzeichnet durch „wiederkehrendes“ Wohlbefinden und erste Veränderungen der Bauchform.

Körperliche Veränderungen

Die Schwangerschaftshormone können weiterhin Beschwerden wie (Morgen)Übelkeit und Blähungen verursachen, auch wenn diese Symptome bei den meisten Frauen langsam nachlassen. Aber Sie bemerken nun vielleicht

SSW 10

  • vermehrten Durst (Vermehrung des Blutvolumens, Wassereinlagerungen in das Gewebe),
  • vermehrter Harndrang (wachsende Gebärmutter drückt auf Harnblase) und
  • seltenes Frieren („innere“ Wärme durch verstärkte Durchblutung).

Viele Frauen zieht es hinaus in die Natur (Frischluft, Bewegung), was dem Wohlbefinden von Mutter und Kind zu Gute kommt.

Bauchumfang: Der Bauch wölbt sich leicht.
Gebärmuttergröße: Die Gebärmutter ist etwa apfelsinengroß.

Seelischer Zustand

Die Beschäftigung mit der Gesundheit oder Krankheit des Babys hinterlässt natürlich Spuren. Sorgen, schlaflose Nächte und Szenarien mit wenn…, dann… bringen Unruhe, Unsicherheit und auch einen gewissen Abstand zum Baby. Es ist, als ob manche Eltern (unbewusst) erst den wissenschaftlichen Nachweis benötigen, dass ihr Kind gesund ist, bevor weitere Lebenspläne mit ihm verknüpft werden. Diese Distanz tut dem Baby und Ihnen nicht gut. Reden Sie bereits jetzt mit dem Kleinen, streicheln sie Ihren Bauch und machen Pläne für die Zukunft. Wenn Ängste Sie überwältigen, können Sie sich einen Gegenstand für das Baby besorgen, was Ihnen Mut macht z.B. ein buntes Tragetuch oder eine kuschelige Babydecke, in denen Sie Ihr Baby gedanklich einhüllen und es beschützen.

Kindliche Entwicklung

In der frühen Fetalperiode (SSW 11 bis 14) werden die Formbildungsvorgänge fortgesetzt (menschliche Gestalt).

  • Ein zarter Haarflaum zieht sich als Schutz über den ganzen Körper (Lanugobehaarung).
  • Das Geschlecht des Kindes ist angelegt, im Ultraschall aber leider noch nicht zu erkennen. Zu dieser Zeit besitzen alle Föten eine Art ganz kleinen Zapfen, der sich in der Folgezeit entweder zu einem Penis oder zu einer Klitoris herausbildet.

Größe: Der Fötus ist durchschnittlich so groß wie eine Pflaume (SSL 3 cm)
Gewicht: Er wiegt um die 15g.

Anmerkung der Autorin: Größe und Gewicht der Embryonen sind nur in den ersten Wochen gleich. Ab der Fetalperiode entwickeln sich die Babys individuell (Genetik). Deshalb beziehen sich Größen- und Gewichtstabellen auf Durchschnittswerte. Weichen also laut Ultraschall die Werte Ihres Kindes von den Normwerten ab, müssen Sie sich keine Sorgen machen (ausgenommen bei starker Unterentwicklung).

Vorsorge

Wenn eine Risikoschwangerschaft vorliegt (Risiken definiert nach den Risikokatalogen A und/oder B laut Mutterpass) erhält die Schwangere eine Beratung zur pränatalen Diagnostik. Unter diesem Begriff werden alle Untersuchungsmethoden zusammengefasst, mit denen Fehlbildungssyndrome, genetische Störungen und Erkrankungen des Kindes vorgeburtlich, während der Schwangerschaft, erfasst werden können.

Achtung: Jeweils kann nur auf bestimmte Erkrankungen getestet werden, ein „gesunder“ Untersuchungs-Befund bedeutet nicht, dass das Kind vollständig gesund zur Welt kommt.

Pränataldiagnostik wird durchgeführt, zum Beispiel wenn

  • ein Verdacht auf eine Erkrankung des Kindes besteht (z.B. bei auffälligem Ultraschall, Medikamentenschädigung in der Frühschwangerschaft o.ä.),
  • ein familiäres Risiko besteht (Gendefekte, Erkrankungen)
  • Grunderkrankungen oder Schwangerschaftsspezifische Erkrankungen bestehen
  • es sich um eine Altersindikation handelt (Schwangere älter 35 Jahre)
  • die Frau dies ausdrücklich wünscht.

Pränataldiagnostik umfasst:

Mutterpass

  • Bluttests
  • Nackenfaltenmessung (Ultraschall)
  • Feindiagnostik (Ultraschalluntersuchung beim Spezialisten)
  • Chorionzottenbiopsie (Untersuchung von Plazentazellen nach Entnahme mit einer Kanüle)
  • Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung nach Absaugung mit einer Spritze)

Ein Ergebnis „kein krankhafter Befund“ ist für die Eltern erlösend, aber leider keine 100%ige Garantie für ein gesundes Baby. Ein Ergebnis „krankhafter Befund“ hat Einfluss auf weitere Entscheidungen der Eltern:

  • Informationsbeschaffung zur jeweiligen Erkrankung/Behinderung
  • Vorgeburtliche Therapie (z.B. OP noch im Mutterleib)
  • Geburt des Kindes in einem dafür spezialisierten Krankenhaus und anschließender Therapie
  • Beendigung der Schwangerschaft (Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation)

Detaillierte Informationen zum Thema Pränataldiagnostik finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Unterstützung erhalten Sie über Ihren Frauenarzt/in, Beratungsstellen (Humangenetik, Schwangerschaftskonfliktberatung), Psychologen und Klinik-Zentren.

Veränderungen der weiblichen Brust

Brust spannen

Die Brust verändert sich unter dem Einfluss der Schwangerschafts- und später der Stillhormone sehr (Größenzunahme, Gewichtszunahme, Bildung von Vormilch). Das umgebende Bindegewebe der Brust wird strapaziert und gedehnt. Deshalb wäre es gut, dieses Bindegewebe in seiner Funktion zu unterstützen. Folgende Maßnahmen helfen, das Brustgewebe vor Bindegewebsrissen (Striae gravidarum), einem Verlust der Stützkraft und Schmerzen (Rücken, Brust) zu schützen:

  • Brustmassage: leichtes Zupfen und Streichen der Haut
  • Einreibungen mit speziellen Cremes oder Ölen (z.B. gegen Schwangerschaftsstreifen)
  • Kaltwasserbehandlungen
  • Tragen eines gut stützenden Schwangerschafts- oder Still- BHs (Faustregel: normale BH-Größe + eine Unterbrustweite größer + mind. 1 Cup-Größe größer)

Ich wünsche Ihnen Alles Gute!

Quellen:
Ch. Mendle, S. Opitz-Kreuter; „Das Hebammenbuch“, 5. Auflage, Schattauer-Verlag, S. 91
https://de.depositphotos.com/101121998/stock-illustration-infographic-about-baby-size-during.html
https://www.onmeda.de/schwangerschaft/11-ssw.html
https://flexikon.doccheck.com/de/Fetalzeit
https://flexikon.doccheck.com/de/Embryonalzeit
https://www.pnd-beratung.de/was-ist-praenataldiagnostik/

Miriam Kirmse
Über unsere Autorin
Miriam Kirmse ist die Content-Managerin von Wiado. Dabei interagiert sie vor allem mit den verschiedenen Experten, die für unser Online-Magazin als Autoren tätig sind. In ihrem bisherigen Berufsleben hat sie bereits als Kamerafrau, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. Ihre Motivation ist es, die Leser mit einem Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen zuverlässig zu informieren und auch Antworten auf unkonventionelle Fragen zu finden. Ihr Motto lautet: Man lernt nie aus!
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